Motorräder (Bergmann)

Motorräder-Quartett von „Bergmann immer aktuell“Bergmann 53822 • 1971 • Titel: Kreidler Florett RS • Als „krass“ noch „echt stark“ hieß: Dieses Spiel stammt aus der Zeit, als Jungs noch vom Motorradfahren träumten! Die Geldgeschenke der Verwandtschaft hätten vielleicht für ein gebrauchtes Quelle-Mofa gereicht, doch leider fehlten noch ein paar Jahre bis zum ersehnten 15. Geburtstag. Ersatzweise zockten wir dann halt Motorrad-Quartett. Zum Beispiel mit dieser Rarität von Bergmann. Der Sammelbilder-Produzent aus Unna hatte schon Ende der 60er Jahre für einige Fußball-Quartette mit FX Schmid kooperiert. Für das abgebildete Spiel wurde nun das 71er Motorrad-Quartett von FXS herangezogen und mit einem neuen Deckblatt versehen. Im Gegensatz zum Original mit der fetten Harley Davidson Electra-Glide (1a) auf dem Titel surrt hier eine deutlich schlankere Kreidler übers Deckblatt. Weitere Highlights, im Kartensatz nach Hubraum sortiert: die spektakuläre Münch 4 mit NSU-Motor, die Wankel-Hercules, die BMW R 75/5 (mit knallorangenem Fahrer!), diverse Yamahas auf dem Nürburgring, die MZ ETS 250 aus der DDR und als letztes die niedliche Honda Dax. „Klasse“, hätte man früher wohl auch dazu gesagt… Die Auflistung der großformatigen FX Schmid Motorrad-Quartette findest du hier ->, die der technischen Bergmann-Quartette hier ->. Ach ja, beim Titelblatt gibt es eine einzigartige Besonderheit, wer weiß es? • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

Saurier und Urtiere (FX Schmid)

Das Quartett „Saurier und Urtiere“FX Schmid 62422 • 1978 • Titel: Tyrannosaurus Rex • Dinosaurier-Alarm! Schon im Zeitalter vor „Jurassic Parc“ bevölkerten T. Rex & Co. die Spielzeugkisten, Bilderbücher, Federmäppchen und Pyjamas. Und der Was-ist-Was-Band Nr. 15 war natürlich Pflichtlektüre. Sicher hätte mich dieses tolle Dino-Quartett schon als Kind fasziniert: Hier stapfen Brontosaurus, Triceratops, Tyrannosaurus Rex und Stegosaurus durch stilvolle Urzeit-Dioramen (vermutlich aus dem Natural History Museum, London). Riesenlibellen und Flugsaurier beherrschen die Lüfte. Und gegen Ende des Quartetts lassen sich auch ein paar frühe Säugetiere blicken, etwa Mammut und Säbelzahntiger. Die Bilder wirken herrlich altmodisch und die Texte sind knapp aber ganz informativ. Dank der technischen Angaben konnten die Grundschul-Paläontologen das Quartett auch mit der speziellen „Saurier-Trumpf-Regel“ spielen. In den folgenden Quartett-Epochen entwickelten sich hieraus viele weitere Dino-Spiele:

Der Artenreichtum der Dinosaurier-Quartette

FX Schmid:

  • 1978: Saurier und Urtiere, Nr. 62422, Titel: Tyrannosaurus Rex
    – Deckblatt mit zusätzlichem Untertitel: Trumpfquartett
  • ca. 1982: Saurier Quartett (Tierwelt), o. Nr., Titel: Allosaurus
  • ca. 1990: Dinosaurier (Mini Quartett), Nr. ?, Titel: Titel Tyrannosaurus Rex
  • ca. 1994: Saurier – Tiere der Urzeit (Quiz-Quartett), Nr. 58001.1, Titel: Anclyosaurus
  • ca. 1995: Dinosaurier, Nr. 50256.3, Titel: Allosaurus (die gleichen Bilder wie 1978, aber viele geänderte Angaben, z. B. heißt der Brontosaurus nun Apatosaurus!)
    – mit Werberückseite Dino Park

ASS:

