Zum Quartettblog-Jubiläum gibts ein neues Outfit

6 Jahre Quartettblog! Zum Jubiläum hab ich mir selbst und den Lesern endlich mal eine neue Webseiten-Optik spendiert, die ein bisschen breiter läuft. So können die Quartettabbildungen größer werden. Hoffe, es gefällt euch! Und da ich grad beim Renovieren war, habe ich auch die „Neue Umfrage“ beendet, an der im Lauf der letzten Jahre mehrere hundert Leser mitgemacht haben.

Hier das Ergebnis der Quartettblog-Umfrage:

Die Leserumfrage zu den 6 beliebtesten Quartett-Themen vom Quartettblog: Autoquartette vor Rennwagenquartette vor LKW-Quartette.Unter „Sonstige“ wurden z.B. Busse, Fahrräder, Snowboarder, Häuser/Bauten, Horror, Kutschen, Schlagersänger, Zusatzkarten, Briefmarken, der Europapark und Sex genannt…  Mich überrascht das relativ hohe Interesse vieler Leser am Quartett-Thema Militär, das ich persönlich eher unspannend finde.

Nun gut, mal schauen, was das nächste Jahr Quartettblog bereithalten wird. Nach über 300 Artikeln mit bald einer halben Million Pageviews und über 3.200 Kommentaren findet sich hoffentlich noch das eine oder andere Berichtenswerte aus der Quartettwelt. Wie wärs auch mit einem Besuch auf meiner Facebook-Seite „Autoquartett“?

Herzlichen Dank allen Lesern, Followern und Kommentatoren – und allen, die mit ihren Webseiten, Katalogen, Eigenbau-Quartetten, Datenbanken, Sammlertreffen und Tauschangeboten das Quartetthobby voranbringen! Viel Spaß weiterhin auf dem Quartetblog …

Interview mit Herbert Kutter zum neuen Quartettkatalog

Die Kataloge von herbert kutter mit dem Titel Technische Quartettspiele 1952-1971 zeigen Autoquartette, Flugzeugquartette von ASS, FX Schmid, Piatnik, Nürnberger und mehr in vielen Varianten

Seit fast zehn Jahren gelten die Quartettkataloge von Herbert Kutter als Standardwerke für jeden Autoquartett-Freund und -Sammler. Speziell, wenn du ein Faible für die Quartett-Frühzeit hast und dabei auf eine wirklich vollständige Darstellung und Einordnung Wert legst, kommst du an „Technische Quartettspiele 1952 – 1971“ nicht vorbei. Hier sind sämtliche mit technischen Daten ausgestattete Quartette dieser Jahre mit Deckblatt, Karte, Rückseite und ggf. Varianten abgebildet und zeitlich sortiert, dazu auch einige Technikquartette ohne Daten. Aufgrund des anhaltenden Interesses hat Herbert jetzt eine neue Auflage veröffentlicht, mittlerweile die siebte! Aus diesem Anlass hab ich ein kleines E-Mail-Interview mit ihm geführt.

Alle Autoquartette, Flugzeugquartette und Schiffsquartette in einem Katalog

Quartettblog: Was sind die wichtigsten Neuerungen der neuesten Auflage?

Herbert Kutter: Der Unterschied zu der 6. Auflage ist so gravierend nicht, aber durchaus eine Neuauflage wert, wie ich meine. Sie enthält jetzt 286 Seiten: ein bisher nicht abgedrucktes Werbe-Spiel von Hald (von dem leider zu wenig bekannt ist, auch nicht das Datum), zwei noch nicht enthaltene Fehldrucke, jeweils beide Titelblätter der 616er-Autoquartette von ASS, unterschiedliche Behältnisse und etliche Aktualisierungen. Außerdem sind einige Werbekarten-Rückseiten und fünf nicht deutschsprachige Autoquartette abgebildet – diese jedoch ohne Anspruch auf Vollzähligkeit.

