Kulturfestival sucht Autoquartett-Sammler!

Das Autoquartett scheint nun endgültig in den höheren Sphären der Kunst- und Kulturszene angekommen zu sein. Beleg dafür ist eine Anfrage vom Internationalen Performancefestival „Wunder der Prärie“ an den Quartettblog. Für die Diskursreihe „Autoquartett – Gespräche zur aktuellen Verkehrslage“ rund um die Kulturgeschichte des Autos wird ein passionierter Autoquartett-Sammler gesucht.  Er (oder sie) soll mit dem Publikum eine moderierte Runde Quartett spielen, ein Interview zum Lieblingsquartett geben und vielleicht sogar einige Ausstellungsstücke beisteuern. Klingt ganz amüsant, finde ich, zumal ggf. Reisekosten, Unterkunft und vielleicht auch eine Aufwandsentschädigung drin sind… Wer also vom 20. bis 24. September Zeit hat und idealerweise in der Nähe von Mannheim wohnt, möge sich beim Kurator Sebastian Bauer unter <seb-bauer@gmx.de> melden!  Infos auch hier: www.zeitraumexit.de

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Einladung zum Quartettsammler-Treffen 2019

Zum mittlerweile 17. Mal wird zum Jahrestreffen der Quartettsammler eingeladen. Die diesjährige Ausgabe der Veranstaltung findet vom 23. bis 56.8. in Mainz statt. Infos zum Programm findest du auf dem Flyer oben. Besonders möchte ich auf einen Vortrag von Reinhard hinweisen, der eigens eine kleine Umfrage zum Thema „Unterbringung der Quartettsammlung“ durchgeführt hat. Zusätzlich zu den Vorträgen gibt es eine kleine Tauschbörse und natürlich die Möglichkeit zum Fachsimpeln. Leider hab ich es selbst noch nie zu einem dieser Treffen geschafft, aber es soll sich immer sehr lohnen. Also, viel Spaß!

9 Jahre Quartettblog!

Der Quartettblog feiert jetzt sein 9. Jubiläum! Für mich ist das wie stets ein guter Anlass, dir und den vielen anderen Lesern Danke zu sagen. Denn ohne interessierte Leser und engagierte Kommentatoren macht das Schreiben doch keinen Spaß!

Im Jubiläumsbeitrag vom letzten Jahr hab ich mich über die neue Datenschutz-Grundverordnung und deren Konsequenzen für viele Betreiber kleiner Webseiten ausgelassen. Zum Glück kam es bislang nicht zur befürchteten Abmahnwelle. Vielleicht setze ich also künftig wieder das datenschutzrechtlich problematische Facebook-Like unter die Artikel. Apropos Facebook: Auf meiner fb-Seite Autoquartett veröffentliche ich immer mal wieder Quartettfotos und -infos, die nicht in diesem Blog auftauchen. Du kannst ja mal reinschauen.

Statt der gewohnten Jubiläums-Top-Ten der Beiträge möchte ich stellvertretend einige Menschen nennen, die sich in den vergangenen 12 Monaten besonders ums Quartettsammeln verdient gemacht haben: Andreas, der  einen riesigen Online-Katalog auf die digitalen Beine gestellt hat, Herbert für die Ausgrabung eines wichtigen Artefakts der Quartettgeschichte, Christian für das erste richtige Sachbuch zum Thema Quartett, Klaus für seine unermüdlichen ASS-Katalog-Veröffentlichungen, mehreren kreativen Independent-Quartettmachern und schließlich auch den mir unbekannten Managern von ASS und Ravensburger, die tatsächlich neue Quartettlinien in die Spielzeugläden gebracht haben (nachdem ich schon annahm, mit den 2015er-Ausgaben hätte sich das Thema Autoquartett für die beiden Großen der Branche erledigt).

Gute Gründe also, mit weiterhin viel Freude ins zehnte Quartettblog-Jahr zu starten!