  • 1993: Dinosaurier, Nr. 30940, Titel: Tyrannosaurus Rex
  • 2002: Dinosaurier, Nr. 718358, Titel: Protoceratops (?)
  • ca. 2006: Dinosaurier, Nr. 719942, Titel: T. Rex + Brontosaurus
  • ca. 2007: Dinosaurier (175 Jahre Altenburger), Nr. 760265, Titel: T. Rex + Brontosaurus
  • ca. 2010: Dinosaurier (2 Spiele in 1), Nr. 990112, Titel: T. Rex + Brontosaurus
    – o. Nr., Rückseite Blockhouse-Werbung
  • 2015: Dinosaurier (Topass vertikal), Nr. 225 71994, Titel: T. Rex + Brontosaurus
  • ca. 2018: Dinosaurier (rote Fläche unten), Nr. 225 71994, Titel: T. Rex + Brontosaurus

Berliner Spielkarten:

  • ca. 1990: Saurier (Super Top Trumpf), Nr. 08295, Titel:  Tyrannosaurus Rex, Rückseite: Labyrinth
    – Rückseitenvariante: Smileys
    – Deckblattvariante: Schmidt Spiele Logo
  • ca. 1999: Dinosaurier, o. Nr., Titel: Grüner Saurier (?)
  • ca. 2006: Dinosaurier (+ TopAss-Logo), o. Nr., Titel: T. Rex
  • ca. 2010: Dinosaurier Mini, o. Nr., Titel: Stegosaurus
  • 2011: Dinosaurier, Nr. 310710, Titel: Triceratops
  • ca. 2015: Dinosaurier, Art-Nr. 225 97231, Titel: Brauner Saurier (?)

Sonstige:

  • 80er-Jahre: Pössneck, Tiere der Urzeit, Titel: Flugsaurier
  • ca. 00er: NDR, Dino Saurier, o. Nr., Titel: Tyrannosaurus Rex (vermutlich von ASS produziert)
  • ca. 00er: Disney, Dinosaurier Quartett, Nr. ?, Titel: 2 Dinos
  • ca. 2002: TopTrumps, Dinosaurier, Nr. 060017, Titel: T. Rex
    – Ausgabe 2009, Titel: Velociraptoren
    – Ausgabe 2011, Titel: Velociraptoren
    – Ausgabe 2012, Titel: T. Rex
  • ca. 2008: Grodzinski, Dinosaurier, Nr. 962300, Titel: Triceratops
  • ca. 2008: 4trümpfe, Giganten – Dinos & Säugetiere, Nr. 570113, Titel: Schleich-Dino
  • 2008: Kosmos, Willi wills wissen Saurier, Nr. 741303, Titel: Willi + T. Rex
  • ca. 2010: Moses, Dino-Quartett, Nr. 401533, Titel: Parasaurolophus
  • 2015: Kosmos, Was ist Was Dinosaurier, Nr. 741365, Titel: T. Rex

Im weiteren Sinne gehört noch das schöne ASS-Quartett Aus grauer Vorzeit von 1966 zu dieser Gattung, das aber nicht technisch spielbar ist und nur eine Handvoll Saurier enthält. Bin auf weitere Ausgrabungen gespannt – vielleicht findet sich auch noch das eine oder andere „Missing Link“. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€

Flaggenwechsel beim Sportwagen-Quartett 1967 (FX Schmid)

Sportwagen • F.X. Schmid II/86 52522 • 1967 • Titel: Ford GT 40 • Mit welchen Details man sich als Quartettsammler rumschlagen muss! Beim Vergleich von zwei Ausgaben des FX Schmid Sportwagen-Quartetts von 1967 fiel mir beim Deckblatt ein winziger Unterschied auf. Und zwar ist das Blau der französischen Flagge in der einen Ausgabe von 3/67 dunkelblau, fast schon violett. Bei der anderen Ausgabe von 7/67 ist es hellblau. Die Blautöne der anderen Flaggen sind aber identisch. Daran sieht man gut, dass es sich hier nicht einfach um einen helleren Druck handelt. Beim dunklen Blau ist noch Rot bzw. Magenta beigemischt, beim helleren nicht.

Neugierig geworden, hab ich mir die alten FX Schmid Spiele in meiner Sammlung näher angeschaut und auch noch die Fotos in Herbert Kutters Katalog und im Quartettportal herangezogen. Siehe da: Es stellte sich heraus, dass das Blau der französischen Flagge auf den Deckblättern bis 1966 immer dunkelblau/violett ist. Ab 1967 ist es dann immer hellblau (bzw. identisch mit dem Blau der US- und der GB-Flagge). Das Deckblatt mit dem Ford GT 40 ist das einzige, das ich in beiden Blau-Varianten habe. Sachen gibt’s!