Quartettblog: Wann hast du eigentlich den ersten Katalog veröffentlicht?

Herbert Kutter: Im Jahr 2007 hatte ich die Idee, für mich ganz persönlich ein Exemplar eines Nachschlagwerkes in gedruckter Form anfertigen zu lassen. Von meinem Vorhaben wussten bereits einige Sammler im Vorfeld und wollten, dass ich für sie auch gleich einen Katalog mitdrucken ließ. Den Katalog nahm ich dann zQuartettkatalog mit einer Seite zum ASS-Autoquartett Nr. 616 und zum Flieg mit Flugzeugquartett Nr. 623.B. auf die in dieser Zeit noch recht interessanten Treffen der Quartettspiele-Sammler mit, wo er mit Begeisterung durchgeblättert wurde. Es gab zu dieser Zeit ja nichts Vergleichbares.

Quartettblog: Hast du dich, etwa bei der Datierung, an vorhandenen Listen und Katalogen orientieren können? 

Herbert Kutter: Bei den FX Schmid Spielen ist das ja meist kein Problem, da auf den Karten recht oft ein Druckdatum eingedruckt ist. Bei den anderen Herstellern übernahm ich meist das Wissen kompetenter Sammler. Bei den Diskussionen bezüglich der Jahreszahlen erkundigte ich mich z. B. bei einem Sammler, der auch originale Autokataloge sammelt, nach den Herstellungsdaten der einzelnen Modelle, um dann auf die Jahreszahl zu schließen. In Stein gemeißelt sind die Jahresangaben in meinen Katalogen aber nicht.

Quartettblog: Besitzt du alle im Katalog enthaltenen Spiele selbst in deiner Sammlung?

Herbert Kutter: In meinen Katalogen gilt ein Grundsatz: Kein Spiel wird abgedruckt, was ich nicht schon mal selbst in den Händen gehalten habe bzw. was ich nicht selbst besitze. Es gab schon mehr oder weniger Versuche, mir „just for fun“ aber auch im Ernst Fälschungen per Mail zu senden, nur um diese in den Katalog mit aufzunehmen … unglaublich, stimmt aber leider. Diese Bilder hab ich mir gespeichert, zur Erinnerung sozusagen.

Kutter Quartettkatalog zeigt das Spiel Autos 52622 mit Werberückseite und ein Flugzeugquartett mit Druckfehler-VarianteQuartettblog: Was ist für dich der wichtigste Aspekt deiner Kataloge?

Herbert Kutter: Ganz klar die absolute Vollzähligkeit aller existierenden Spiele der relevanten Hersteller innerhalb des von mir selbst gesetzten Rahmens.

Quartettblog: Warum geht der Katalog nur bis 1971?

Herbert Kutter: Den Katalog in diesem Stil über das Jahr 1971 fortzuführen, ist die meistgestellte Frage bzw. der meistgeäußerte Wunsch der Sammler. Für diese Frage bin ich sehr dankbar und bin froh sie hier beantworten zu können. Der Hauptgrund ist schlicht und einfach der, dass es mir an Fachwissen zu diesen Spielen fehlt. Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass anhand der Unzahl existierender Spiele dieses Zeitraums  jeglicher Rahmen für ein Buch gesprengt würde. Mein ganz persönlicher Eindruck ist der, dass es zwar sehr schöne Spiele nach 1971 gibt, aber so richtig gefallen sie mir nicht mehr – aber das ist reine Geschmackssache. Außerdem nannte ich die ersten 4 Auflagen: Die ersten 20 Jahre (1952-1971), das war doch auch ein sauberer Schnitt, wie ich meine.

Quartettblog: Was sind deine persönlichen Quartettfavoriten?

