Panzer (FX Schmid)

FX Schmid 53422 • 1973 • Titel: Gepanzerter Mannschafts-Transportwagen M-113 •  Als Kind besaß ich eine kleine Armee an Plastikpanzern, die ich in heftige Kinderzimmer-Schlachten gegen eine ganz ähnlichen Truppe eines Freundes schickte (zum Entsetzen meiner Eltern). Toll! Panzer-Quartette hingegen fand ich damals aus irgendwelchen Gründen total langweilig. Heute gefällt mir  zum Beispiel dieses FX Schmid Panzer-Quartett durchaus! Einerseits wirkt es mit den feldgrau eingefärbten und lustlos auf die Karten gesetzten Fahrzeugen besonders dröge. Andererseits passt ja gerade diese Optik bestens zum unfröhlichen Militärthema. Ziemlich inkonsequent, dass auch drei richtige Fotos im Quartett verwendet wurden. Enthalten sind zum Beispiel Schützenpanzer Marder, Bergepanzer Standard, Brückenlegepanzer Centurion, Jagdpanzer SU-100, Kampfpanzer Leopard sowie Panzermörser, Flakpanzer, Spähpanzer, Haubitzen und was sonst noch alles des Artilleristen Herz erfreut.

Hier die weiteren FXS Panzer-Quartette mit Nr. 53422 im Großformat:

  • 1969: Militärfahrzeuge, Titel Panzerhaubitze M-109 (coloriert)
  • 1970: Militärfahrzeuge, Titel  Spähpanzer M-551 General Sheridan
  • 1971: Panzer, Titel: Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1972: Panzer, Titel: Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1974: Panzer, Titel:  Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1975: Panzer, Titel Panzerhaubitze M-109 (Foto)
  • 1976: Panzer, Titel Kanonen-Jagdpanzer
  • 1977: Panzer, Titel Mittlerer Kampfpanzer Leopard 1 A2

Die Kartensätze der Versionen von 1971 bis 1974 haben nicht nur das gleiche Titelfoto, sondern auch gleiche Karten (Quelle: Quartettportal). 1978 erschien noch ein Panzer-Doppelspiel mit Nr. 62322, danach ging die Serie mit der Nr. 53410 im Skatformat weiter. (Vielen Dank an Klaus für das Spiel.) • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

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Internationale Spitzenklasse (ASS) b

ASS 3177/2 • ca. 1979 • Titel: Ferrari BB • Aha, diese Autos repräsentierten also vor vierzig Jahren die Internationale Spitzenklasse des Automobilbaus? Mit Rolls-Royce Silver Shadow II, dem Chef-Mercedes 450 SEL 6.9, Porsche Turbo, Lamborghini Countach und Ferrari Berlinetta Boxer wär ich ja einverstanden. Mit den drei älteren Monteverdi erst recht. Aber dann tauchen noch vier peinliche „Replicas“ im Quartett auf. Die Ende der Siebziger angesagte und heute zu Recht ausgestorbene Autogattung ist vertreten durch Bugatti VW, Panther, einem Jaguar-Nachbau und einem Morgan. Und dann kommt noch der grausige 4-Zylinder-Mustang II, der schlappste „US-Schlitten“ überhaupt! Insgesamt steht das Spiel also nicht 100% für Spitzenklasse – aber doch für ein sehr feines Stück automobile Zeitgeschichte. Eine Auflistung aller Spitzenklasse-Quartette findest du hier -> • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€-€€€

Rennwagen (Eikon)

Eikon o. Nr.  • ca. 1967 • Titel: Lotus Formel 3 • Normalerweise habe ich ja alle Quartette, über die ich schreibe, in meinem Besitz. Dies hier ist eine Ausnahme – was daran liegt, das es extrem selten und begehrt ist und entsprechend teuer gehandelt wird. Und es widerstrebt mir noch etwas, mehrere Hundert Euro für ein Quartett auszugeben … Jedenfalls, dieses Spiel hat nicht nur eine einzigartige Stellung in der Sammlerwelt, sondern weist noch weitere Besonderheiten auf: Die 36 Karten haben ein ungewöhnliches Großformat (12,5 x 7,8 cm lt. Herbert Kutters Katalog) und stecken nicht in einer Box, sondern in einer weichen Plastikhülle mit Prägung. Die Bilder tauchen in keinem anderen Autoquartett auf, allerdings sind viele Modelle auf den Fotos angeschnitten. Am Start sind übrigens nicht nur Rennwagen wie Porsche Carrera 6, Ferrari 250 LM und diverse Formel 3 und Formel V sondern auch Sportwagen, etwa Triumph Spitfire, Ferrari 330 GTC, Lotus Elan und Maserati 2 Posti (bekannt als Mistral). Darunter befinden sich einige selten gesehene Sonderkarossen. Insofern lohnt es sich vielleicht schon, für das Quartett ein paar Hunderter locker zu machen, wenn es mal bei ebay oder woanders auftaucht! (Bilder sind von Monika.)

