Konjunkturkrise bei Modellautos – auch bei Quartetten?

Iso grifo im Autoquartett

Heute fand ich bei SPIEGEL ONLINE einen sehr interessanten Artikel zur Automodell-Sammlermesse Automania: Preisverfall bei Modellfahrzeugen: Kleine Autos, große Depression – Die Automania ist Deutschlands größte Börse für Spielzeugautos. Das Angebot auf den Treffen steigt seit Jahren, doch die Preise rauschen in den Keller. Ein Besuch bei gefrusteten Händlern und Sammlern…“  Hier der Link. Demnach scheint ein Überangebot an Sammler-Editionen und gleichzeitig die Überalterung der Sammlerszene zu einer klassischen Konjunkturkrise bei diesem Sammelthema geführt zu haben. Wie schon bei Telefonkarten oder Briefmarken wechseln die einst teuren Stücke mittlerweile nur noch zum Ramschpreis den Besitzer.

Nun gibt es ja zwischen Automodell und Autoquartett gewisse Überschneidungen. Bei Quartetten jedenfalls hab ich noch keinerlei Preisverfall feststellen können – eher im Gegenteil. Wobei andererseits bei sehr alten Raritäten auch keine Wertsteigerungen mehr festzustellen sind. Was meint ihr, droht uns sozusagen auch eine allmähliche Entwertung der Quartettsammlung?

19 Gedanken zu “Konjunkturkrise bei Modellautos – auch bei Quartetten?

  1. Es gibt mehrere Unterschiede:
    1. sind die Quartettpreise selbst für Sammlerstücke geringer. Nur wenige Exemplare übersteigen die 50€ Marke. Der Großteil aller Quartette sollte einen Wert von < 20€ haben. Deswegen ist hier die Fallhöhe schon mal beschränkt.
    2. Überangebot: Stelle ich nicht fest. Wenn ich ein seltenes Quartett suche, kann es gut und gerne Wochen oder Monate dauern, bis es bei Ebay angeboten wird. Und dann wird gleich heftig darauf geboten.
    3. Überalterung: Trifft (noch?) nicht zu. Aber es ist auch klar, dass die Kinder heutzutage auf dem Schulhof wesentlich lieber mit Smartphones als mit Autoquartetten spielen. Eine Frage der Zeit?

    Ich jedenfalls sammle mit Leidenschaft und lasse mich davon nicht abhalten. Es ist ein Hobby: Man muss damit rechnen, dass man das Geld, das man reinsteckt, nicht mehr zurückbekommt.

    Wir werden im Quartette Forum ebenfalls darüber diskutieren.

    http://quartette.bplaced.net/forum/viewtopic.php?f=15&t=55

    • Auf jeden Fall gibt es noch einen wichtigen Punkt, der die beiden Sammelgebiete unterschiedet: die Sammler-Editionen von vielen Modellauto-Herstellern, die extra limitiert sind. Es ist nachvollziehbar, dass man nach der 20sten extra selten produzierten Farbvariante keine Lust mehr hat, für teures Geld noch die 21ste zu kaufen. Und dann stapeln sich die teuren Stücke irgendwann eben auf den Händlertischen.

      Sowas gibts bei Quartetten praktisch nicht. Auch die vielen heutzutage für Erwachsene produzierten Spiele (z.B. von Weltquartett oder Heel) stoßen bei den Sammlern der alten Quartette nicht auf besonders hohes Interesse.

      Gruß Chris

  2. Moin moin Ihr Quartettologen,
    Preisverfall bei Quartetten? Glaube ich auch NOCH nicht. Klar überaltert sich die Sammlerszene. Also liegt es auch an uns, neue und vor allem jüngere Sammler zu begeistern.
    Ist es nicht so, dass jeden von uns zuerst alte Jugend-Spiele interessieren und den größten ideellen Wert verkörpern? Natürlich sind einzelne Spiele selten und verdienen hohe Preise je nach Erhaltungszustand. Man muss aber auch bedenken, dass nicht jeder diese hohen Preise bezahlen will. Wer das 616 E von 1959 oder 1961 im ladenneuen Zustand haben möchte, wird schon tief in die Tasche greifen. Aber mal ehrlich: Welcher Wert ist angemessen für ein durchschnittlich bespieltes II/86 von Schmid mit dem pinken BMW 507? 500 €??? Die teilweise bezahlten Preise waren wohl wirklich ein bisschen hoch, oder?
    Für mich steht fest, dass man nicht alle Quartette sammeln kann. Eine Spezialisierung ist dringend zu empfehlen.
    Wenn man bedenkt, dass Sammeln ein Hobby ist, dass sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, kann man auch auf faire Preise warten und muss nicht bei jeder Gelegenheit zu jedem Preis sofort zugreifen.
    Also, auf nach Kassel am kommenden Wochenende. Vielleicht sehen wir uns dort.
    Sammlergruß JÖRG

  3. Vielen Dank für den Link! Hat mir sehr interessiert.

    Mir trifft auch weil ich Spielzeugautos sammle. Ich habe auch bemerkt, dass die Preise für manche Spielzeugautos und Spielfiguren wesentlich gesunken ist. Neue Auflagen (z.B. Masters of the Universe „Classics“ haben teilweise die alte figuren abgewertet), und neue Aufgaben von alte Autos haben klassische Modelen ebenfalls abgewertet, weil viel besser gemacht sind. Wer heute noch Corgi oder Dinky sammelt, macht das aus Nostalgie.

    Über Quartett-Preise weiß ich leider nicht viel, weil ich sie in Flohmärkte kaufe, immer um 1-2 Euro, manchmal etwas mehr, wenn der Set älter oder ganz besonders ist.

    Noch ein Grund, dass im Artikel nicht bennant würde ist die Wirtschaftskrise (vielleicht in Deutschland war sie nicht so deutlicht zu merken), aber viele Leute haben die Sammlungen ersteigert oder billig verkauft. Vielleicht wenn die Wirtschaft wieder überall in der EU besser wird, steigen die Preise wieder auf.

    Grüße, Juan

  4. Hallo,

    mich hat dieser hier verlinkte Artikel zum Thema „Preisverfall und Konjunkturkrise bei Modellautos“ auch sehr interessiert, und auch ich habe diesen mit viel Interesse gelesen!

    Allerdings ist dieses ganze Thema so überaus komplex – auch dann mit Hinsicht auf einen möglichen ähnlichen Preisverfall bei nostalgischen Quartettspielen – das es wohl hier keine klare Antworten gibt, wie ‚Ja, das stimmt‘ oder ‚Nein, dem ist nicht so‘.

    Ich werde aber im Folgenden hier trotzdem einmal versuchen, einige Punkte und Aspekte zu nennen und aufzuzeigen, die ich für relevant halte, die aber gleichzeitig nur Denkanstöße sein sollen, und auch nur subjektiver Natur sind.