Herbert Kutter: Wie es bereits in meinen Katalogen erwähnt wird, fallen mir da spontan 2 Spiele ein. Das Sportwagenquartett II/86 52522 und das Lokomotivenquartett II/76 52222 des Herstellers FXS von 1967. Das lustige daran ist, zumindest im Falle des Lokomotivenquartetts, dass dies inflationär zu bekommen ist. In der Regel kann man das Spiel heute noch in ebay für 2.- im guten Zustand steigern. Aber mit dem bin ich halt aufgewachsen, mein Vater war Lokführer, von Trix und Märklin hab ich auch eine stattliche Sammlung an Lokomotiven. Mir ist bewusst, dass nun einige Sammler verwundert den Kopf schütteln und als Antwort vielleicht das Eikon Personenwagen II Quartett oder das 616F von ASS mit der legendären Isabella auf dem Titelbild erwartet hätten. Diese Spiele bekommt man im vernünftigen Zustand nicht unter 500.- pro Stück, aber wenn ich nur eins auf die Insel mitnehmen dürfte, bleib ich lieber bei meinem Lokomotiven-Spiel.

Der Quartettkatalog von Herbert Kutter zeigt auch internationale Autoquartette etwa von Vienna, Miro und Nathan.Quartettblog: Ist es nicht ein bisschen schade, wenn eine Sammlung fertig komplettiert ist? 

Herbert Kutter: Das ist richtig. In meiner Sammlung fehlt im Prinzip nichts mehr, aber der bekannte Satz, nachdem keine Sammlung je vollkommen ist, gilt selbstverständlich auch für meine. Von 2–3 Spielen besitze ich nur Titelblattrepros (die ich vom Original selbst angefertigt habe), da würde ich mich noch mal richtig reinhängen, um diese zu bekommen.

Quartettblog: Gibt es etwas, was du einem Quartettsammler raten würdest?

Herbert Kutter: Nicht so verbohrt wie ich die Spiele sammeln, sondern Geduld mit dem Sammeln haben, denn auch meine Sammlung ist noch nicht ganz perfekt. Und wenn man doch schnell alle Spiele sehen will, gibt es ja immer noch einen tollen Katalog…

Vielen Dank! Hier nähere Infos zum sehr empfehlenswerten Katalog:
kutter.herbert@freenet.de

Werbeanzeigen für Quartette

Eine Werbeanzeige in Micky Maus 1970 für die Autoquartette von FX Schmid und Piatnik mit vt-LogoIm Gegensatz etwa zu Lego, Fischertechnik, „Cluedo“ oder Carrerabahnen gehörten Quartette eher zu den Spielsachen, die sich die Kinder selbst gekauft haben. Kein Wunder also, dass in den einschlägigen Zeitschriften auch zielgruppen-gerechte Werbung für die neuesten Quartette platziert wurden. Blog-Leser und Matchbox-Experte Christian hat mir ein paar Anzeigen aus seiner Sammlung gescannt. Sehr interessant, find ich!

FX Schmid in Micky Maus 1970/21: Auf dieser ganzseitigen Anzeige seht ihr die Spiele des 1970er-Jahrgangs inklusive zweier Piatnik-Quartette. Diese wurden damals von FX Schmid in Deutschland vertrieben. Einige der heute sehr seltenen Piatnik-Spiele wie Autosalon und Flugzeuge sind nicht dabei, vermutlich waren die in Deutschland nicht offiziell erhältlich. Außerdem fällt mir auf, dass das Titelbild von Satelliten und Raumschiffe geändert wurde. Zum Vergleich siehe hier.

Werbeanzeige für ASS-Blitztrumpf-Quartette für Rennwagen und Heiße Öfen in Fix und Foxi, Bessy und SilberpfeilASS in Micky Maus 1978/11, Bessy 616, Silberpfeil 312: Tja, kennst du die? Eine irgendwie seltsame Anzeige. Erstens ist die Gewinnspielfrage ziemlich schwer. Man musste jedenfalls echter Kenner sein, um zu wissen, wie die Automarke des roten Renners auf dem Spiel links lautet. Zweitens ist die noch größere Frage, warum die Titel der Quartettspiele (Rennwagen bzw. Heiße Öfen) fehlen? Aber das „herrliche Renn-Poster“ hätte ich gern gehabt! Schräg.