Mindestens genauso rar und wertvoll sind die anderen beiden Eikon-Quartette Personenwagen I und Personenwagen II in gleicher Ausstattung. Im Laufe der letzten ca. 7 Jahre habe ich folgende Verkaufspreise für gut erhaltene, komplette Eikon-Quartette bei ebay gefunden (aufgerundet):

  • Rennwagen: 560 €
  • Personenwagen I: 232 €, 407 €, 481 €
  • Personenwagen II: 719 €, 510 €

Naja, irgendwann werde ich weichgekocht sein und es trotzdem kaufen oder am besten mit etwas Glück für ’nen Zehner auf dem Flohmarkt aufspüren! • Seltenheit: ◊◊◊◊◊ Wert: €€€€€€

3 Städtequartette (Pestalozzi, Berliner, Bielefeld)

Heute geht’s auf einen Ausflug in ein recht verkanntes Untersammelgebiet der Quartettwelt: die Tourismus-Quartette, Abteilung Städte und Bauwerke. Mit diesen Spielen lässt sich zwar nicht trumpfen, dafür sind das oft sehr schöne Zeitdokumente. Hier drei ausgewählte Städtequartette aus drei Jahrzehnten:

Städte-Quartett • Pestalozzi 6105 • ca. 1965 • Titel: Eiffelturm • Die 24 Karten zeigen Bauwerke europäischer Städte als farbenfrohe, hübsch naive Gemälde. Die Auswahl beschränkt sich allerdings auf die sechs Länder, deren Flaggen auf dem Deckblatt zu sehen ist. Hier hätten wir z.B. Brandenburger Tor, Hamburger Rathaus (noch mit Autos davor), Eiffelturm, Burgtheater und Amsterdamer Schloss. Ein ziemlich rares Quartett mit einer ungewöhnlichen, extrem flachen Plastikbox. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €-€€€

Weltstädte • Berliner Spielkarten 8417 • 1987 • Titel: Berlin • Diese Ausgabe erschien zum viel gefeierten 750. Berlin-Jubiläum. Klar ist meine damalige Heimatstadt mit dabei, die Weltreise startet aber in New York. Von Südamerika (Mexiko, Rio de Janeiro) geht es für einen längeren Aufenthalt nach Europa (Hamburg, Zürich, Oslo, London, Rom), dann folgen Abstecher nach Afrika (Kairo, Kapstadt) und Asien (Peking, Tokio), bis die Tour in Melbourne endet. Interessant sind nicht nur die historischen Bilder, sondern auch die informativen Texte darunter. – Dieses Quartett gibt es auch mit Werberückseite der Sparkasse, außerdem als Varianten von Schmidt Spiele und Pelikan. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €-€€

Bielefeld-Quartett • Sparkasse Bielefeld • 1979 • Titel: Sparrenburg • Nicht jeder ist davon überzeugt, dass Bielefeld tatsächlich existiert. Dieses einzigartige Städte-Quartett ist ein Indiz: Der Ort scheint nicht nur real zu sein, sondern kann sogar mindestens 32 Gebäude und Attraktionen vorweisen! Toll ist der lupenreine 70er-Jahre-Stil, in dem Sennestadt-Haus, Sparkassen-Zentrale, Freibad, Tierpark und Stadttheater illustriert sind. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €-€€

Ein weiteres, besonders attraktives Städte-Quartett habe ich bereits vor einigen Jahren vorgestellt: Weltstädte (Piatnik).