Lokomotiven (FX Schmid) b

Quartettkarten von LokomotivenFX Schmid 52222 • 1973 • Titel: Fiat Triebwagen Y 0160 • Dieses Jahr müssen die besinnlichen Bahnreisen zum Familientreff rund um den Adventskranz entfallen. Statt sich also in eine rollende Sardinenbüchse zu quetschen, holen wir doch mal ein Lokomotiven-Quartett aus normalen Zeiten hervor! Diese 1973er Ausgabe von FX Schmid erfreut mit einem ganzen Hauptbahnhof voll bunter, rasant gestylter Loks. Trainspotter können hier schwere Diesellokomotiven aus Kanada, schnelle TEE-Loks aus Deutschland, den schicken „Mistral“ aus Frankreich und diverse Exoten aus aller Welt bewundern. Mein Favorit ist der japanische Triebwagenzug von 5c, der mir vage aus einem Godzilla-Film bekannt ist, wo er im Maul des Monsters endete. Auch mit roter Rückseite (selten).

Hier eine Auflistung der großformatigen Lokomotiven-Quartette von FX Schmid:

  • 1965: Nr. II/76, Titel: TEE 
  • 1966: Nr. II/76, Titel: DB E 03, 2d = DB 10
    – Fehler: 2d = DB 05
    – Werberückseite DEVK
  • 1967: Nr. II/76 52222, Titel: DB E 03, 2d = DB 10
    – Fehler: 2d = DB 05
  • 1968: Nr. 52222, Titel: DB E 03
  • 1969: Piatnik, Nr. 292, Titel: DB E 03
  • 1970: Nr. 52222, Titel: ÖBB 1042.5
  • 1970: Piatnik, Nr. 292, Titel: ÖBB 4010
  • 1971: Nr. 52222, Titel: ÖBB 1042.5
  • 1972: Nr. 52222, Titel: ÖBB 1042.5
    – Titel: Loks, schwarzrotes Logo
    – Titel: Loks, schwarzweißes Logo
  • 1973: Nr. 52222, Titel: Y 0160, Rückseite blau
    – Rückseite rot
  • 1974-75: Nr. 52222, Titel: Y 0160
  • 1976: Nr. 52222, Titel: Y 0160
  • 1977: Nr. 52222, Titel: DB ET 403
  • 1977: Dampfloks, Nr. 52122, Titel: Dampflok, +2 Extra-Karten
    – Titelalternative: 32 Blatt + 2 Extra-Karten

Genau wie das Titelbild wurden die Kartensätze nur alle zwei, drei Jahre geändert. 1969 und 1970 gab es auch Piatnik-Varianten mit gleichen Karten. Als wäre dies noch nicht kompliziert genug, unterscheiden sich die verschiedenen Auflagen eines Jahrgangs teilweise in den Blautönen der Rückseiten (Infos zum Teil von Herbert, Quartettportal, Quartettsammler, Quartettwahn und Michael). • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

Interview mit einem Quartett-Entwickler (1. Teil)

Karl-Heinz Rummenigge signiert sein Quartettspiel am FX Schmid Messestand

Wilfried Egly (Mitte) mit zwei Kollegen und Karl-Heinz Rummenigge am FX Schmid Messestand

Zu meinem Blogbeitrag über das Superinfo-Spiel bekam ich eine interessante E-Mail eines ehemaligen freien Mitarbeiters von FX Schmid, Herrn Wilfried Egly. Er war damals für die Entwicklung der Superinfo-Zusatzkarten in den FX Schmid Quartetten verantwortlich. Und nicht nur das! Wie sich nach einigem Schriftverkehr herausstellte, hatte er in den 70er- und 80er-Jahren an vielen bekannten Spielen von FX Schmid, ASS und Pelikan mitgearbeitet. Freundlicherweise hat sich Herr Egly zu einem ausführlichen Interview bereit erklärt, das einen tollen Einblick in die Quartett-Entwicklung dieser Zeit gibt! (Bilder von Herrn Egly.)
Quartettblog: Wie sind Sie Anfang der 70er als freier Mitarbeiter zu FX Schmid gekommen?
Wilfried Egly: Nach meiner Tätigkeit bei Ravensburger in der Produktentwicklung habe ich mich selbständig gemacht und benötigte für diverse Spiele und Puzzles für Kunden einen Hersteller und kam so in Kontakt mit Herrn Schmid bei F.X. Schmid in München. Meine fachliche Qualifikation, Schriftsetzermeister und Studium angewandte Grafik, führte dazu, daß ich als freier Mitarbeiter im Münchner Büro zu arbeiten begann.
Quartettblog: Haben Sie da an Quartetten mitgearbeitet?