Werbung für das ASS-Autoquartett Luxuskarossen in Fix und FoxiASS in Fix und Foxi 1984/13: Noch ein Quiz mit Gewinnchance. Die Frage ist ebenfalls recht anspruchsvoll – man musste wohl das Quartett parat haben, um die Frage zu beantworten… Hier war Fix und Foxi der Absender und man konnte ASS-Quartette gewinnen.

Wenn einer der Leser weitere Anzeigen in alten Kinder- bzw. Jugendzeitschriften gefunden hat, würde ich mich über einen Scan freuen.

Fröhliche Festtage allen Lesern
und ein schönes Quartett auf dem Gabentisch!

Und nicht verpassen: Nimm an der Weihnachtsverlosung des Tyrannen-Quartetts teil! (Die E-Mail-Adressen werden natürlich nicht weitergegeben oder veröffentlicht.)

Interview mit einem Quartett-Fotografen (2. Teil)

Hier nun der zweite Teil des Interviews mit dem Fotografen Thomas Dirk Heere, der zahlreiche Berliner Spielkarten Quartette der 70er und 80er Jahre fotografiert hat. Zum 1.Teil >> 

Sportauto-Zeitschrift mit dem Kadett GT/E Rallye vom Berliner Spielkarten Quartett Rallye.

Hier fliegt der Kadett vom Rallye-Quartett

Quartettblog: Wie lief die Entwicklung eines Quartetts konkret ab, wurden Sie von einem Redakteur oder Verlagsmitarbeiter angerufen um z. B. ein Quartett wie „Pistenheuler“ oder „Rallye“ zusammenzustellen?