Super-Jets (Kaufring)

Kaufring/ASS 3127/2 • 1976 • Titel: Boeing 747-200 F • Die Quartette der alten Kaufhaus-Kette Kaufring zählen eher zu den Exoten in der Quartettwelt. Schade nur, dass es sich dabei nicht um wirklich eigenständige Entwicklungen handelt. Es sind vielmehr Varianten der ASS-Quartette des 1976er-Jahrgangs (das sind die mit den Penny-Punkten). Die Karten sind identisch, die Unterschiede beschränken sich auf die blaukarierte Rückseite und das blaue Kaufring-Deckblatt. Auf dessen Rückseite wird ASS als Hersteller genannt.

So ist das vorliegende Flugzeugspiel sozusagen die Coverversion von Moderne Jets, ASS-Artikel-Nr. 3207/5, Titel: Grumman Golfstream II. Ein schönes Quartett, mit allerlei Verkehrsflugzeugen, die uns in den Siebzigern nach Kreta oder Ibiza brachten: Boeing 747 B, McDonnell Douglas DC 10, Lockheed TriStar und Boeing 737-100, Urahn des aktuellen Pannenfliegers 737 Max. Dazu kommen ein paar russische Maschinen in den Farben der Aeroflot (Tupolow, Jakowlek, Iljushin), eine Handvoll eleganter Geschäftsflugzeuge und natürlich die unvermeidliche Concorde.

Weitere Kaufring-Quartette (in Klammern die ASS-Vorbilder von 1976):

  • Diesel- u. E-Loks, Nr. 3125/4, Titel Triebwagen 403 (= Loks, ASS 328/4)
  • Marine, Nr. 3126/3, Titel Iowa (= Kriegsschiffe, ASS 3210/0)
  • Pisten-Asse, Nr. 3124/5, Titel Horag-Giger Has 6 (= Rennwagen, ASS 3288/8)

Ich bilde mir ein, dass ich auch mal ein nicht-technisches Quartett von Kaufring gesehen habe (Tiere oder sowas), kann das jemand bestätigen? • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

Autorennsport (FX Schmid)

FX Schmid 58422 • 1976 • Titel: Ferrari 312 T • Wer ist schneller und stärker, Formel 1, Prototypen, Tourenwagen oder Stock Cars? Dieses Quartett ermöglicht den großen Vergleich aller relevanten Rennklassen der Mitt-70er Jahre. Es treten an: acht Formel 1 mit dem damals amtierenden Weltmeister Niki Lauda im Ferrari (auf dem Titel). Gefolgt von Vorjahressieger Emerson Fittipaldi im McLaren und den kommenden Champions James Hunt (damals noch Hesketh) und Jody Scheckter (damals noch Tyrrell). Unter den Kontrahenten: Jochen Maas im Alfa Romeo T 33.3 Prototyp, Rolf Stommelen im grandiosen Ford Capri Tourenwagen und Richard Petty im Dodge Charger. Und siehe da, alles in allem bringen die vier Stock Cars mit ihren riesigen Hubraum- und PS-Angaben die besten Chancen für den Quartettsieg mit!

Hier eine Auflistung der großformatigen Rennwagen-Quartette von FX Schmid:

Keine Ahnung, warum man 1975 den Namen und die Artikelnr. änderte.  Mit der Umstellung aufs kleinere Skatformat wurde es noch unübersichtlicher: Die späteren FXS Rennwagen-Quartette hießen unter anderem Grand Prix, Racing, Rennwagen, Rennsport, Motorsport und Pole Position.  • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

Kulturfestival sucht Autoquartett-Sammler!

Das Autoquartett scheint nun endgültig in den höheren Sphären der Kunst- und Kulturszene angekommen zu sein. Beleg dafür ist eine Anfrage vom Internationalen Performancefestival „Wunder der Prärie“ an den Quartettblog. Für die Diskursreihe „Autoquartett – Gespräche zur aktuellen Verkehrslage“ rund um die Kulturgeschichte des Autos wird ein passionierter Autoquartett-Sammler gesucht.  Er (oder sie) soll mit dem Publikum eine moderierte Runde Quartett spielen, ein Interview zum Lieblingsquartett geben und vielleicht sogar einige Ausstellungsstücke beisteuern. Klingt ganz amüsant, finde ich, zumal ggf. Reisekosten, Unterkunft und vielleicht auch eine Aufwandsentschädigung drin sind… Wer also vom 20. bis 24. September Zeit hat und idealerweise in der Nähe von Mannheim wohnt, möge sich beim Kurator Sebastian Bauer unter <seb-bauer@gmx.de> melden!  Infos auch hier: www.zeitraumexit.de