    Zunächst ein paar Worte zum Thema „Preisverfall bei Modellautos – Ja oder Nein“?
    Da mein Freund schon seit zig Jahren u.a. auch Modellautos sammelt, kenne ich mich inzwischen auch etwas mit dieser Thematik aus. Ich werde mich aber hier jetzt nur auf die alten Modellautos von Matchbox (bis etwa zum Erscheinungsdatum bis 1980) beziehen, da diese Modelle – und hier explizit die Modelle der Superfast-Reihe aus jener Zeit – auch das Hauptmodellautosammelgebiet meines Freundes darstellen. (Vieles davon gilt aber hier wohl sicherlich auch für die alten Modelle von Siku, Majorette, Schuco oder auch den H0-Modellen von Wiking oder auch für andere Modellautomarken jener Zeit, die ja in dem verlinkten Artikel hier teilweise auch genannt werden – also für Modellautos, die etwa im Zeitraum – jetzt ganz grob gesagt – von 1950 bis 1980 produziert wurden).
    Bei den Matchboxmodellen ist festzustellen, daß hier in den letzten Jahren die Sammlerpreise für die ganz alten Modelle – die sogenannten Regular Wheels-Modelle („RW-Modelle“), die bis ca. 1969 vertrieben wurden, zwar nicht sinken aber so langsam nun auch nicht mehr höher ansteigen, sondern auf einem bestimmten Niveau (ist immer auch vom spezischen Modell abhängig) stagnieren und sich dort langsam einpendeln. Währenddessen die Preise für die Superfast (noch Made in England) Modelle („SF-Modelle“) (ab ca. 1969 hergestellt) inzwischen stetig von Jahr zu Jahr immer mehr ansteigen. Woran mag das liegen? Ich denke, daß hier – und dies gilt für mich generell für das Sammeln von altem, bzw. sagen wir vornehmer nostalgischem Kinderspielzeug – der eigene Kindheitsnostalgiefaktor des jeweiligen Sammlers eine ganz entscheidende Rolle spielt! Es geht hier – so meine ich zumindest – in erster Linie um Kindheitserinnerungen und um einen persönlichen Bezug des Sammlers zu den Dingen, die er oder auch sie sammelt. Also kurz – es geht hier bei diesen ganzen Sammelleidenschaften hauptsächlich um ideelle Werte. Für jene ideellen Werte, die ein Sammler einem bestimmten Sammelobjekt zuschreibt, gibt es deshalb auch keine wirkliche rationale Erklärung, d.h., es spielt hier weder der eigentliche Materialwert dieses Sammelgegenstands, noch sein damaliger Ladenpreis (der dann meistens nur noch ein Bruchteil dessen ist, für was die Sache dann heute gehandelt wird), noch geht es darum, was „sammelfremde“ Menschen (von Sammelnden ja oft „Unwissende“ genannt) von intensiven Sammlern halten – wie bspw. ‚wie kann man denn so viel Geld für altes Kinderspielzeug ausgeben‘ etc. … wer kennt sie nicht diese Sätze… All dies ist dem wahren Sammler relativ egal, denn für ihn ist das Sammeln eine Leidenschaft, die meist nur gleichgesinnte Sammler nachvollziehen und verstehen können; und auch nur diese gleichgesinnten Sammler können einem Sammler wirklich Anerkennung geben – eben weil nur sie wirklich Ahnung von der Materie haben. Unwissende sagen dann vielleicht – um jetzt wieder auf die Matchboxmodelle zurückzukommen – okay, das eine Modell ist weiss und das andere orange lackiert – schön. Das hier aber für den Sammler eine solcher Farbunterschied eine dreistellige Geldsumme ausmachen kann – weil eben das eine Modell ein Standardmodell ist und das andere Modell ein Vorserienmodell (also ein sogenanntes „Pre-Production-Modell“, kurz „Pre-Pro“), das wissen nur die in diese Materie eingeweihten Sammler. Hier kommt dann also ein weiterer wichtiger Aspekt für den Sammler ins Spiel – nämlich die Seltenheit einer Sache. Diese Seltenheit eines Modellautos ist praktisch die Stufe zwei des Sammelns. Stufe eins könnte man zunächst etwa so beschreiben – ‚ich hätte gerne die Modellautos meiner Kindheit wieder‘ (so fängt die Sammelei ja meistens an). Die weiteren Stufen sind dann bspw. der Erhaltungszustand, die Varianten, die Boxtypen und letztlich dann auch oftmals das Spezialisieren auf ganz bestimmte und und / oder eben ganz seltene Modelle. D.h., das Sammeln wird – wenn über Jahre oder gar Jahrzehnte ernsthaft betrieben – immer spezieller und auch immer mehr verfeinert. Auch häuft man dann über die Jahre irgendwann ein recht großes und spezifisches Wissen über sein Sammelgebiet an, und man weiß irgendwann auch relativ genau, was ganz bestimmte Modelle und deren ganz bestimmten Varianten ungefähr unter Sammlern so wert sind.
    Nun sind wir also wieder beim Thema des Wertes eines Sammelobjektes – was nun die SF-Modelle angeht, so prognostiziere ich, daß deren Sammlerwert in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen wird, denn: das Hauptsammelalter von Matchboxsammlern liegt so zwischen 35 und 55 Jahren; dies ist auch gleichzeitig das Lebensalter, in dem dann viele Menschen auch über das nötige Geld verfügen, sich eine Modellautosammlung ernsthaft aufzubauen. Jüngere Menschen unter 30 haben oftmals noch nicht die hier nötige finanzielle Kaufkraft für solche Hobbies, und auch sind Sie mehr mit dem Aufbau ihres Beruflebens, ihrer familiären Situation, Partnersuche oder auch mit Party beschäftigt – und so noch anderwärtig oder wie auch immer eingebunden (ich verallgemeinere hier natürlich auch etwas).
    D.h. also, es kommen aktuell nun immer mehr Menschen in jenes Alter 35+, die als Kinder mit den Superfasts im Sandkasten oder auf dem elterlichen Teppichboden in den guten alten 70ern Autorennen gespielt haben. Und es gibt wohl in jeder Generation – und sei es auch immer nur ein kleiner Teil von Menschen – die sich an (auch wichtig) positive Kindheitserinnerungen mit ganz bestimmten Spielzeug aus ihren eigenen Kindertagen erinnern; und manche davon sind eben von diesen Dingen auch jetzt als Erwachsener immer noch so begeistert und angetan, daß sie diese Sachen – nach nun so vielen Jahren, die seitdem vergangenen sind – nun gerne nochmal ihr eigen nennen, oder nochmal in den eigenen Händen halten wollten. Aber diese ganz wenigen Menschen (wenig gesamtgesellschaftlich gesehen) reichen hier schon aus, um einen großen Grundstock an zukünftigen Sammlern zu bilden. Aus diesen Gründen sehe ich also für die SF-Modelle – zumindest in den nächsten 20 Jahren – eine goldene Zukunft mit steigenden Preisen voraus (auch bei den großen Matchboxmodellen – also den SuperKings und SpeedKings aus den 70ern sehe ich in den nächsten Jahren übr. preislich auch noch einiges an Platz nach oben; wenngleich diese Modelle aber preislich immer im Schatten der kleineren SF-Modelle bleiben werden). Die RW-Modelle hingegen haben ihren preislichen Zenit meiner Meinung nach nun schon überschritten. Für die Sammler zwischen 30 und 40 Jahren fehlt der kindliche Bezug zu diesen Modellen (die waren damals, als diese Modelle aktuell waren, eben noch zu jung oder noch gar nicht geboren) – d.h. kein „Nostalgie-Bonus“ hier mehr. Und die früheren Sammler der RW-Modelle gehen langsam aber sicher schon auf das Rentenalter zu oder sind teilweise schon Rentner. Im höheren Alter läßt dann auch oftmals wieder die Kaufkraft nach (Altersarmut läßt grüssen) und auch bei vielen dann eben auch irgendwann das Interesse an den Modellen. Solche über Jahre zusammengetragenen und gehegten Sammlungen werden dann oftmals in Sammelauflösungen regelrecht verramscht (vor allem dann, wenn die Sammler mal sterben – ist halt leider der Lauf der Zeit und der Dinge – und dann deren Erben das „alte Zeug“ (so wird das ja dann von denen oftmals betitelt) verscherbeln, um dann noch ein bißchen Geld mit Opis Schätzen zu machen. Denn die wenigsten Erben interessieren sich wohl für den ideellen Wert von Sammlungen ihrer Verstorbenen (naja, vielleicht habe ich hier auch einfach ein zu negatives Weltbild an dieser Stelle).
    Man muß an diesser Stelle allerdings auch einräumen, daß man wohl die Standard-SF-Modelle auch in zehn Jahren im Topzustand und mit OVP noch alle für ca. 20 – 150Euro (Preise sind auch bei den Standard-SF-Modellen sehr modellspezifisch) bekommen wird; bei seltenen SF-Modellvarianten, Factory-Error-Modellen, Pre-Pros und SF aus Brasilien werden die Preise aber sicherliche in den nächsten Jahren noch ansteigen und keineswegs fallen. So ging bspw. letztes Jahr bei Ebay ein orangenes Pre-Pro eines Ford Mustang (LS 08-A) für um die 4000Euro(!!!) weg (den genauen Verkaufspreis weiß ich nicht mehr) – vermutlich war dies die bislang teuerste Auktion eines SF-Modells überhaupt bei Ebay. Nun gut, es gibt von exakt diesem Modell weltweit auch wohl nur noch – wenn überhaupt – eine handvoll Modelle. Aber es wird auch in der Zukunft sicherlich noch weitere solcher „SF-Hammer-Auktionen“ bei Ebay geben. Dann kann man nun nur hoffen, daß dieses Modell keine Fälschung war! Denn leider gibt es inzwischen auch bei den Matchboxmodellen so gut gemachte Fälschungen, diese nicht mal mehr ein Experte von dem Originalmodell unterscheiden kann (auch nicht an den Vernietungen der Bodenplatte). Hier gibt es dann nur noch eine Möglichkeit, um die Echtheit eines Modells zweifelsfrei festzustellen – nämlich eine Lackanalyse zwecks Altersbestimmung des Lacks – diese Methode ist zwar recht kostspielig aber dafür auch hundertprozent sicher. … ich denke allerdings, daß wenn jemand – wie in dem eben von mir genannten Beispiel – so viel Geld für ein Modellauto ausgibt, und sich dann nicht sicher ist, ob es auch ein Original ist, er dann auch noch das Geld für solch einen Lacktest aufbringen kann. Das Problem ist hier eben, daß solche Fälschungen zwar durchaus von Anbietern oftmals auch als solche deklariert werden (von sogenannten „restored models“ ist da dann oftmals die Rede); was ja auch – wie ich finde – prinzipiell nicht verwerflich ist, und es ja auch Sammler gibt, die sich dann so ein restored model – eben als eine Art „Filler“ – in die Vitrine stellen, weil sie sich das Original nicht leisten können oder dieses nirgends zu finden ist. Problematisch wird es nur dann, wenn solche Modelle dann unabsichtlich (sei es auch aus Unwissenheit des Verkäufers) oder gar absichtlich und wissentlich als Originale angeboten werden – wobei letzteres wohl schon den Tatbestand des Betruges am Käufer erfüllt. Diese Sache mit den Fälschungen ist eben ein für den Sammler sehr leidiges Thema – denn nehmen solche perfekt gemachten Fälschungen überhand, dann könnte dies sich doch letztlich negativ auf die Sammlerpreise für solch seltene Modelle auswirken und diese doch wieder nach unten drücken; wenn also dann irgendwann keiner mehr bereit ist, hier sehr viel Geld für ein Modell hinzublättern, wenn er hinter jedem raren Modell gleich eine Fälschung vermutet. Auf der anderen Seite dürfte man sich, wenn man so denkt und solche Angst vor Fälschungen hat, dann aber überhaupt kein rares Modell mehr kaufen, und man kann dann eigentlich auch gleich seine Sammlung an den Nagel hängen.
    Um das Thema Matchboxmodelle hier nun auch abzuschliessen, noch kurz ein paar Worte zu einer ganz bestimmten Reihe von Matchboxmodellen – nämlich den „Models of Yesteryear“, da gerade diese Matchboxmodellreihe ein Paradebespiel für einen wirklichen Sammel-Preisverfall war. So waren die Modelle dieser Reihe recht detaillierte 1:43-Modelle von Vorkriegsoldtimerautos, die auch von Matchbox damals als Sammlermodelle für die Vitrine und nicht als Kinderspielzeug beworben wurden, und die auch nicht als solches konzipiert waren. Bis ca. Mitte der 80er-Jahre waren diese Modelle das Non Plus Ultra für Matchboxmodellsammler, und es wurden immense Preise für diese Modelle bezahlt. Dann aber brach der Sammlerwert dieser Modelle dermaßen stark ein; so stark, daß man diese – einst so teuer und edel gehandelten – Modelle heutzutage für sehr kleines Geld kaufen kann. Der Grund für diesen Preiseinbruch bei jener Modellreihe lag auch hier vor allem daran, daß diese Modellautos für die dann jüngere und nachwachsende Modellautosammlergeneration einfach uninteressant wurden, da hier dann irgendwann vollkommen der Bezug zu diesen ganz alten Oldtimerauots aus der Zeit vor etwa 1935 fehlte. Die Zeiten ändern sich eben – wenn man heutzutage bspw, jemanden, der so um die 30 Jahre alt ist, nach einem Oldtimer fragt, dann nennt derjenige vielleicht einen Opel Manta A, aber wohl kaum noch einen Vorkriegsoldtimer mit genauer Modellbezeichnung. Dies mal nur als ein Beispiel hier. Der persönliche Bezug ist also auch hier wieder entscheidend. So erinnere ich selbst mich bspw. auch an meinen eigenen Opa, der immer sehr für diese Vorkriegautos geschwärmt hatte – na klar, er hatte diese Autos damals ja in seiner Jugend noch fahren sehen (persönlicher Bezug und Erinnerungen eben auch hier wieder); ich selbst meinte damals als Kind dann zu ihm ‚ja, ganz nett‘ oder so ähnlich, aber einen wirklichen Bezug hatte und habe ich selbst bis heute zu diesen Vorkriegsautos nicht. Ich möchte hiermit natürlich nicht deren nostalgischen Wert (auch als Kulturgut) schmälern, aber wenn einem der persönliche Bezug zu etwas fehlt, kann man sich auch nicht richtig dafür begeistern oder eine gewisse Leidenschaft dafür entwickeln.
    Es gibt allerdings auch Ausnahmen – so kennt mein Freund bspw. auch einen SF-Sammler, der erst in den 80er-Jahren geboren wurde und trotzdem ein leidenschaftlicher SF-Modellsammler aus den 70er-Jahren ist. Mein Freund hatte ihn deshalb auch mal explizit und aus Interesse gefragt, warum er denn Modellautos aus den 70ern sammelt, obwohl er die aus seiner eigenen Kindheit eigentlich garnicht so kennen kann. Jener Sammler meinte daraufhin einfach nur, daß im gerade diese Modelle sehr gut gefallen. So etwas gibt es also auch; ist aber dann doch wohl eher die Ausnahme. Bzw. gibt es ja auch solche Fälle, bei denen die Eltern ihre Kinder dann mit einem bestimmten Sammelvirus infizieren.