Zwei FX Schmid Bundeswehr-Quartette 1976 und 1977

Egly: In erster Linie war ich für die verschiedensten Aufgaben im Spielebereich zuständig. Das reichte von Kalkulationen über technische Zeichnungen für Kartonagen und Displays, Musterfertigungen, Prospekte, Anzeigen, Messebau bis hin zu Andruck-Korrekturen. Außerdem entwarf ich zahlreiche Spiele im Kinderbereich. Einige erhielten die Auszeichnung ‚Spiel gut‘. Zu den Aufgaben gehörten natürlich auch die Quartette dazu. Innerhalb des Gesamtprogramms waren sie allerdings nur ein kleiner Teilbereich, der sich dann noch in den Auto- und Technik-Bereich und den der Kinderquartette aufteilte. Hier war der Anteil Gestaltung und Grafik naturgemäß umfangreicher. Die Arbeit an den Technik-Quartetten erfolgte durch einen Mitarbeiter und mich. War für mich natürlich eine Sache, in die ich mich erst so nach und nach einarbeiten musste.
Quartettblog: Haben Sie auch die Grafik für die Spiele gemacht?

Fachanzeige 1977

Egly: Von Grafik kann man hier nicht sprechen. Es ergaben sich immer nur mal neue Layouts, da sich das Firmenlogo mehrfach änderte und auch auf die Quartette übertragen wurde. 1973 wurde beschlossen, den Titel deutlicher in Textform oben auf der Karte zu präsentieren. Die Arbeit an den Kinderquartetten war wesentlich umfangreicher, nicht zuletzt durch die vielen Comicthemen, und hier ergaben sich viele Grafikaufgaben, die auch Displaygestaltung, Prospekte und Anzeigen betrafen. 1977 kam dann die Entscheidung, den Quartetten ein ganz neues Aussehen mit dem Emblem Super-Trumpf und eingebautem Firmenlogo zu geben. Für die Quartette entstanden natürlich auch diverse Anzeigen für Fachzeitschriften und Aussendungen.
Quartettblog: Wie entstanden die Quartette, woher kamen die Ideen, die Bilder und die technischen Angaben?

Fensterdekoration am Stand auf der Int. Spielwarenmesse in Nürnberg, 1978

Egly: Grundlage waren immer zunächst die bisherigen Quartette. Bei internen Besprechungen wurden die Planungen für das kommende Jahr diskutiert. Neue Titel wurden geplant oder Änderungen bei bestehenden Quartetten. In aller Regel erfolgte dann im Herbst die Entscheidungen auch für die Quartette. Das Bildmaterial wurde bei freien Fotografen angefragt aber z.B. auch bei Herstellern. Oft war das Bildmaterial in einem Quartett von verschiedenen Fotografen. Das Bild-/Vorlagenmaterial reichte von Kleinbild über Mittel- und Großformat bis hin zu Fotos oder Prospekten. Ich unterhielt damals ein kleines Archiv mit Schwerpunkt Militär, Eisenbahn und Luftfahrt sowie Blumen, Alpenblumen, Pilze und Zootiere, so daß das eine oder andere Foto Verwendung fand. Ich war regelmäßig auf der Luftfahrtschau in Hannover, der IAA in Frankfurt und bei den größeren Manövern in Deutschland mit Bundeswehreinheiten unterwegs. Die Daten wurden mitunter von den Fotografen mitgeliefert, aber man musste natürlich auch Fachzeitungen, Händler oder Produzenten zu Rate ziehen. Wichtig war vor allem auch die Berechnung und Festlegung der Bildausschnitte.
Quartettblog: Wissen Sie noch, wo die Autobilder und -daten für das Sammelquartett „Die tollsten Oldtimer“ herkamen? Und haben Sie auch bei den SST-Quartetten mitgearbeitet?
Egly: Das kann ich Ihnen heute nicht mehr sagen. Wahrscheinlich waren die Daten beim Bildmaterial dabei. Aber es ist auch sehr hilfreich, wenn man über viel Fachliteratur verfügt und so Daten recherchieren kann. Alle Quartette, auch die Oldtimer- oder die SST-Karten gehörten zu unserer Tätigkeit entsprechend der Notizen dazu. Bei den SST-Karten kam natürlich viel bereits vohandenes Bildmaterial zum Einsatz.
8 Superinfo-Spielkarten