Heere: Eigentlich ergab sich die Planung immer aus dem Gespräch heraus, da ich ja wusste, was ich anbieten konnte und was ich bereits im Archiv hatte. Auch kam dann auf meine Anregung ein Spiel zustande, dass sich von den üblichen Quartettspielen unterschieden hat: „Rennpisten international“. (Anmerkung: Nr. 6316766).
Quartettblog: Wie kam es dazu?
Heere: Das Quartettspiel „Rennpisten International“ z. B. entstand anhand der Programmhefte, die ich von jedem Rennen mitbrachte. Oft gab es darin eine Skizze der Rennstrecke. Diese Skizzen waren es, die den Denkanstoß gaben. Da hieß es dann, weg von den technischen Daten und eine Streckenbeschreibung mit entsprechenden Rennmotiven der spektakulären Abschnitte entwerfen.
be-6316760_Bergsprinter_Quartettspiel_Alpine-Renault Kopie 1Quartettblog: Mich würde mal interessieren, wie man sich die Firma Berliner Spielkarten in den 70er Jahren vorstellen kann.
Heere: Wie eingangs erwähnt, habe ich nur das Büro in der Havelstraße 16 in Darmstadt kennengelernt. Wo die Druckerei war, weiß ich heute nicht mehr. (Anmerkung: Diese lag vermutlich in Berlin, Obentrautstraße 60, jedenfalls gab es da 1974 einen Telefonbucheintrag …)
Quartettblog: Was meine Leser und mich immer wieder interessiert, wissen Sie, wie hoch die Auflagen bei einigen Ihrer Quartette waren?
Heere: Das entzieht sich meiner Kenntnis. Nach Drucklegung habe ich Belegexemplare druckfrisch erhalten und selbst oft noch eigene Bestellungen aufgegeben. Hatte ich doch vor, jedem der Beteiligten, sei es Team, Fahrer oder Mechaniker, ein Quartettspiel zu überreichen. Das war immer ein „Riesen-Hallo“, wenn die Spiele im Fahrerlager die Runde machten … „Och, ich bin ja gar nicht auf´m Titel“ habe ich ziemlich oft hören müssen. Aber eigentlich waren alle zufrieden und mancher hat mir auch schon mal einen Schein zugesteckt, weil er das Ergebnis honorieren wollte.
Quartettblog: An wie vielen Quartetten waren Sie denn im Lauf der Jahre ungefähr beteiligt? Was ist Ihr persönlicher Favorit?
Heere: Ich sitze natürlich heute noch auf meinem kleinen Schatz der Belegexemplare. Aber wenn die Zeit ins Land geht, gibt man hier und da mal ein Spiel aus den Händen, um Kindern eine Freude zu machen. So passiert es dann, dass die eigene Kollektion nicht mehr ganz vollständig ist. Es müssen aber über dreißig Spiele gewesen sein. Einen Favorit habe ich nicht, aber stolz bin ich schon ein bisschen auf die „Rennpisten International“, da dieses Spiel nach Aussage von Herrn Burgstahler auf der Nürnberger Spielwarenmesse ausgezeichnet wurde.
berliner-6316724-Rallye_Kadett_GTE KopieQuartettblog: Klingt nach einem wirklich tollen Job, den viele Blog-Leser sicher sehr gern in ihrer Jugend gehabt hätten! Hat es Ihnen Spaß gemacht?
Heere: Na klar, das hat viel Spaß gemacht. Noch heute bin ich in meinem Job. Allerdings habe ich mit der Berichterstattung über Autorennen Ende der 90er aufgehört. Der Konkurrenzdruck wurde stärker und die Honorare „gingen in die Knie“. Immer mehr Newcomer strebten danach, ohne Honorar ihre Bilder in den Zeitschriften zu sehen. Das hat den Markt für die „Freien“ kaputt gemacht. Außerdem möchte ich Ihnen auch mal eine Vorstellung davon geben, wie es ist, wenn es ein ganzes Wochenende lang regnet und Sie um die Rennstrecke laufen müssen, um an den verschiedenen Abschnitten möglichst viele unterschiedliche Motive zu produzieren – kein Zuckerschlecken!
Quartettblog: Haben Sie selbst Quartett gespielt?
Heere: Ja, allerdings gab es zu meiner Kinderzeit nicht diese Technik-Spiele. Oder meine Eltern und Freunde hatten mir keins geschenkt …
Das Berliner Spielkarten Bergsprinter-Quartett hat einen Renault Alpine auf dem TitelQuartettblog: Aus heutiger Sicht, freuen Sie sich darüber, dass viele heute Ältere die alten Quartette in schöner Kindheitserinnerung haben und sammeln?
Heere: Die Wertschätzung von alltäglichen Dingen, so auch „meine“ Spielkarten, hat für mich einen hohen Stellenwert. Mit Freude habe ich bei der Recherche bezgl. Spielkarten im Internet gemerkt, dass es, wie auf Ihrer informativen Seite, viele Gleichgesinnte gibt, die ihrem Hobby frönen und sich über und an den Karten erfreuen. Wenn ich ein Kartenspiel zur Hand nehme, kommen bei mir bei der Betrachtung der Fotos die Erinnerungen wieder hoch und so manches Anekdötchen  um die Rennstrecken wird wieder wach und treibt einem ein zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht.
Quartettblog: Herzlichen Dank für das Interview!

Interview mit einem Quartett-Fotografen (1. Teil)

Jägermeister-Porsche im Autoquartett Renn-Tourenwagen von Berliner Spielkarten - Fotograf Thomas Dirk HeereWahrscheinlich hat jeder, der sich für die alten Autoquartette interessiert, schon mal darüber nachgedacht, wo wohl die Fotos und Daten herkamen und wie daraus schließlich ein Spiel mit 32 Karten wurde. Jetzt hatte ich Gelegenheit, dazu einen Insider per E-Mail zu interviewen, der Dutzende der heute historischen Quartette der Berliner Spielkarten fotografiert und entworfen hat.