    (So, nun habe ich soviel geschrieben, bin totmüde und noch nicht mal zum eigentlichen Thema „Quartettspiele und Preisverfall“ vorgedrungen; habe beim Schreiben hier gerade völlig die Zeit vergessen; ich werde versuchen, meinen Kommentar hier demnächst an der Stelle, wo ich jetzt aufgehört habe, fortzusetzen. Habe hier noch ein paar Dinge anzumerken, und hoffe, daß ich euch mit meinen manchmal textlich etwas sehr ausufernden Kommentaren nicht langweile. Danke auch an meinen Freund an dieser Stelle für die vielen Detailinfos zum Thema Matchboxmodelle.)

    Viele Grüsse

    Sandra

    • Hallo,

      nachdem ich gestern aus Gründen der Müdigkeit hier mit Schreiben abbrechen mußte, geht es heute weiter –

      Nun also ein paar Worte zum eigentlichen Thema und zu Chris‘ Frage, ob es eventuell auch einen möglichen Preisverfall bei nostalgischen Quartettspielen geben kann:
      Ich denke – ist allerdings auch hier wieder nur meine rein subjektive Meinung, daß wohl die Sammlerpreise der Quartettspiele, die so – ganz grob gesagt – vor etwa 1965 erschienen sind, wohl nun nicht mehr groß ansteigen werden und eher erstmal auf ihrem heutigen Niveau bleiben und eventuell dann in ein paar Jahren durchaus auch einbrechen könnten. Die Gründe für diese Prognose sehe ich ähnlich wie in meinem letzten Kommentar über die Matchboxmodelle – die Sammlerszene speziell dieser Quartettspiele erschienen vor ca. 1965 überaltert langsam und wird von Jahr zu Jahr kleiner. Am Rande sei hier vermerkt, daß mein Freund sowie ich selbst, auch nie Quartettspiele vor ca. 1965 gesammelt haben, da uns diese Spiele einfach nicht so wirklich interessieren – ganz gleich, ob dort Spiele darunter sind, die extrem selten sind und in Quartettsammlerkreisen so begehrt und gesucht sind – und für die dann auch (noch) eine Menge Geld hingeblättert wird (wie eben bspw. diese von Jörg hier erwähnte 616 E). Wenn wir solch ein Quartett auf einem Flohmarkt finden würden, würden wir wahrscheinlich – wenn überhaupt – nur so maximal so 20Euro dafür bezahlen. Ich kann natürlich verstehen, daß solche Quartette einen hohen Sammlerwert für viele Sammler haben, aber uns persönlich fehlt hier eben auch wieder jener Kindheitsbezug zu solchen Spielen. Ich denke, diese Thematik des Werteverfalls von einst begehrten Sammelobjekten hat eben viele mit einer Generationenverschiebung zu tun. So treten dann für die nächste Sammlergeneration andere (ihren Kindheitserinnerungen entsprechende) Sammelobjekte an die Stelle der Sammelobjekte der Vorgängergeneration, was sich dann eben auch in den Preisen wiederspiegelt, die für jene Objekte stets aktuell von Sammlern so bezahlt werden.
      Aus diesem Grund vermute ich mal, daß in den nächsten Jahren die Sammlerpreise für die Quartettspiele aus den 70ern wohl noch etwas ansteigen werden; vor allem für die Quartettspiele aus den späten 70ern und dann auch frühen 80ern. So ist es heute bspw. fast unmögliche bei Ebay noch ein SST-Quartett von FXS oder eine Quiz-Quartett von Berliner Spielkarten für unter 3Euro zu ersteigern! Vor etwa 10 Jahren noch wollte diese Spiele kaum einer haben, bzw. mehr als 5Euro für ein solches Quartett bezahlen (seltene Varianten jener Spiele jetzt mal ausgenommen). Und auch diese noch großformatigen TOP ASS-Spiele von ASS aus den frühen 80er-Jahren ziehen seit einiger Zeit preislich auch an. – Da sind eben jetzt immer mehr der Leute hier mit am Start, die nun mit genau diesen Spielen jenes Erscheinungszeitraums schöne Erinnerungen verbinden.
      Vermutlich werden sogar irgendwann mal – vielleicht in 20 Jahren oder so – die Quartettspiele aus den 90ern, eben aus jenen hier genannten Gründen, zu begehrten Sammelobjekten. Obwohl Quartettspiele in den 90ern ja bereits nur noch ein „Nischen-Spielzeug“ waren; und bei Kindern längst nicht mehr so beliebt wie zu der Blütezeit der Quartettspiele in den frühen 70er-Jahren. So erleben ja aktuell generell schon Spielsachen aus den 90ern ein kleines Hoch – hier allerdings vor allem alte Computer- und Video-Spiele aus jener Zeit. So hat die erste Generation des Game Boys heute schon Sammlerwert; ganz zu schweigen von den noch älteren Computerspielen aus den 80ern für bspw. den C-64, den Amiga oder den Atari ST – für diese Spiele als Originale (und noch auf Diskette) in OVP wird schon seit einiger Zeit eine Menge an Geld bezahlt – da gibt es aktuell einen richtigen Run auf diese Sachen! Allerdings ist das Sammeln solcher alten Computerspiele eben auch mit zwei Problemen verbunden – 1) man braucht dann auch noch die alte Hardware, um diese überhaupt dann spielen zu können und 2) Disketten etc. sind vergängliche Mediendatenträgen; d.h., wenn man dann Pech hat, laufen die – nach den Jahren, die die inzwischen auf dem Buckel haben – aktuell nicht mehr. … Quartettspielesammler haben dann eben manchmal „nur“ mit verknickten oder verschmutzen Spielkarten zu kämpfen – aber spielen kann man mit denen ja dann trotzdem noch; wenn eine Diskette hinüber ist, dann ist „Feierabend“…