Einige Superinfo-Karten, ca. 1980

Quartettblog: Sie haben ja auch die Superinfo-Karten entwickelt – waren diese Zusatzkarten ihre Idee? Was war Ihnen dabei wichtig?
Egly: Bei einer der anfallenden Besprechungen habe ich als Zusatzkarten die Info-Karten vorgeschlagen und einige Entwürfe dazu gemacht. Die Quartette haben ja als Bestandteil Informationen über Fahrzeuge und deren Daten. Ich wollte mit den Info-Karten mehr Informationen zu den jeweiligen Themen an die Jugendlichen herantragen. Ich muß mich heute selbst noch darüber wundern, wie ich diese Arbeit zustande gebracht habe, zumal damals alles noch über Vorlagenmontagen gemacht werden musste. Allein die Farbangaben für die Lihografieanstalt, heute wäre das mit dem PC wesentlich einfacher. Ursprünglich waren die Karten nur als Sammelkarten gedacht, in jedem Quartett zwei Karten (4 Seiten Info), bei denen es nicht auf die Menge ankam, denn als ‚Quartett‘-Spiel waren sie ja nicht zum Spielen geeignet. Ich denke, daß es ein Fehler meines Nachfolgers war, sie als eigenständiges Spiel ins Programm zu nehmen. Viele Karten wie z.B. Schifffahrt oder Eisenbahn passten da ohnehin nicht rein.
Quartettblog: Dann haben Sie FX Schmid verlassen und einige ASS-Quartette erstellt.
Egly: F.X.Schmid hat 1981 das Büro von München nach Prien ins Werk verlegt. So blieb mir leider nichts anderes übrig, als die Tätigkeit zu beenden. Durch die Spielwarenmesse hatte man ja so manchen Kontakt auch zu Wettbewerbern. So bekam ich von ASS für ein paar Familien-Quartette den Auftrag.

Vom Originalfoto zum großformatigen ASS-Quartett und zur späteren Umsetzung im  kleineren „Profiformat“

Der zweite Teil des Interviews folgt hier –>

Die tollsten Oldtimer (FX Schmid)

Das Extra-Quartett Die tollsten OldtimerFX Schmid o. Nr. • 1977 • Titel: Mercedes-Benz Typ 770 „Großer Mercedes“ • Während Hauptkonkurrent ASS zur Saison 1977 wieder den langweiligen Blitztrumpf herausholte, hatte FX Schmid eine deutlich bessere Idee, um seine Quartette ans Kind zu bringen: Den Spielen wurden Karten für sogenannte „Extra-Quartette“ beigelegt, die man nicht im Laden kaufen konnte. So gehören zu jedem Spiel des 77er-Jahrgangs zwei bestimmte Extrakarten plus jeweils das Deckblatt, auf dessen Rückseite eine Sammelliste abgedruckt ist. Für ein vollständiges Extra-Quartett mit 32 Karten muss man folglich 16 Spiele kaufen.

Luxus zum Sammeln

Die Sammelei lohnt sich aber. Die Karten des abgebildeten Oldtimerquartetts gehören sicher zu den Schönsten, die je von FX Schmid veröffentlicht worden sind. Und: Soweit ich weiß, findet sich kein einziges Foto davon in irgendeinem anderen Quartett wieder! Enthalten sind luxuriöse Klassiker im Querformat, vom geradlinigen Lincoln Continental über „Barockengel“ BMW 502 und Bugatti Typ 57 C Atalante mit ihren wundervoll geschwungenen Formen bis zum Stromlinien-Tatra 87. Dazu kommen weitere  Automobil-Legenden der Vorkriegszeit wie Packard V12, Bentley 3-Liter, Maybach W5 und schließlich ein Benz Spider von 1902. Dieser hochherrschaftliche Fuhrpark bildet somit eine gute Ergänzung zum regulären Quartett Sportwagen Stars von 1977, Titel Bugatti Typ 43, Nr. 58222, das eher die sportlichen Oldies enthält.