Der Frankfurter Bildjournalist Thomas Dirk Heere steckt hinter zahlreichen Quartetten wie „Renn-Tourenwagen“, „Rallye“, „Bergsprinter“ und „Pistenheuler“, die teilweise schon auf dieser Webseite vorgestellt wurden. Seine Bilder gehören zu den spektakulärsten und lebendigsten Rennwagen-Fotos in Quartetten überhaupt! Und sie machen wohl den besonderen Reiz dieser Ausgaben aus den 70er und 80er Jahren aus. Als begeisterter Auto- und Rennsportfotograf hat Heere nicht nur die Fotos, sondern auch die technischen Daten geliefert. Hier eine Auswahl:

Eine Übersicht über die großformatigen Autoquartette und Motorradquartette von Berliner Spielkarten des Fotografen Thomas Dirk Heere

Einige der Berliner Spielkarten Quartette mit Fotos von Thomas Dirk Heere

Quartettblog: Wie kamen Sie dazu, für Quartettspiele zu fotografieren?
Heere: In den späten 70er Jahren habe ich mich als Fotograf selbständig gemacht und mir die Autofotografie als Ziel meines täglichen Erwerbs gesetzt. Unter anderem habe ich für die Vereinigten Motor Verlage in Stuttgart als freier Fotograf für die Zeitung „Sport Auto“ viele Autotests fotografiert. „Rally Racing“ und „Sportfahrer“  waren auch Zeitschriften, die ich bedienen durfte. Autorennen waren ebenso angesagt. An fast jedem Wochenende habe ich auf den Rennstrecken in Deutschland und dem europäischen Ausland gearbeitet. Die Vielzahl der Bilder und Motive, die in meinem Archiv schlummerten und noch keine Veröffentlichung hatten, haben mich bewogen, auf die Suche nach weiteren Abnehmern zu gehen. Dazu gehörte auch ein Besuch des Verlags der Deutschen Buchgemeinschaft in Darmstadt. Dort hatte ich kein Glück, aber im gleichen Hochhaus gab es den Verlag A. Seydel & Cie. mit der Abteilung Spielkarten und Spiele. (Anmerkung: Trotz des Namens war die Leitung der Berliner Spielkarten GmbH vermutlich in Darmstadt.) Dort traf ich auf einen an meiner Arbeit sehr interessierten Herrn. Ich glaube, er hieß Burgstahler oder Burgstaller. Er schaute sich Fotos von den Autorennen an und meinte, dass er diese für die Autoquartetts gut gebrauchen könne. Allerdings benötigte er auch die Daten. Diese sind natürlich gerade bei Rennwagen mit getunter Motorleistung nicht überall verfügbar oder zu ermitteln.
Quartettblog: Haben Sie die Fahrer oder Mechaniker einfach im Fahrerlager nach den Daten gefragt? Heute kann ich mir diese Möglichkeiten gar nicht mehr vorstellen!
Rennfotograf Thomas Dirk Heere aus Darmstadt fotografierte Autorennen und Rallyes für die Berliner Spielkarten Autoquartette

Thomas Dirk Heere an der Rennpiste

Heere: Ja, genau so kam es dann. Da ich durch meine journalistische Berichterstattung über die Rennen Zugang zu allen Bereichen der Rennstrecken und zum Fahrerlager hatte, konnte ich von Team zu Team gehen und die benötigten Daten abfragen. Ob mir dabei immer die die „echten Daten“ genannt wurden, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis … Zumindest waren sie authentisch und realitätsnah. Außerdem bleibt noch zu bemerken, dass die Renn-Teams damals nicht so sehr die Abschottung der Öffentlichkeit betrieben haben wie heute. Ich möchte sagen, es ging alles etwas „familiärer“ zu …