      (Soviel mal für den Augenblick; ich muß jetzt leider auch erstmal wieder aufhören mit Schreiben. Es wird dann demnächst noch einen dritten und letzten Teil meines Kommentars hier geben, in dem ich etwas das Verhältnis Internet, Internetauktionshäuser, Börsen und Flohmärkte, sowie generell die Händler- Käufer-Thematik beleuchten möchte, da diese für das Thema „Preisverfall bei Quartettspielen bzw. nostalgischem Spielzeug generell – Ja oder Nein?“ hier auch eine ganz entscheidende Rolle spielt.)

      Viele Grüsse

      Sandra

      • Hallo,

        nun vielleicht noch ein paar Worte zu der Rolle von klassischen Spielzeugbörsen, Flohmärkten vs. Internetauktionshäuser:

        Im Gegensatz zu der in jenem verlinkten Artikel hier genannten Modellautobörse, die ja – laut dem Artikel hier – doch recht gut besucht war, glaube ich, daß solche „klassischen“ Modellauto- bzw. Spielzeugbörsen, bei denen man sich in einem großen Gebäude oder einer Halle die Stände der Verkäufer und Anbieter und deren angebotenen Waren dort anschauen kann, inzwischen doch sehr am Abnehmen und Verschwinden sind. So gibt es aktuell hier in Deutschland immer weniger solcher Börsen, und auch die Besucher- und Händlerzahlen dort nehmen – so zumindest unsere Erfahrung hier – immer mehr ab. Ich sehe als den Hauptgrund für dieses „Modellauto“- bzw. „Spielzeugbörsensterben“ das Internet und hier eben speziell die großen Internetauktionsbörsen – vor allem eben Ebay – an. So ist heutzutage bei Ebay 24 Stunden am Tag und in der Nacht Börse angesagt (und das mit Anbietern und Angeboten aus fast der ganzen Welt!), und da denken sich eben viele – warum solch ich mir noch die Mühe machen, kilometerweit zu einer bestimmten Börse zu fahren (was ja auch wiederum mit Zeit, Streß, Benzin- oder Bahnticketkosten verbunden ist), wenn ich mir Zuhause und bequem vom Sofa aus, die Angebote im Internet anschauen kann; und bei einem erfolgreichen Gebot bzw. Kauf die Sachen dann auch noch Nachhause geschickt bekomme. Diese Sache mit Ebay und co. hat natürlich auch seine Nachteile – alles ist dort natürlich irgendwie anonymer und unpersönlicher, es fehlt das richtige Gespräch zwischen Händler und Kunden (eben auch fachsimpeln, diskutieren und verhandeln, bzw. einfach der persönliche Kontakt von Angesicht zu Angesicht), und man kann sich die Sachen nicht direkt 1:1 vor dem Kauf ansehen, begutachten und in der Hand halten etc. Kurz: Jenen alten und klassischen Börsenflair kann einem das Internet eben nicht – oder zumindest nur begrenzt – bieten.
        Für den Sammler hat Ebay (ich nehme hier übr. Ebay jetzt mal exemplarisch für Internetautkionshäuser, weil Ebay wohl hier das bekannste und größte Internetauktionshaus weltweit ist; natürlich gibt es da auch noch andere, wie „Mercado Livre“ (Brasilien) oder hierzulande noch dieses „Robin Wood“ oder so ähnlich)) natürlich auch entscheidende Vorteile – so kam man dort Dinge aus seinem Sammelgebiet finden, die man wohl in 20 Jahren vergebens gesucht und auf keiner Börse und keinem Flohmarkt gefunden hätte. Die riesige Auswahl und das riesige Spektrum hier sind eben die entscheidenden Pluspunkte von Ebay.
        Und dann – jetzt komme ich zum eigentlichen Thema Preise – haben Ebay und co. für den erfahrenen (allerdings eher nicht für Neueinsteiger!) Sammler den inzwischen auch entscheidenden Vorteil, daß der Internetauktionsmarkt heutzutage die Sammler-Handelspreise für Sammelgegenstände recht gut festlegt – natürlich gibt es zwar auch hier immer mal preisliche Ausreißer nach oben oder nach unten, aber wenn man bestimmte Artikel eine Zeit lang hier beobachtet, hat man nach einer gewissen Zeit dann doch ein recht konkretes Bild, für welchen Geldbetrag diese aktuell so gehandelt werden. (Das man natürlich gleiche Artikel auf einem normalen Flohmarkt für viel weniger Geld bekommen kann, ist natürlich auch klar, aber die Chancen für so einen Flohmarktfund sind eben auch wiederrum relativ gering.) Händler der alten Schule werden mich zwar wohl für diese Aussage verfluchen, da vielen von Ihnen durch Ebay und co. und das riesige und ständige Angebot dort, vielfach ihre einstigen Preise nun in den Keller purzeln. Aber so werden eben auch sie auf den Boden der Tatsache zurückgeholt, daß man eben – wie noch in Zeiten vor Ebay und der heutzutage ja damit einhergehenden ständigen Verfügbarkeit von nostalgischem Spielzeug – mit vielen einst ja sehr teuer gehandelten Sachen heute keinen Reibach mehr kann. Zwei Beispiele zum besseren Verständnis, was ich hiermit konkret meine: Mitte der 90er-Jahre bspw. konnte man mit sehr viel Glück auf normalen Flohmärkten Europa-Hörspielcassetten aus der Horror-Reihe „Macabros“ finden. Flohmarkthändler, die sich mit der Seltenheit, dieser Hörspielreihe auskannten, verlangten damals teilweise Preise über 50DM für eine(!) solche Hörspielcassette (die dann oftmals noch in einem schlechten Zustand war, ein ausbleichtes Cover hatte, etc.), und trotzdem wurden diese Cassetten für jenen Preis damals gekauft. Weil man eben überhaupt froh war, so eine Hörspiel-Cassette überhaupt zu finden! Durch Ebay heute, wären solche Preise für dermaßen „abgelutschte“ Cassetten nicht mehr denkbar, da hier nun eigentlich jede Woche diese Hörspiele im besseren Erhaltungszustand und zu günstigeren Preisen angeboten werden. (Allerdings muß hierzu noch vermerkt werden, daß Europa diese Hörspielreihe (neben weiteren alten Hörspielreihen) in den späten 90er-Jahren dann auch wieder neu auflegte – „Rückkehr der Klassiker“ hieß das); alllerdings sind diese Neuauflagen nicht komplett mit den alten Auflagen identisch, sondern habe alle eine andere Hintergrundmusik (aufgrund eines Rechtsstreits mit dem Komponisten der Musik der alten Auflage, mußte diese bei der Neuauflage geändert werden) und auch enthalten einige dieser Neuauflagen Zensurkürzungen aufgrund des Jugendschutzes).
        Ein zweites ähnliches Beispiel – ebenfalls so Mitte der 90er-Jahre – also lange bevor das dann alles mit dem Internet und mit Ebay so richtig losging, konnte man auf Börsen und Flohmärkten wahre Mondpreise für die alten Star Wars Actionfiguren (heute ja „Vintage-Figuren“ genannt) bezahlen – auch hier mußte man dann teilweise bspw. für einen vollkommen ausgeleierten und bespielten Han Solo in Carbonite oder einen Amanaman (ich nehme jetzt mal zwei Figuren aus der hier unter Vintage-SW-Figurensammlern sehr gesuchten „Last 17-Reihe“) mindestens mal 40DM oder 50DM (oder noch mehr) hinblättern- und dies wurde dann auch bezahlt, eben aus dem einfachen Grund, weil man überhaupt froh war, solch eine Figur – stark bespielt hin oder her – zu finden. Auch dies wäre heute nicht mehr denkbar – so bekommt man heute alte bespielte SW-Figuren bei Ebay fast schon nachgeworfen. Einzig wirklich hohe Sammlerpreise haben hier nur noch toperhaltene Figuren, die noch im Blister – und dann am besten noch mit „Grading“ – sind; eben diese sogenanten „MOCs“ (also „mint on card“). Bei den alten „vintage“ Master of the Universe, die Juan hier angesprochen hat, sehe ich das übr. ähnlich – auch hier erzielen von den alten Figuren inzwischen nur noch toperhaltenen „MOCs“ Höchstpreise (vor allem ganz frühe Figuren dieser Reihe, wie die Erstauflage des „Faker“, oder auch ganz späte Figuren dieser Reihe, wie bspw. der „Mosquitor“). Ob, wie Juan es hier anmerkt die Neuauflagen dieser Figuren – sei es jetzt bei SW oder MoTU – die Sammlerpreise der alten Figuren aus den 80er-Jahren wirklich gedrückt haben, ist eine gute Frage, ich denke, ein wenig wird das bei dem ein oder anderen Sammler jener Figuren schon zutreffen – das er eben dann lieber zu der Neuauflage greift. Diese Neuauflagen jener Figuren sehen zwar „realistischer“ (dieses Wort klingt komisch bei Fantasyfiguren) aus, haben aber wohl nicht mehr diesen 80’s-Flair – dies ist aber wohl Geschmackssache.