Auch heute noch erfordert es einigen Aufwand, das Sammelquartett zu komplettieren. Denn manche der 77er-Spiele sind relativ selten (etwa Lokomotiven) und dann fehlen die  Extrakarten noch sehr häufig. Ich hab schon gesehen, dass einzelne Extrakarten für zehn Euro bei ebay weggingen… Parallel erschien ein zweites Sammelquartett: Grand-Prix-Renner, Titel Ferrari 312 T2 – weniger ungewöhnlich, aber doch das einzige großformatige Formel-Rennwagen-Quartett von FXS. Danke an Michael und Reinhard für Fotos. • Seltenheit: ◊◊◊◊-◊◊◊◊◊ Wert: €€€€€€ (jeweils komplett)

Super Info Flugzeuge und Flugverkehr (FX Schmid)

Ein Kartenspiel mit Flugzeug-InfosFX Schmid 59310 • ca. 1981 • Titel: McDonnell Douglas DC-10 • Ein schwieriger Fall, dieses Kartenspiel! Es ist kein Quartett, denn es hat weder technische Angaben noch Quartettgruppen. Eigentlich ist es noch nicht mal ein Spiel, sondern nur eine Zusammenstellung von Infokarten, wie sie von 1980 bis 1982 in den FX Schmid Quartetten beilagen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich aber, dass die meisten dieser insgesamt 34 Super Info Karten gar nicht als Zusatzkarten in Quartettspielen verwendet wurden! Und umgekehrt: Die Zusatzkarten der diversen Flugzeug- und Raumfahrt-Quartette sind keineswegs alle im Super Info Kartensatz enthalten.

Der Name Super Info ist durchaus treffend, denn die Texte und Grafiken informieren wirklich umfassend über alle Themen rund ums Fliegen – z. B. Aerodynamik, Historie, Flugzeuge, Hubschrauber, sonstige Fluggeräte, Motoren, Flughäfen und Raumfahrt. Leider sind die Erklärungen teilweise etwas dröge, jedenfalls für die Was-ist-Was-Buch-Generation… Eigentlich dachte ich, dass diese aufwendigen Infos aus einem Buch stammten und einfach nachgedruckt worden sind. Nachtrag: Mittlerweile hat sich jedoch ein damaliger FX Schmid Mitarbeiter bei mir gemeldet und korrigiert, dass die Infos tatsächlich in wochenlanger Arbeit speziell für die Quartette recherchiert und erstellt worden sind! – Es existiert eine weitere Super Info Ausgabe: Autos und Motorräder, Nr. 59210, Titel Ford Fiesta. Beide Spiele sind recht selten, wahrscheinlich war das Konzept doch zu nerdig. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

IAA 83 und neueste Autos (FX Schmid)

FX Schmid 52610 • 1983 • Titel: VW, Audi, Mercedes, VW • Die IAA im September 1983 stand unter dem Motto Computer und Elektronik. Digitale Anzeigen und das sprechende Armaturenbrett wurden viel bestaunt, im Mittelpunkt stand jedoch der pragmatische Golf II. Der fehlt aber in diesem Quartett zur IAA 1983, genau wie einige andere Messe-Highlights. Klar, das Spiel nennt sich ja auch Vorschau! Andererseits sind mit Ford Sierra XR 4i oder Austin MG Maestro durchaus einige Messeattraktionen im Quartett zu finden. Es ist daher vermutlich irgendwann 1983 erschienen – obwohl 1982 auf der Deckblatt-Rückseite steht und der 1982er-Supertrumpf-Sammel-Pass beiliegt. Aber egal, unabhängig davon präsentiert sich hier eine tolle Eighties-mäßige Fahrzeugauswahl: von kantigen Alltagsautos (Toyota Tercel, Fiat Uno, Honde Prelude) bis zu sportlichen Exoten (Koenig Ferrari, Lamborghini Countach, Isdera Spyder). Laut Andreas‘ Quartettportal hat das FXS-Spiel Autos Aktuell von 1984, Nr. 50012, Titel: Sport Quattro, den gleichen Kartensatz. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€€

Jumbos + Jets (FX Schmid)

FX Schmid 52422 • 1977 • Titel: Boeing 747 • Erst Flugscham, dann Corona-Angst – heutzutage erscheint es fast anstößig, ein Flugzeug-Quartett zur Hand zu nehmen. Geradezu frivol der Gedanke, wie einfach es noch vor kurzem war, mit dem nächsten Flieger nach Mallorca zu düsen…! 1977 hieß die Hardware zum Traumurlaub noch Boeing 747 und 727, Airbus A 300 B, DC 10, Lockheed TriStar und Hawker Siddeley Trident. Erheblich mehr Prestige boten die kleinen Businessflugzeuge wie Rockwell Sabre und Dassault „Mystere“. Der Gates Learjet ist für mich sogar Inbegriff der fliegerischen Dekadenz – neben der Concorde, versteht sich, die hier natürlich auch mit am Start ist. Schönes Spiel!