Quartettblog: Sind Sie denn selbst auch Rennen gefahren?
Heere: Rennen bin ich nie selbst gefahren – da ich aber z.B. für „Sport Auto“ fast jeden Montag in Hockenheim die Tests fotografierte, gab es genügend Gelegenheit, mit dem eigenen Fahrzeug (BMW Alpina B3) die Rennstrecke unter die Räder zu nehmen. Mehrmals habe ich mich dabei auch neben der Strecke wiedergefunden. Ein lehrreiches Prozedere, dass mich im Fahrstil weiter brachte, gleichzeitig signalisierte, Rennfahrer wirst du nicht!
Auf dem Rallye-Autoquartett der Berliner Spielkarten fliegt ein Kadett Rallye über einen SprunghügelQuartettblog: Wurden die Bilder extra für die Quartette geschossen oder auch für Zeitschriften etc.?
Heere: Eigentlich waren es immer Fotos, die sowieso entstanden sind. Außer das Dragster-Rennen. Dieses hätte ich wohl nicht besucht, wäre da nicht im Gespräch mit Herrn Burgstahler mein Vorschlag angenommen worden. Aus heutiger Sicht eine Bereicherung an Hörerlebnis … nie zuvor hatte ich bei Autorennen, das lauteste war für meine Begriffe immer die Formel 1, einen derartigen Lärmpegel erlebt!

 

 

 

ASS-Quartettkatalog von Gerolf Wüst in 2. Auflage

ASS Quartettkatalog von Gerolf Wüst zeigt alle technischen Quartettspiele mit Titel, Jahrgang usw.Nach mehr als zwei Jahren Arbeit ist der große ASS-Quartettkatalog von Gerolf Wüst endlich in einer neuen Auflage erschienen! Wie der Vorgänger bietet auch der neue Wälzer eine komplette Übersicht über die technischen Quartette von ASS. Alle Spiele werden mit Titelbild, Name, Nummer, Erscheinungsjahr und Serie abgebildet. Natürlich findest du hier auch alle Raritäten, etwa die seltenen Sportwagen-Test-Quartette von 1972 (siehe Galerie-Abbildung). Insgesamt sind rund 60 Seiten dazu gekommen – was hat sich also verändert?

Zunächst einmal sind jetzt sämtliche Mini-Quartette bis 1991 enthalten, sowie die MTS-Rekordspiele, ein Postkarten-Quartett und das seltene Quartett-Set (dafür sind die Spiele von 1992-1993 „Symbole wie im Cockpit“ herausgefallen). Ein großer Unterschied zur Erstauflage ist auch die ausführliche Darstellung von Varianten, Werberückseiten, Fehldrucken, unterschiedlichen Titelrückseiten und all der anderen Details, die das Sammeln nochmals spannender machen! Zum Beispiel findest du hier insgesamt acht Varianten des Motorrad-Quartetts Feuerstühle, Nr. 3221, die sich zum Beispiel in der Titelblatt-Rückseite unterscheiden. Besonderes Augenmerk und wissenschaftliche Akribie hat Gerolf auf die Datierung gelegt.

Zum Vergrößern anklicken:

Mit Hilfe des Katalogs kannst du nicht nur jedes ASS-Quartett im fraglichen Zeitraum zweifelsfrei datieren, sondern auch alle Varianten entdecken und herausfinden, welche Spiele noch im Jahrgang erschienen sind. Und natürlich kannst du in deiner eigenen Sammlung stöbern, ob es nicht vielleicht doch noch ein ASS-Quartett gibt, das im Katalog fehlt… Kurz gesagt, ein sehr empfehlenswertes, in seiner Informationsfülle äußerst beeindruckendes Werk!

Der Katalog hat etwa 160 Seiten, DIN-A5 oder wahlweise sogar DIN-A4-Format und eine  verdeckte Spiralbindung. Er wird gelegentlich bei ebay angeboten, ist aber auch für einen fairen Preis direkt beim Verfasser erhältlich: gerolfuliwuest@aol.de