        Dieser verstärkte Drang nur noch „MOCs“ zu sammeln kommt übr. aus den USA, wo dies schon lange das Non Plus Ultra für Sammler von alten Actionfiguren, aber auch von Modellautos ist. So geht nun auch hierzulande der Trend auch beim Sammeln von alten Matchboxmodellen immer mehr zu jenen Modellen im ungeöffneten Blister. Früher wollte die meisten dieser Blister bei den Matchboxmodellen kaum ein Sammler haben, da alle nur auf die Pappboxen standen (die ja eigentlich auch schöner sind, weil eben dort das spezifische Modell nochmal schön auf der Box auch abgebildet ist); heute allerdings sind diese Modelle im noch ungeöffneten Blister bei Matchbox-Sammlern schwer im kommen; und auch kann sich der Sammler bei solch einem Modell hier ja relativ sicher sein, daß es einerseite wirklich „mint“ ist und andererseits auch keine Fälschung ist. Sollte sich also jemand von euch in der nahen Zukunft eine Matchbox-Modellautosammlung aufbauen wollen, dann rate ich – kauft Modelle im Blister, die werden bestimmt in den nächsten Jahren noch einiges an Wert gewinnen. … falls aber dann trotzdem in 20 Jahren eure Matchboxmodellautosammlung von Modellen im Blister nichts mehr wert sein sollte, dann verklagt mich hier dann bitte nicht nachträglich für meine Prognose hier …😉 … letztlich bleibt das hier ja sowieso alle mehr oder weniger Spekulation.
        Zurück zum Thema: Auch die früher so geschätzen Händlerpreislisten-Kataloge für bestimmte Sammelgebiete haben – so meine ich – heute keine Zukunft mehr; durch das Internet etc. ist alles und eben auch die preisliche Entwicklung bestimmter Sammelgegenstände so viel schneller und vergänglicher geworden, daß solche Kataloge heute wohl schon kurz nach ihrem Druck schon wieder der Zeit hinterherhinken und veraltet sind. Derartige Preislisten gehören so nun wohl auch der Vergangenheit an.
        Vielleicht dies noch allgemein zu der Thematik Händler bei Ebay: Natürlich gibt es nach wir vor eine Menge Abzocker bei Ebay – damit meine ich vor allem solche Händler die nostalgischen Spielzeug für total überhöhte Sofortkauf-Preise dort einstellen. Diese Anbieter zielen aber eher eben gerade auf noch unerfahrene Sammler, die sich nicht so gut auskennen. Denn wenn man dann diverse Angebote vergleicht, bekommt man die gleiche Sache dann bei anderen Verkäufern oftmals um ein vielfaches günstiger. Nichtsdestotrotz gibt es aber eben noch genug Käufer, die auf solche überteuerten „Angebote“ hereinfallen. Aber wenn man da kauft ist man – so muß ich leider sagen – dann selbst Schuld. Würde diese Anbietern dann nämlich auf ihren überteuerten Artikeln sitzenbleiben, müßten sie irgendwann ja sowieso wohl oder übel von Ihren Mondpreisen Abstand nehmen.
        Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele nette und ehrliche Verkäufer bei Ebay (so wie es ja auch eigenlich sein sollte); so hat mein Freund bspw. eben gerade durch Ebay einige sehr nette Matchboxmodellsammler kennengelernt; und auch hier sei noch angemerkt, daß mein Freund dann einige seiner seltensten SF-Modelle nicht direkt über Ebay, sondern dann doch wieder privat von Sammlern gekauft hat, die er aber einst mal über Ebay kennengelernt hat (… laß‘ das jetzt aber nicht Ebay hören …😉 ).
        Auch noch ein paar Sätze zu den klassischen „normalen“ Flohmärkten – ich denke, daß es den normalen Flohmarkt – Internetauktionshäuser hin oder her – auch noch in 100 Jahren in seiner heutigen Form geben wird. Und auch, daß der klassische Flohmarkt wohl auch noch der einzige Ort ist, wo man wirkliche Schnäppchen machen kann (denn anderswo sind überall zu viele Kenner und Experten unterwegs). Allerdings wird es auch hier von Jahr zu Jahr schwieriger, seltene Sachen günstig zu finden; denn auch viele „Nicht-Sammler“ wissen inzwischen, daß es gewinntechnisch meistens bessser ist, die alten Sachen bei Ebay reinzustellen. Dies hat zur Folge, daß auch auf den normalen Flohmärkten das Angebot an seltenem und altem Spielzeug mehr und mehr zurückgeht.
        Zum Abschluß meiner Betrachtung dieser Thematik „Preisverfall bei altem Spielzeug – Modellautos / Quartettspielen“ möchte ich nur darauf hinweisen, daß man dieses Thema ja auch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten kann – denn sollte dies nämlich wirklich so zutreffen – sagen wir jetzt mal rein hypothetisch und auch für alte Quartettspiele – mit jenem Preisverfall, dann kann dies, jetzt mal ganz ehrlich, den Sammlern solcher Quartettspiele wie uns hier, doch eigentlich nur recht sein. Denn wenn man sich diese alten Spiele nur aus reiner Freude an den Spielkarten, aus ideellen Werten und Kindheitsnostalgiegründen kauft, ist es doch umso besser, wenn dabei der eigene Geldbeutel durch diese Sammelleidenschaft nicht übermäßig strapaziert wird. So kann man sich doch auch an einem Quartettspiel, welches vielleicht für 5Euro gehandelt wird, genauso erfreuen, wie an einem Spiel, daß für über 100Euro gehandelt wird. Anders sieht das dann natürlich für die Händler aus, die kommerziell mit altem Spielzeug handeln, oder für die Sammler, die ihre Quartettsammlung in erster Linie als eine (reine) Geldanlage für die Zukunft sehen. Hier wäre natürlich ein Werteverfall oder ein Preissturz fatal. Dies muß natürlich jeder Quartettspielesammler letztlich für sich selbst entscheiden; aber daß hier ein Risiko eines doch vielleicht einmal möglichen Werteverfalls der eigenen Sammlung ins Haus stehen könnte, sollte sich trotzdem jeder, der auf so ein Pferd gesetzt hat, durchaus einmal vor Augen halten.
        Für meinen Freund und mich steht nach wie vor die Freude an den Quartettkarten im Vordergrund unserer Sammelleidenschaft; und wenngleich einen seltene Stücke in der eigenen Sammlung doch vielleicht manchmal etwas stolz machen können – denkt trotzdem daran – es ist letztlich „nur“ Spielzeug.

        (Danke auch hier wieder an meinen Freund für so manche Detailinfos, vor allem bezüglich der SW- und MoTU-Figuren.)