Für fleißige Quartettsammler: die Extra-Karten von 1977

Als besonderer Verkaufsanreiz lagen zwei Extra-Karten für das Sammelquartett „Die tollsten Oldtimer“ und ein Extra-Deckblatt mit Sammelliste bei. Um dieses Spiel zu komplettieren, musste man lediglich 15 weitere Quartette kaufen … Das schafften nur die Wenigsten, darum sind vollständige Sammelquartette selten. Es gab noch ein anderes: „Grand-Prix-Renner“, das macht nochmal 16 Quartettkäufe. Insgesamt überschwemmte FX Schmid den Quartettmarkt 1977 mit 32 verschiedenen Titeln!

Bei fast allen Spielen dieses Jahrgangs existieren zwei Deckblatt-Ausführungen: In den ersten Auflagen steht „+2 Extra-Karten“ im gelben Balken, in den späteren Auflagen „32 Blatt + 2 Extra-Karten“. Kurz danach stellte FX Schmid auf das kleinere Skatformat um. Statt Extra-Karten konnten nun SST-Karten gesammelt werden. Kein Fortschritt, finde ich, denn besonders die Oldtimer-Karten sind sehr attraktiv. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

Autos (FX Schmid) c

F.X. Schmid 526 22 • 1976 • Titel: Peugeot 604 • Zum Anfang des neuen Jahres hatte ich mal wieder Lust, einen „ganz normalen“, völlig unexotischen Autoquartettklassiker hervorzuholen. Als Kind fand ich die Superautos, Rennwagen oder bizarren Prototypen vermutlich spannender – heute gefallen mir auch sehr die Quartette rund um die Serienautos. Bei dieser 1976er-Ausgabe der bekannten FXS-Autos-Reihe wurde die gewohnte Sortierung nach Hubraum umgekehrt. Darum startet das Quartett mit einigen großvolumigen US-Cars wie Cadillac de Ville und Oldsmobile Cutlass, gefolgt von Luxusgefährten wie Rolls-Royce Camargue und Mercedes-Benz 350 SE (der gleiche protzgoldene Schlitten mit dem eleganten Pärchen wurde in früheren Ausgaben der Quartettreihe als 450 SE geführt!). Erst ab Karte 4b beginnt die Mittelklasse mit dem schnittigen Titelmodell Peugeot 604, es folgen Volvo 264 DL, Citroen CX 2000, die keilförmige BLMC-Zitrone Princess 1800 HL, Opel Ascona 19 SR und schließlich VW Passat. Kleinwagen sind diesmal gar nicht dabei. Der VW Golf LS (8b) hat in meiner Ausgabe 70 PS, in späteren Auflagen ist er mit einem größeren Motor mit 75 PS vertreten. Zur Auflistung dieser klassischen Quarttetreihe hier entlang -> • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€€

Flugzeuge (Idena)

Idena, was ist denn das für eine Quartettmarke? Antwort: Eigentlich gar keine! Sondern ein Schreibwarenvertrieb,  der in den Neunzigern eine Reihe von Quartettspielen veröffentlichte. Grundlage dafür waren FX Schmid Quartette, allerdings sind die Versionen von Idena äußerst selten. Es gibt zwei Serien:

Flugzeuge • Idena/FX Schmid o. Nr.  • 1993 • Titel: Lufthansa Jet • Das Deckblatt sieht aus wie das vom 1990er Flugzeug-Quartett von FX Schmid. Statt dem Super Trumpf Bogen prangt hier jedoch das ungewohnte Idena Logo. Die 24 Karten entsprechen nicht der Version von 1990, sondern sind späteren Datums. Anders die Kartenrückseiten: Sie zeigen die drei Ovale mit Flugzeug, Yacht und Rennwagen, die FX Schmid Anfang der 80er eingesetzt hatte. Enthalten sind übrigens Airbus A 310 und A 320, Boeing 737-300, die riesige Antonov AN 124, einige Minijumbos wie Fokker 50 und Gulfstream IV sowie eine komplett weiße Karte (Raum für Notizen?). Weitere Idena Quartette von 1993, alle ohne Nr.:

  • Feuerstühle, Titel: Honda CBR 1000 F
  • Schiffe, Titel: Kreuzfahrtschiff
  • Offroad, Titel: Orca Bug
  • Power Trucks, Titel: Kenworth White Road Boss
  • Super Sportivo, Titel: Alfa Romeo SZ
  • Top Aktuell, Titel: Citroen Activa 2
  • Tuning, Titel: Koenig Porsche 911

Infos zu den Kartensätzen findest du unter den Kommentaren. • Seltenheit: ◊◊◊◊◊ Wert: €€

Flugzeuge • Idena/FX Schmid o. Nr.  • 1990 • Titel: Cessna (?) • Die Idena Quartette der ersten Serie scheinen etwas häufiger aufzutauchen. Sie zeichnen sich ebenfalls durch außergewöhnliche Kartenrückseiten aus: Sie zeigen die drei Ovale in Rot! Deckblatt und Kartensatz dieses Spiels entsprechen dem FX Schmid Quartett Flugzeuge 24 Aktuelle Modelle, Nr. 50009.5. Die 24 enthaltenen Passagier- und Geschäftsflugzeuge sind auch in der normalen 1989er-Version des Flugzeug-Quartetts enthalten, wenn auch anders sortiert. Weitere Idena Quartette von 1990, ebenfalls alle ohne Nr.:

  • Trucks, Titel: Volvo N10
  • Rallye, Titel: BMW M3
  • Flotte Flitzer, Titel: Irmscher GT
  • Feuerstühle, Titel: Honda NX 650 Dominator
  • Cabrio, Titel: AVA K1
  • Grand Prix, Titel: Benetton-Ford

Für jedes dieser Spiele existiert ein FX Schmid Gegenstück mit der Nr. 50009.5 – vermutlich sind auch die Kartensätze gleich. • Seltenheit: ◊◊◊◊-◊◊◊◊◊ Wert: €€

Panzer (FX Schmid)

FX Schmid 53422 • 1973 • Titel: Gepanzerter Mannschafts-Transportwagen M-113 •  Als Kind besaß ich eine kleine Armee an Plastikpanzern, die ich in heftige Kinderzimmer-Schlachten gegen eine ganz ähnliche Truppe eines Freundes schickte (zum Entsetzen meiner Eltern). Toll! Panzer-Quartette hingegen fand ich damals aus irgendwelchen Gründen total langweilig. Heute gefällt mir  zum Beispiel dieses FX Schmid Panzer-Quartett durchaus! Einerseits wirkt es mit den feldgrau eingefärbten und lustlos auf die Karten gesetzten Fahrzeugen besonders dröge. Andererseits passt ja gerade diese Optik bestens zum unfröhlichen Militärthema. Ziemlich inkonsequent, dass auch drei richtige Fotos im Quartett verwendet wurden. Enthalten sind zum Beispiel Schützenpanzer Marder, Bergepanzer Standard, Brückenlegepanzer Centurion, Jagdpanzer SU-100, Kampfpanzer Leopard sowie Panzermörser, Flakpanzer, Spähpanzer, Haubitzen und was sonst noch alles des Artilleristen Herz erfreut.

Hier die weiteren FXS Panzer-Quartette mit Nr. 53422 im Großformat:

  • 1969: Militärfahrzeuge, Titel Panzerhaubitze M-109 (coloriert)
  • 1970: Militärfahrzeuge, Titel  Spähpanzer M-551 General Sheridan
  • 1971: Panzer, Titel: Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1972: Panzer, Titel: Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1974: Panzer, Titel:  Mannschaftstransportwagen M-113
  • 1975: Panzer, Titel Panzerhaubitze M-109 (Foto)
  • 1976: Panzer, Titel Kanonen-Jagdpanzer
  • 1977: Panzer, Titel Mittlerer Kampfpanzer Leopard 1 A2

Die Kartensätze der Versionen von 1971 bis 1974 haben nicht nur das gleiche Titelfoto, sondern auch gleiche Karten (Quelle: Quartettportal). 1978 erschien noch ein Panzer-Doppelspiel mit Nr. 62322, danach ging die Serie mit der Nr. 53410 im Skatformat weiter. (Vielen Dank an Klaus für das Spiel.) • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€