Loks (Piatnik)

Piatnik 4240 • ca. 1984 • Titel: CC 6500 • Dank des Querformats können sich in diesem Lokomotiven-Quartett ganze Züge von Puffer zu Puffer ausbreiten. Besonders elegant schlängeln sich TEE-Züge aus Deutschland und der Schweiz durch die Landschaft. Ein französischer Turbotrain rast unscharf durchs Panoramaformat, Holland präsentiert eine dekorativ verdreckte E-Lok „Serie 1200“ und die DDR und Bruderland CSSR sind mit Dampfloks vertreten. Ein schönes Quartett, das sogar die letzten Verspätungen, geänderten Wagenreihenfolgen und defekten Heizungen vergessen lässt! – Piatnik führte die Lok-Quartette seit 1972 über viele Jahre im Sortiment, zunächst als Tolle Loks mit Nr. 292. Der Kartensatz wurde während der ganzen Laufzeit aber nur wenig geändert.

Erkennungsmerkmal dieses Jahrgangs ist der Hinweis auf +2 Extrabilder auf dem Deckblatt. Dahinter verbergen sich jedoch nur zwei Werbe-Deckblätter. Diese unterscheiden sich von den echten Deckblättern durch die mahnende Frage „Hast Du schon alle?“ auf der Vorder- und die Quartett-Gesamtübersicht auf der Rückseite (siehe rechts). Nicht selten findet man solche Werbekarten als Ersatz für fehlende Original-Deckblätter. Bei dem Loks-Spiel waren Flugzeuge und Schiffe enthalten; ich frage mich, ob zu jedem Quartett immer die gleichen Extrabilder-Karten gehören und ob es jedes Deckblatt auch als Werbeversion gibt. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

Tuning (Piatnik)

Piatnik o. Nr. (4237) • ca. 1988 • Titel: Isdera Imperator 108i • Ach ja, die 80er mit ihrem Tuning-Wahn! Was sich nicht verbreitern, tieferlegen oder aufbohren ließ, musste damals wenigstens optisch frisiert werden (das Wort pimpen tauchte in diesem Zusammenhang erst in den Nullerjahren auf). Etliche der spektakulärsten automobilen Geschmacksverirrungen, früher auch Zuhälterkarren genannt, landeten in diesem Quartett. Hier hätten wir z.B. koksweiße AMG-Mercedes, rundum verkleidete Irmscher Kadett, geplättete Porsche und einiges mehr. Souveräner wirken da einige interessante Kleinserien-Sportwagen wie der österreichische Ledl, der Flügeltürer Isdera Imperator (!) vom Titel und schließlich ein Ford RS 200, eigentlich als Rallye-Geheimwaffe gedacht. Trotz der teilweise lieblos auf grauem Hintergrund gesetzten Bilder ist das Quartett ein schönes Zeitdokument.

Das Deckblatt gibt es auch mit Nummer 4237, Spitzentrumpf-Aufschrift und dem Aufdruck Mini-Puzzle. Und anscheinend existiert noch ein alternativer Kartensatz, bei dem u.a. der Metalex Tatra auf 8D durch einen goldenen Mazda Rennsportwagen C2 styleauto ersetzt ist. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

Daktari (Piatnik)

Das Piatnik-Fernsehquartett "Ivan Tors Daktari" stellt Szenen der TV-Serie mit dem schielenden Löwen Clarence, Judy und Dr. Marsh Tracy vor.Piatnik 308 • 1969 • Titel: Doc Tracy und Judy • Ein festes Ritual: Samstagabend Badewanne und danach Kinderfernsehen! Neben Dick und Doof und den Vätern der Klamotte gehörten der schielende Löwe Clarence, Dr. Marsh Tracy, Tochter Paula und Schimpansin Judy für eine Weile zu meinen Lieblingsstars. Dieses „Fernsehquartett“ entführt den Fan von damals wieder in die afrikanische Urwaldstation Wameru, wo Dr. Tracy & Co. in ihrem zebragestreiften Geländewagen Jagd auf Wilderer machten. Dass Daktari komplett in Kalifornien gedreht wurde, erfuhr ich erst viel später… Das Quartett ist schön mit Szenen der Fernsehserie illustriert. Die beschriebene Handlung kommt mir aber etwas wirr vor – wahrscheinlich wurden mehrere Folgen irgendwie zusammengewürfelt. Näheres zur Serie auf dieser tollen Daktari-Fanseite! Attraktiv ist auch die hohe Box. Mit 36 Karten und Textblatt (das häufig fehlt).