        Auf eine Sache möchte ich hier nun noch kurz zu sprechen kommen – so habe ich euch ja von Fälschungen bei Matchboxmodellen berichtet; wie sieht es aber mit Fälschungen bei Quartettspielen aus?
        Es ist ja sicherlich vielen von euch bekannt, daß – auch bei Ebay – hin und wieder Scan oder Kopien von Spielkarten (meistens von Deckkarten) von manchen Verkäufern dort angeboten werden. Diese werden aber von jenen Verkäufern auch als solche klar deklariert und beschrieben; und sind auch von den Originalen noch recht deutlich zu unterscheiden.
        Nun hat mir zu diesem Thema allerdings eine Sache doch zu denken gegeben – und zwar Folgende:
        Eine Bekannte von fand diese „Spuk-Quartett“ von FXS aus unserer Sammlung so toll, daß sie uns fragte, ob wir ihr dieses Spiel einmal ausleihen würden, da sie dieses Spiel eben so toll findet und sich die Spielkarten dieses Spiels gerne kopieren würde. Wir haben ihr das Spiel dann ausgeliehen, und das Ergebnis dieser Aktion war dann für mich doch sehr überraschend und auch gleichzeitig auch beunruhigend. Als sie uns nämlich die kopierten und auch dann zurechtgeschnittenen Spielkarten zeigte, hatte ich massive Probleme diese und den Kartensatz des Originals noch auseinanderzuhalten! Das war so perfekt gemacht – auch von den Farben, der Pappe, der Dicke der Pappe etc., daß ich nur noch mit einer Lupe die originalen von den kopierten Spielkarten überhaupt noch ansatzweise unterscheiden konnte. Gut, sie hat dies jetzt sozusagen für ihren „Eigengebrauch“ gemacht. Aber stellt euch mal vor, jemand hat ihr Schlechtes im Sinn, weiß darüber Bescheid, welche Preise teilweise für so ein Quartett bei Ebay bezahlt wird und macht sich dann solche fast – und für den Laien sowieso – perfekte Duplikate und stellt diese dann als Originale bei Ebay oder sonstwo ein. Ich erwähne dies hier nur mal, daß man vielleicht auch hier in Zukunft bei jenem Thema zumindest etwas wachsam sein sollte

        Viele Grüsse

        Sandra

        • Hallo Sandra,
          vielen Dank für diese ausführlichen Anmerkungen und auch die Einblicke in die Automodellwelt!

          Die letzte Automodellbörse, die ich vor ein paar Jahren mal besucht hatte, war ziemlich gut besucht, aber das Angebot wirkte – wie in dem Artikel beschrieben – ebenfalls erschlagend. Kann mir schon vorstellen, dass da viele nur schauen statt zu kaufen. Oder halt mit einem einzigen Kauf ganz zufrieden sind. Im Grunde ist das heutzutage eher ein Event als eine Gelegenheit, was günstig zu kaufen. Dafür empfiehlt sich dann doch eher der Flohmarkt. Wenn man nichts bestimmtes sucht und Geduld hat, findet man auch mal was Interessantes (Vorgestern auf dem Flohmarkt fiel allerdings wieder der gefürchtete Satz: „Heute um sieben Uhr hatte ich noch viel mehr von diesen alten Quartetten für 1 Euro“ – mpf, für mich blieb dann nur ein Piatnik Weltstädte-Quartett von 1966 übrig…)

          Was den Einfluss von ebay auf Preise angeht, geb ich dir recht – so manche überteuerte Preisvorstellung relativiert sich. Und außer für die Leute, die mal mit der Hoffnung auf enorme Wertsteigerungen Sammlungen eingekauft haben, ist das auch nicht so tragisch.

          Statt Fälschungen findet man bei Quartetten öfter mal aus verschiedenen Sätzen zusammengemischte Spiele oder solche mit falscher Box – die sind dann ja auch keine echten Originale.

          Gruß Chris

        • Hallo Sandra,

          Ich weiß nicht, ob ich das richtig verstanden habe, ich kenne diese Fröhlichkeit, etwas in Flohmarkt zu finden, und dann eine Menge Geld bezahlen nur deswegen.

          In den 90er, wenn der Internet eine seltene Sache war oder noch nicht existiert hat, waren die Flohmärkte mehr wie eine Lotterie. Es gab keine Information über welche Autos bzw. Figuren am seltensten waren, oder anders gesagt, das Problem war nicht eine „last17“ Star Wars Figure um 25 Eur kaufen (heute sind um diese 70-80-90 Eur wert), aber ein Chewbacca oder sonst eine ganz normale Figur für den gleichen Betrag kaufen (heute: um die 5 Eur).

          Heutzutage sind die Verkäufer top informiert, und wissen, dass das gleiche Spielzeug beim eBay X Euro kostet.

          Also, meiner Meinung noch dazu, ist das die seltensten Sachen, werden ihren Wert länger behalten. Also, (wir kommen zu ein altes Beispiel), der Lamborghini Miura von Matchbox in gelb/gold wird ein Wert haben, die möglicherweisse steigt und sinkt Jahr nach Jahr, aber, hat dieses Auto der tow-slot, dann, es wird den Wert eher steigen, bzw. langer hoch bleiben. Das gleiche für Masters of the Universe, wie z.B. die Ultra-seltene (nur für Spanien und Italien hergestellte) „Laser Power He-Man“ und „Laser Light Skeletor“. In diesem Fall wird es interessant zu sehen, wie die neue erschienen „Repro-Figuren“, den Preis der alten Figuren beeinflussen.

          Zu die Idee, Automodelle in Blister zu kaufen, bin ich nicht ganz sicher. Heute gibt es zu viele Sammler, die das machen. In der Action-Figuren Welt ist das angefangen, meiner Meinung nach, als viele Leute die Star Wars Figuren von 1997 Tonnenweisse gekauft haben, weil sie gedacht haben, „die werden so wertvoll wie den alten“. Es gibt so viele Blisters von denen, dass sie ganz billig sind, also, ich glaube, den Wert ist/wird höher, je nach (1) wie populär die Linie war, und (2) wie viele/wenige Spielzeuge in guten, completen Zustand bleiben nach X Jahren.

          Du hast geschrieben: „die Sammlerpreise der alten Figuren aus den 80er-Jahren wirklich gedrückt haben, ist eine gute Frage, ich denke, ein wenig wird das bei dem ein oder anderen Sammler jener Figuren schon zutreffen – das er eben dann lieber zu der Neuauflage greift. Diese Neuauflagen jener Figuren sehen zwar “realistischer” (dieses Wort klingt komisch bei Fantasyfiguren) aus, haben aber wohl nicht mehr diesen 80’s-Flair “

          Ich habe mich wahrscheinlich nicht richtig ausgedrückt, ich wollte sagen, dass diese neue Figuren ziehen viele (Neu-)Sammler an, die die Spielzeuge in der 80er gehabt haben, und dass jetzt, statt den alten Figuren zu suchen, kaufen sich (oder seine Kinder) gleich die neuen, und zwar, weil die cooler ausschauen und besser gemacht sind. Also neue Auflagen drücken nicht den Markt „per se“, aber lassen potentielle Käufer aus den Gebraucht-Markt raus (also „indirekt“). Es gibt auch Sammler die alte und neue Figuren haben, aber sind nicht viele, und bestimmt nicht hartnäckige, würde ich sagen. Ich frage mich was passiert in 3-4 Jahre mit allen teurem Masters of the Universe „Classics“, die die Leute kaufen, in den Schachtel behalten werden, und mittlerweile mehrere Kubikmetern Raum brauchen => Nach meiner Theorie, diese Figuren werden nicht gespielt, also „(1) nicht populär“, und in 20 Jahre niemand wird diese Figuren kaufen wollen, weil kínder nicht emotionell dazu gebunden sind. Zusätzlich werden 90% alle verkaufte Figuren noch in Ihren Blister (inkl. weisse Kartonhülle) sein => also (2) sehr hoch, dann den Wert sollte sehr niedrig sein.

          Egal was, was mir am meistens gefällt hat, war deinen Schluss: je mehr die Preise sinken, desto besser für leidenschafte Sammler, die nicht sehr interessiert an den Wert sind, sondern nur an der Spaß, mit diesen Karten zu spielen, oder die Bilder zu schauen. Oder wie Chris (+/-) gesagt hat: das Geld dass du in deiner Sammlung steckts, kriegst nie wieder.

          Und das war alles, ich hoffe ihr versteht was ich (sehr schnell) geschrieben habe.

          Grüße,
          Juan

        • Wahrend ich gekocht habe, habe ich gedacht, dass Sandra eine Sammlung alten Matchboxs gemeint hat, also die klassische Superfast aus den 70er und früher… dann bin ich ganz ihrer Meinung. die werden noch teurer, besonders die seltenste Modelle, bzw. Modelle in der Schachtel, oder in der Blister.

      • Was ich mich allerdings frage, ob jemals Quartettraritäten aus den späten 70er und den 80er-Jahren so hohen Wert wie einige der 60er-Jahre Spiele haben werden (300 bis 500 Euro und mehr für manche ASS 616, die Eikon-Spiele, das erste FXS-Sportwagen-Quartett, Nürnberger Carrera und andere). Ja, diese SST-Spiele scheinen tatsächlich im Wert anzusteigen, aber bei 10-20 Euro ist dann doch Schluss.

        • Hallo Chris,

          das ist eine gute Frage … Also ich würde mal prognostizieren, daß wohl – jetzt was die „SST-Spiele“ von FXS angeht – bei diesen Spielen in 10 oder 20 Jahren so bei max.(!) 100Euro eine preisliche Obergrenze erreicht sein wird; eben auch für einige der sehr seltenen Ausgaben dieser „SST-Quartettreihe“. Preislich höher – so vermute ich – werden diese Spiele nicht steigen, denn dafür sind sie wohl nicht selten genug.

          Anders sehe ich dies allerdings für heute schon ziemlich seltene Quartettspiele von in erster Linie Piatnik und Nürnberger Spielkarten aus den späten 70er-Jahren – bei diesen Spielen könnte ich mir durchaus vorstellen, daß diese Spiele (oder zumindest ein paar ganz seltene Ausgaben dieser Spiele) in den nächsten 20 Jahren auch mal die 300Euro-Grenze knacken könnte.

          … ist aber alles eben nur eine reine Prognose meinerseits hier; d.h., ich würde dafür nicht die Hand ins Feuer legen … Denn: Überraschungen kann es hier in der preislichen Entwicklung einzelner Spiele immer geben.

          Viele Grüsse

          Sandra

  5. Hi, interessant. Ich sammle nicht alles was geht, Ich glaube kaum, das ich mehr als 20€ für ein Kartenspiel ausgeben würde. Der Preisverfall liegt wie schon öfter genannt am ehesten an der sinkenden Zahl der Sammler, denn damit sinkt auch die Zahl der Interessenten und daraus ergibt sich die Absatzproblematik für die Verkäufer. Glück für die spezialisierten Sammler und wahren Fans.
    Es ist sicher schwer die Jugend zu begeistern. Im Bekanntenkreis ist es bei Jungs nur immer eine kleine Phase, die nie bis sehr selten in eine Sammelleidenschaft übergeht. Ich habe ja mehr aktuelle Spiele als die aus um die 60er und 70er Jahre und die Hersteller geben sich IMO aktuell nicht wirklich Mühe. Verbindungen zu Online-Sachen okay, Apps auch okay. Aber für uns ist es ja eher das Spiel in der Hand zu haben, Druckfehlerchen zu finden. In den Geschäften liegen jedenfalls meist wenige Spiele und dann teilweise schon 2 Jahre alt.
    Einen Preisverfall wird es IMO so nicht geben, weil wie schon gesagt die Preise unserer Sammelobjekte eh nicht so hoch sind.

  6. Hallo Chris,

    vielleicht noch ganz kurz ein paar Worte zu jenem aktuellen Überangebot von Modellautos auf den Modellautobörsen, welches du hier ja auch nochmal explizit angesprochen hast:
    Ich denke, jenes Überanbebot kommt vor allem auch durch die vielen neu und aktuell produzierten Modellautos (meistens „Made in China“) zustande, die den Modellautomarkt in den letzten Jahren regelrecht überschwemmen. Bei diesen neuen Modellautos ist viel billig produzierter Schund mit dabei, aber eben auch einige sehr detaillierte und recht originalgeteue Modelle. Für den Modellautosammler, der sich allerdings nur auf die Modellautos spezialisiert hat, die so ca. bis 1980 produziert wurden (also ich meine jetzt nur die Modellautos selbst und nicht die entsprechenden 1:1-Vorbilderautos), sind diese Modellautos neueren Herstellungsdatums aber oftmals uninteressant.

    Und zu deiner aktuellen Flohmarkterfahrung noch kurz:
    Ja, solche Sätze von Händlern dort kennen wir auch! … da heißt es dann wieder mal – ‚wer zu spät kommt, der hat das Nachsehen …‘.
    Ich kann mich bspw. noch daran erinnern, daß wir irgendwann – Ende der 90er-Jahre war das – zufällig mal Mitten in der Nacht auf einem größeren Flohmarkt waren (dieser fand offiziell eigentlich erst am darauffolgenden Tag statt, aber viele Händler hatten dort schon am abend und in der Nacht vorher ihre Stände dort aufgebaut); auf jeden Fall hatte dort ein damals schon älterer Herr einen Stand mit nur toperhaltenen Modellautos aus den 70er-Jahren aufgebaut (auch mit vielen der heute sehr begehrten großen Plastikmodellautos aus jener Zeit). Wir hatten uns damals diese Sachen angeschaut, aber nichts gekauft. Später – am nächsten Vormittag – wollten wir dann aber doch nochmal zu diesem Stand hin, da wir uns im Nachhinein hier nun doch noch entschieden hatte, vielleicht ein paar Modelle bei jenem Händler zu kaufen. Als wir dort dann aber nochmal hingingen, war dessen kompletter Stand schon abgebaut und weg! Das war halt dann schon irgendwie dumm gelaufen; da hätte man eben gleich nachts dort schon zuschlagen müssen. Aber das fand ich damals schon irgendwie kraß – so hatte dieser Händler hier tatsächlich nur nachts seinen Stand auf jenem Flohmarkt aufgebaut. Gibt schon schräge Leute!😉 … vor allem ist dieses Begutachten von Flohmarktsachen mit der Taschenlampe ja auch nicht so jedem seine Sache …

    Viele Grüsse

    Sandra

    • Als ich selbst mal beim Riesen-Hallenflohmarkt mitgemacht hatte, kamen auch schon eine Stunde vor offiziellem Beginn die Profi-Aufkäufer und haben meine Schallplattenkiste durchwühlt, während ich noch das andere Zeugs auf den Tisch drapierte. Die möglicherweise besten Sachen waren dann schon vor acht Uhr weg. Ich versuch ja auch immer, möglichst früh bei einem Flohmarkt aufzuschlagen, aber der Mensch will ja auch mal ausschlafen!

  7. Hallo Juan,

    ich möchte hier nun noch kurz und eher stichwortartig auf einige Punkte eingehen, die du hier bezüglich meiner Kommentare zum Thema „Möglicher Preisverfall bei altem bzw. nostalgischem Spielzeug“ angemerkt hast.

    Vorab, so denke ich, haben wir hier allerdings wohl eine sehr ähnliche Meinung zu diesem Thema; aber eventuell habe ich mich bei ein paar Punkten meiner Ausführungen hier nicht eindeutig genug ausgedrückt, und es kam so vielleicht auch zu ein paar Mißverständnissen.

    – zum Thema Flohmärkte: Ich wollte hier keineswegs abwertend über die „klassischen“ Flohmärkte reden; es ging mir hier eben nur darum, daß durch Ebay und co. es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden ist, auf „normalen“ Flohmärkten seltenes Spielzeug von früher zu finden. Nichtsdestotrotz gehen mein Freund und ich nach wie vor gerne auf Flohmärkte, denn diesen einzigartigen Flair dort, kann einem kein Ebay oder sonst etwas wirklich ersetzen.

    – was mein Beispiel mit jenen sehr gesuchten „Last 17- Figuren“ aus der Star Wars-Vintage-Reihe angeht, wollte ich mit diesem Beispiel hier nur verdeutlichen, daß etwa in den 90er-Jahren – also in Zeiten vor Ebay – es gewiefte Händler auf Flohmärkten gab, die um die Seltenheit und Begehrtheit dieser Figuren bei SW-Sammlern wußten, und die deshalb selbst für total bespielte(!) Figuren dieser Reihe eine Menge Geld verlangten – eben weil sie es damals noch konnten – und weil eben damals dieses Geld für sehr bespielte Figuren dieser Reihe dann auch von Sammlern bezahlt wurde. Durch Ebay und co. sind solche Wucherpreise für bespielte SW-Figuren heute nicht mehr möglich. Aber natürlich werden auch heute noch sehr hohe Preise für diesen Figuren (bspw. für den Vintage Yak Face) bezahlt – aber nur noch für toperhaltene Stücke und eben am Besten auch noch als „MOC“.
    Und: Preislistenkataloge, die über die Seltenheit – auch mit expliziten Preisangaben – jeder einzelnen SW-Figur Auskunft gaben, gab es durchaus auch schon in den 90er-Jahren.
    Nur – hier gebe ich dir wieder recht – durch Ebay etc. wissen heute auch viel mehr Leute (auch viel mehr Laien) über die Seltenheit solcher Dinge – wie eben bspw. alte SW-Figuren – bescheid. Dies gab es früher so nicht.

    – und auch hier sind wir einer Meinung: Sehr seltene Varianten – wie eben bspw. jener hier schon öfter angesprochene Matchbox-Superfast Lamborghini Miura mit „tow-slot“ an der Bodenplatte – werden in den nächsten Jahren sicherlich noch einiges an Wert gewinnen. Standard-SF-Modelle hingegen, werden preislich nur langsam ansteigen und an Wert gewinnen.
    Gleiches gilt auch für seltenes Spielzeug aus der Masters of the Universe-Reihe aus den 80er-Jahren; neben den von Dir hier genannten Figuren, gab es hier in den 80ern bspw. auch mal ein MoTU-Playset mit dem Namen „Slime-Pit“; jenes Playset wurde von Mattel nie in Deutschland damals vertrieben (warum auch immer); aber bspw. in Frankreich. Unter MoTU-Sammlern aus Deutschland ist nun eben – aufgrund jener Umstände – gerade diese Set heute sehr begehrt, und es wird hier in Deutschland entsprechend auch relativ teuer gehandelt.