Dies ist das erste und häufigste der „Fernsehquartette“ bzw. „TV-Quartette“ von Piatnik. Insgesamt ergibt sich ein schöner Überblick über das Kinderprogramm der späten 60er und frühen 70er Jahre:

  • Daktari, Nr. 308, Titel: Dr. Tracy + Judy
  • Skippy, Nr. 309, Titel: Sonny + Skippy
  • Käpt’n Smoky, Nr. 310, Titel: Smoky + Ball
  • Big Valley, Nr. 312, Titel: Familie Barkley
  • Flipper, Nr. 315, Titel: Bud + Flipper
  • Mein Freund Ben, Nr. 316, Titel: Junge + Bär Ben
    – Nr. 4044, Titel: Junge + Bär Ben
  • Daktari 2, Nr. 318, Titel: Paula + Clarence
    – Nr. 4041, Titel: Paula + Clarence
  • Lieber Onkel Bill, Nr. 319, Titel: Onkel Bill + Jody
  • Indian River, Nr. 326, Titel: drei Jungs
  • Die Leute von der Shiloh Ranch, Nr. 327, Titel: zwei Cowboys
    – Shilo Ranch, Nr. 4067, Titel: zwei Cowboys
  • Bonanza, Nr. 328, Titel: drei Cartwrights
    – Nr. 4068, Titel: drei Cartwrights
    – Noris Spiele, Nr. 631/2470 (auch ohne Nr.), Titel: drei Cartwrights
  • Abenteuer im Regenbogenland, Nr. 329, Titel: zwei Jungs
  • U.F.O., Nr. 330, Titel: Lt. Gay Alice + Mond (sehr gesucht!)
  • Pan Tau, Nr. 331, Titel: Pan Tau + Hund
  • 3 Jungen und 3 Mädchen, Nr. 336, Titel: Familie Brady
  • Sandmännchen, Nr. 4051, Titel: Sandmännchen
    – Traummännlein, Nr. 4051, Titel: Traummännlein
  • Alles wegen George, Nr. 4052, Titel: Mann + Hund
  • Der rosarote Panther, Nr. 4053, Titel: Panther
  • Stadt ohne Sheriff, Nr. 4061, Titel: Cowboys

TV-Quartette gab es auch von anderen Verlagen – ausgerechnet zu meinen Lieblingsserien jener Jahre habe ich aber noch keines gefunden: Raumschiff Enterprise, Bezaubernde Jeannie und Mit Schirm, Charme und Melone… (Infos z. T. aus dem Katalog von Leonard Stork.) • Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €-€€

Schiffe (Piatnik)

Das Schiffe-Quartett von Piatnik Wien hat Spielkarten im Querformat und zeigt Flugzeugträger Forrestal, Passagierschiff Queen Elizabeth, Cap Anamur, Krabbenkutter, Donaudampfer und die Hafenfähre Alsterdorf.Piatnik o. Nr. • ca. 1984-85 • Titel: Passagierschiff • Während die Piatnik-Autoquartette der 80er-Jahre schon längst im Hochformat gedruckt wurden, setzte man für die Schiffsquartette weiterhin auf Spielkarten im Querformat. Elegante Passagierdampfer wie die berühmte Queen Elizabeth, Frachter wie Cap Anamur und der Atomfrachter Otto Hahn, der romantisch im Abendlicht fotografierte Flugzeugträger Forrestal, eine Hamburger Hafenfähre, ein Krabbenkutter, ein Lotsenschiff sowie schließlich ein Donaudampfer kommen so besonders attraktiv zur Geltung. Ein schönes Quartett – mit einem recht interessanten Deckblatt. Denn bei diesem fehlen die Artikelnummer (Nr. 4242) und der Hinweis „+2 Extrabilder“, die normalerweise bei dieser Quartettserie im unteren gelben Balken stehen. Genau gesagt, scheint mir die Version ohne Eindruck sogar häufiger zu sein! – Die Piatnik-Schiffsquartette haben sich von 1972 bis Ende der 80er-Jahre kaum verändert, es wurden nur irgendwann mal vier Frachter gegen vier Passagierschiffe ausgetauscht und das Titelmotiv erneuert. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

auto kwartet – jeu des autos – Auto Quartett (Jumbo)

Das Auto-kwartet no 11 von Jumbo aus Amsterdam in der roten Pappbox ist die holländische Version des Piatnik-Autoquartett mit Nr. 298 - hier ist die 11e druk (11.Auflage) mit Peugeot 504, Porsche 904, Cadillac Fleetwood Brougham und DAF 55Jumbo 11 • ca. 1969 • Titel: Peugeot 504 • Mit den Jumbo-„kwarteten“ hat auch der sparsame Quartettfan die Möglichkeit, eine der begehrtesten und attraktivsten Autoquartett-Serien zu sammeln. Denn es handelt sich hierbei um die günstigen Holland-Versionen der sehr teuren Piatnik-Autoquartette mit Nr. 298. Da die Karten eh keine technischen Angaben enthalten, spielt die Sprache eigentlich keine Rolle. Fahrzeugauswahl und Gestaltung sind bis ca. 1968 identisch mit den Piatnik-Spielen, danach setzte Jumbo die Serie zunächst ohne Piatnik-Vorbilder fort.

Was ist drin in der Jumbo-Quartettbox?

Die Jumbo-Autoquartette No.11 aus den Niederlanden/Holland haben je 36 Karten, eine Kartonbox, ein Datenblatt und z.B. Citroen ID 19, Peugeot 504, Citroen Visa und Fiat 127 auf dem Titel.

Meine Jumbo-Autoquartette: vorne der Inhalt der 14. Auflage.

Charakteristisch für die Marke Jumbo sind die hohen Pappkarton-Boxen mit roten Seitenflächen. Darin befinden sich 36 Spielkarten, die sich schön stabil anfühlen: jeweils vier Autos aus den USA, Italien, Frankreich, Deutschland, England, ein Mischquartett mit Schweden, UdSSR, CSSR und Niederlande, außerdem je vier Oldtimer, Rennwagen und Laster. Grafisch sind die Karten wunderbar gelungen. Meine Highlights dieser 11. Auflage: Cadillac Fleetwood Brougham (passt kaum ins Format), Dodge Charger (Hot-Wheels-Optik), Rolls-Royce Silver Shadow (immer elegant), Daf 55 (Hochglanz-Mini), Porsche 904 (tolle Farben im Bild) und der Wellblech-Citroen-Lkw (bekannt aus Louis-de-Funes-Filmen). Außerdem liegt ein viersprachiges Datenblatt mit den wichtigsten technischen Angaben bei.

Wann erschien welche „druk“-Auflage?

Auf der Titelseite steht meist die Druckauflage. Das schreit geradezu nach einer Auflistung für ambitionierte Quartettsammler!

  • ca. 1959: ohne Auflage, Titel: Citroen ID 19 rot
  • ca. 1960: 2e druk, Titel: Citroen ID 19 rot
  • ca. 1961: 3e druk, Titel: Citroen ID 19 gelb
  • ca. 1962: 4e druk, Titel: Citroen ID 19 gelb
  • ca. 1963: 5e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1964: 6e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1965: 7e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1966: 8e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1967: 9e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1968: 10e druk, Titel: Citroen ID 19 grünlichgelbbraun
  • ca. 1969: 11e druk, Titel: Peugeot 504 blau
  • ca. 1970: 12e druk, Titel: Peugeot 504 blau
  • ca. 1971-72: 13e druk, Titel: Ferrari Dino 206 GT rot (Plastikbox)
    – Titelvariante ohne Auflagen-Aufdruck
  • 1973: 14e druk, Titel: Fiat 127 hell
    – Titelvariante: Opel Rekord rot
  • ca. 1974: 15e 2.a druk, Titel: Opel Rekord rot
  • ca. 1975-77: 16e druk, Ford Fiesta grün
  • ca. 1978-79: 17e druk, Titel: Citroen Visa rot (Angaben)
  • ca. 1978-79: 18e druk, Titel: Citroen Visa rot (Angaben)
    – Titelvariante: Fiat uno hellblau (Aufdruck: 32 Kaarten)
  • ca. 1979 oder später: 19e druk, Titel: Citroen Visa rot (Angaben)
  • ca. 1979 oder später: 20e druk, Titel: Citroen Visa rot (Angaben)