    – was nun diese Neuauflagen vor allem von den SW-Figuren angeht, gebe ich dir auch hier recht – denn hier sind viele Sammler, die sich in den späten 90ern diese Figuren als reine Wertanlage gekauft hatten, sehr eingegangen! Denn nur ein winziger Bruchteil dieser damals neuaufgelegten SW-Figuren erzielt heute hohe Sammlerpreise (meist sind das nur solche absoluten Erstauflagen jener Neuauflagen, die heute einen hohen Sammlerwert haben). Der Grund dafür, warum hier so gut wie keine Wertsteigerung erfolgte, liegt, so denke ich, in erster Linie daran, daß damals einfach zu viele Sammler so dachten, und deshalb heute eine MOC-Neuauflage-SW-Figur keine Seltenheit darstellt. So wurden diese Figuren von vielen Leuten eben gleich zu Beginn deren Verkaufs als Sammelobjekt gekauft und so auch nie aus der Verpackung ausgepackt. Währenddessen die alten SW-Figuren aus den späten 70er- und 80er-Jahren – so wie du es ja auch schreibst – in der Regel gleich von den Kindern ausgepackt wurden, und zum Spielen(!) benutzt wurden. Weshalb eben hier dann auch wiederrum die alten Vintage-SW-Figuren als MOC bei den Fans und Sammlern dieser Figuren heute so selten und gesucht sind.
    Ähnliches gilt sicherlich auch für die Neuauflagen der MoTU-Figuren. Zwar sind auch hier diese neuaufgelegten Figuren „realistischer“ (oder sagen wir besser detailgenauer) hergestellt, als die ursprünglichen Figuren aus den 80er-Jahren, aber dieser spezielle (Kindheitserinnerungs-)Flair, den die Sammler haben, die mit diesen alten Figuren als Kind noch gespielt hatten, geht – so meine ich zumindest – den neuaufgelegten Fiuren ab. So habe ich auch hier den Eindruck, daß hier die Hersteller heutzutage selbst, diese Figuren teilweise wirklich auch als Sammlerobjekte für Erwachsenen produzieren und nicht mehr als „bloßes“ Kinderspielzeug. (Für viele Modellautohersteller gilt hier übr. Ähnliches). Da wurde hier in den letzten ca. 20 Jahren ein ganz neuer Markt etabliert – Sammlerspielzeugfiguren für Erwachsene! Auch so etwas gab es früher nicht; oder nur sehr, sehr marginal. Und dieser Markt boomt heute auch – nur: Eigentliches Spielzeug, welches aber von vornherein als Sammelobjekt im Laden vertrieben wird, hat oftmals keine große Wertsteigerung in der Zukunft zu erwarten (so zumindest unsere persönliche Erfahrung hier).

    – als ich – für mögliche hier angehende Matchbox-Superfast-Sammler – den Rat abgab ‚kauft heute Modelle im Blister‘ (aufgrund einer doch sehr möglichen und absehbaren Wertsteigerung dieser Modelle für die Zukunft hier), meinte ich natürlich nur(!) SF-Modelle im Blister aus den 70er-Jahren (bis etwa dem Erscheinungsjahr 1980), und nicht später erschienene Matchboxmodelle, geschweige denn solche, die man aktuell im Spielzeugladen (eben diese billig produzierten „Made in China-Modelle“) kaufen kann.

    Dies also alles nur noch mal zur genaueren Erläuterung einiger Punkte dieses eben doch recht komplexen Themas; dennoch denke ich, daß wir beide hier doch letztlich im Großen und Ganzen – auch was diese ganzen nun hier von mir nochmal aufgelisteten Punkte angeht – einer Meinung sind.

    Und, wie schon gesagt, für meinen Freund und mich spielt die Freude an diesen Sammelgegenständen die Hauptrolle, und sie ist auch unsere Hauptsammelmotivation. Wir betreiben auch selbst keinen Handel mit altem Spielzeug (d.h., ein möglicher und hypothetischer Werteverfall von den Dingen, die wir sammeln, käme uns hier durchaus sogar entgegen), ferner geht es mir hier auch darum, aus unseren Sammelhobbies eine toternste und „verbissene“ Sache zu machen. Es sind letztlich für uns nur Freizeit-Hobbies, die einem Spaß bringen sollen; und es gibt ja auch weitaus wichtigere Dinge sonst noch so im Leben.

    Diese ganze Sache mit einem ‚Preisverfall von nostalgischem Spielzeug – Ja oder Nein‘, kann man natürlich auch ganz kurz in einem Satz zusammenfassen – ‚Eine Sache ist soviel wert, wie jemand bereit ist, dafür zu bezahlen.‘ (So, wie es ja auch der eine Händler in Chis‘ verlinkten Artikel hier sagt.) Damit wäre ja eigentlich auch schon alles zu diesem Thema gesagt; mir ging es hier in meinem diesbezüglichen Kommentaren aber eben vor allem darum, ein paar Ursachen und Hintergründe zu dieser Thematik auszuleuchten.

    Viele Grüsse

    Sandra

  8. Es ist ein Fehler, seine anfänglich auf Kindheitserinnerungen basierende Quartett-Sammlung aus Gründen der Erwartung potentieller Wertsteigerungen immer weiter aufzustocken und dies noch möglichst rasch. Es hat sich wiederholt gezeigt, dass der hierfür notwendige Aufbewahrungsplatz ebenso zum Problem wie die Übersichtlichkeit der Sammlung. Hat man dann noch einige Stücke für mehrere Hundert Euro pro Exemplar ergattert und hört, dass man bei einem Verkauf sein eingesetztes Geld möglicherweise nicht wiedersieht, endet der Spaß am Sammeln sehr schnell.
    Ich persönlich glaube auch, dass das allgemeine Interesse an Quartetten mit dem Aussterben der alten Spielergenerationen schwinden wird. Eine gesicherte Zukunft mit entsprechender Nachfrage sehe ich allerdings ganz klar für diejenigen Quartette, die bis ca. Ende der 50er Jahre in Kartonschachteln angeboten wurden,

    • Hallo Petra,

      ich hatte ja hier in meinen Kommentaren zu diesem Thema „Konjukturkrise und möglicher Preisverfall bei nostalgischen Quartettspielen“ schon einiges geschrieben.

      Prinzipiell gebe ich dir hier recht – d.h., schlußendlich (so meine letztendliche persönliche Meinung zu diesem Thema hier) sollte man als private(r) Quartettsammler oder -sammlerin, nostalgische Quartettspiele wirklich eher nur aus reiner Freude an den jeweiligen Spielen selbst sammeln und diese Spiele dann auch nicht als eine große und potentielle Wertanlage für die Zukunft sehen. Hierbei sollte man sich dann eben bei einem Kauf von selteneren oder gar sehr seltenen Spielen gut überlegen, ob man dann dafür wirklich teilweise doch recht hohe Geldsummen bezahlt, bzw., ob einem persönlich bestimmte Spiele auch wirklich so viel Geld wert sind. Denn der für solche Spiele bezahlte Geldbetrag ist dann logischerweise erstmal weg. … und man sollte hier dann eben auch nicht darauf hoffen, jenen bezahlten Betrag in ein paar Jahren bei einem möglichen Wiederverkauf – womöglich dann potenziert – wiederzubekommen.

      Für richtige Händler von nostalgischem Spielzeug (also auch von alten Quartettspielen) sieht dies natürlich anders aus, aber dies ist sowieso klar. D.h., wenn man also nostalgische Quartettspiele allein aus Gründen persönlicher Freude und Spaß an, bzw. mit diesen Spielen sammelt, und diese sowieso in naher Zukunft selbst dann nicht mehr weiterverkaufen möchte, dann kann einem – jetzt mal ganz lapidar gesagt – eine mögliche Wertsteigerung hier ja relativ egal und gleichgültig sein.

      Was das Lagern, bzw. das Aufbewahren von Quartettspielen angeht, so finde ich hier hingegen, daß dieses Thema – selbst bei größeren Quartettspielesammlungen – jetzt nicht so ein großes Problem darstellt. So kann man Quartettspiele bspw. doch gut aufeinander stapeln und so z.B. schön in Schubladenschränken in einem trockenen und normal temperierten Raum aufbewahren – so sind die Quartettspiele gut geschützt und nehmen auch nicht so viel Platz weg.

      Auch sehe ich bei der Übersichtlichkeit – auch von umfangreichen – Quartettspielesammlungen nicht so das Problem. Denn Quartettspiele kann man bspw. sehr gut zunächst nach Hersteller und dann nach Erscheinungsjahr sortieren. So behält man einen guten Überblick über die einzelnen Quartettspiele einer Sammlung.

      … sammelt man hingegen bspw. Modellautos in einem größeren Maßstab (also 1:43 und größer), dann hat man oftmals sehr schnell und mit zunehmenden Modellen ein echtes Platzproblem – vor allem dann, wenn die Modelle lose (also ohne OVP) sind. … dagegen ist, wie ich finde, die Lösung von Platzproblemen bei Quartettspielesammlungen keine allzu große Herausforderung.

      Viele Grüsse

      Sandra

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