Danke an Herbert für Infos zu den ersten Auflagen. Ein paar Anmerkungen zur Datierung: Hier hab ich mich an Herberts Quartettkatalog mit den entsprechenden Piatnik-Autoquartetten orientiert. In der 5. Auflage taucht erstmals der Lotus Twentyfive 1963 Rennwagen auf, also ist das Spiel wohl auch aus diesem Jahr. Meine 14. Auflage mit dem Fiat 127 hat das Druckdatum 8-73 auf dem Datenblatt. Und meine 19. Auflage ist inhaltlich identisch mit dem Piatnik-Autoquartett Nr. 4228 von 1979, Titel Toyota Celica gelb (genau, die 32 Karten haben jetzt technische Angaben). Ob die Spiele mit gleicher Druckauflage aber unterschiedlichen Titelbildern auch unterschiedliche Kartensätze haben, weiß ich leider nicht, vielleicht aber einer der Leser? • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

Formel 1 (Nivea)

Das Nivea-Werbequartett Formel 1 zeigt 24 Rennautos im Querformat, etwa JPS-Lotus, Niki Laudas Ferrari, Gulf Mirage, den ISO-Marlboro, Fittipaldi auf Texaco-McLaren usw.Nivea (Piatnik) o. Nr. • ca. 1976 • Titel: Ferrari Formel 1 • Na klar, Hautcreme und Rennautos, das passt doch wunderbar zusammen! Keine Ahnung, was die Leute von Nivea geritten hat, ein Formel-1-Quartett zu veröffentlichen. Der Kenner sieht natürlich sofort, dass es sich hier um die Version eines Piatnik-Spiels handelt, jedoch mit spezieller Rückseite und nur 24 Karten. Diese entsprechen den ersten 24 Karten des Piatnik-Spiels Formel 1 von 1975 (neu mit Fahrerlizenz), Nr. 4229, Titel: Ferrari. Die Kartonschachtel zeigt allerdings einen anderen roten Renner, nämlich den, der das Deckblatt des 1976er-Jahrgangs von Formel 1 schmückt. Darum nehme ich an, dass dieses seltene Werbequartett ebenfalls 1976 erschienen ist.

Das Spiel ist schon super: Stars wie Emerson Fittipaldi auf Texaco-McLaren, Jochen Mass auf Surtees-Ford, Jacky Ickx auf dem extrem coolen JPS-Lotus, Niki Lauda auf Ferrari und James Hunt auf Hesketh machen sich großartig im Querformat! Trotz des eigentlich eindeutigen Titels sind nicht nur Formel 1 enthalten, sondern auch Rennsportwagen wie der Gulf Mirage und Formel Super V. – Es existieren noch weitere, allerdings nicht-technische, Nivea-Quartette. Siehe Kommentare! • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€€

Flugzeuge (Piatnik)

Das alte Piatnik-Flugzeugquartett gestern-heute-morgen Nr. 293 hat die Vickers-Viscount-810 auf dem Titel und enthält auch Convair, Starfighter, Boeing-B17, Dornier_Do-X Flugboot und andere alte Flieger, Jets, Jäger, Bomber und mehr.Piatnik 293 • ca. 1968 • Titel: Vickers Viscount 810 • Dies ist das erste Flugzeug-Quartett von Piatnik und mit seinen sehr stimmungsvollen Bildern sicher ein Highlight jeder Quartett-Sammlung! Besonders schön wirken die dramatisch mit Wolken dekorierten Hintergründe, vor denen die meisten der insgesamt 36 Zivil- und Militärflieger ihren fernen Zielen zustreben. Die Flugzeugflotte reicht von Otto Lilienthals Gleiter bis zum nie realisierten Lockheed-Überschalljet – ein paar Highlights: Rumpler-Erich-Taube, Fokker-Doppeldecker, die riesige Dornier Do-X mit einem tollen Bildmotiv, Junkers Ju 87 „Stuka“, der elegante Lockheed Starliner der Lufthansa, Starfighter und Mirage und schließlich die Concorde, die zum Erscheinungsdatum des Quartetts ihren Jungfernflug noch vor sich hatte.

Die vorliegende Ausgabe hat eine edle Hochbox mit Doppelsteg und das Deckblatt ist größer als die Spielkarten. Es existiert aber auch eine Variante mit normaler Box; das Deckblatt hat hier nur das Format des Kartensatzes und die Zeile „gestern heute morgen“ fehlt. Dieses Deckblatt wurde wohl manchmal auch dem Hochbox-Kartensatz beigelegt. Ein Jahr später erschien die noch seltenere Nachfolgeausgabe mit einer Sud Aviation Caravelle auf dem Titel. Und wiederum ein Jahr später starteten die Piatnik Flugzeug-Quartette mit „richtigen“ Fotos im Querformat. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€€€