Match4App – Die Quartett-App zum Selbermachen

Lust auf eine kleine Quartettrunde unter alten Kumpels? Aber grad nur dein wertvollstes ASS-616er zur Hand? Zum Glück wurden für so einen Fall bereits diverse Quartett-Apps programmiert. Jetzt gibt es eine neue Möglichkeit, Quartett mit dem Smartphone statt mit Spielkarten zu zocken: „Match4App“ heißt diese Anwendung. Die App ist kostenlos für Android und iOS,  Anbieter ist Pablo Alfonso (Alfonsoft). Das Besondere, wenn ich’s richtig verstehe: Hiermit kannst du eigene digitale Quartettkarten mit bis zu 6 Angaben erstellen und diese mit vorhandenen Bildern oder auch Videos aus dem Internet verlinken. In diesem Video siehst du, wie das mit einem interessanten argentinischen Autoquartett aus den 80er-Jahren funktioniert:

Hier gehts zur deutschsprachigen Beschreibung und hier zur Webseite mit Links auf Google Play und App-Store: match4app.com – Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Alle Jahre wieder: der ASS-Quartettkatalog 1972-1973

Der Band 8 der ASS-Quartettkatalog-Reihe von Klaus Dünker zeigt einen Ford Granada auf dem Titel.Lärchenverlag ISBN 978-3-9818575-5-9 • 2018 • Titel: Ford Consul 3000 GT • Es ist schon gute Tradition in der Vorweihnachtszeit: Der neue ASS-Katalog von Klaus Dünker erscheint und landet vermutlich umgehend auf den Wunschlisten vieler Quartettsammler! Der mittlerweile achte Band behandelt die wichtigen Jahre 1972 und 1973 und kommt – Überraschung! – in einem komplett neuen Look daher. Die Spiele werden zwar wie gewohnt mit Deckblatt, allen Karten, Rückseite und ggf. Varianten aufgeführt, die Abbildungen sind nun aber etwas kleiner und die Übersicht somit besser. Jede Quartettreihe wie z. B. Technische Serie, Test-Quartette oder Augsburger Puppenkiste wird mit einem informativen Text sowie Fotos aus dem Händlerprospekt eingeführt – hochinteressant, mal die damaligen Verkaufsdisplays zu sehen! Dafür sind die bisherigen kurzen Texte vor den einzelnen Kartenspielen weggefallen. Als besonderen Gimmick findest du Gastbeiträge von Herbert Kutter, Reinhard Kirstein und von mir, denn zu einigen Quartetten ist der entsprechende Beitrag aus dem Quartettblog abgedruckt …

Hier 6 Quartettkatalog-Doppelseiten zum Anklicken:

Der ASS-Quartett-Jahrgänge 1972 und 1973 im Katalog

Tja, und womit zockte man 1972 und 1973? Zunächst natürlich mit den recht bekannten technischen Quartetten, darunter Kontra-Spiele und Test-Quartette, von denen einige sehr selten sind. Dabei stieß ich auf eine echte Überraschung für mich: Ich wusste gar nicht, dass es Amerikanische Auto-Asse mit Nr. 3222 auch in einer Druckfehler-Version gibt, bei der Plymouth Cuda und Javelin SST vertauscht sind! War mir nie aufgefallen.

1972 erschienen noch einmal drei Jungenkalender mit je 24 Auto-, Rennwagen- und Jet-Postkarten, die heute unglaublich selten sind. Überhaupt war ASS in diesen Jahren sehr kreativ und brachte zum Beispiel ein Auto-Lotto, ein Auto-Memoryspiel, diverse Lern-Kartenspiele und die erste Version von Kennst Du den? auf den Markt. Außerdem wurden gleich fünf Quartette rund um die Augsburger Puppenkiste veröffentlicht (leider weder Urmel noch Jim Knopf!), sowie ein aufregendes Werbespiel des Landkreises Böblingen. Fazit: 220 Seiten, die sich mal wieder sehr lohnen! Hier erhältlich: www.laerchen-verlag.de.

2 japanische Werbequartette (Toyota, Mazda)

Sorry für diese Überschrift, eigentlich gehts in dieser neuen Folge meiner losen Reihe „Werbequartette“ um japanische Autos, nicht um japanische Spiele…

Das Toyota-Quartett Happy Days von ca. 2007 hat einen Corolla Verso auf dem Titel und enthält Toyota 2000 GT (James Bond!), Celica, Cressida, Starlet, MR2, Tercel und Crown.Happy Days Toyota Quartett • Toyota o. Nr. • ca. 2007 • Titel: Toyota Corolla + Verkäufer • Wie man ein theoretisch recht interessantes Markenquartett verhunzt: a) selten blödes Deckblattmotiv, b) doofer Name, c) komisches Format – etwas kleiner als das übliche Skatformat, so dass die Karten in der Plastikbox hin- und herwackeln, d) zu viele Gegenwarts-Modelle und e) gar keines aus der ruhmreichen Rennsport-Historie! Aber immerhin sind der legendäre Toyota 2000 GT, Celica aus drei Epochen, der keilförmige MR2 und das Luxusmodell Crown enthalten, und das sachliche Layout ist ganz okay. Weitere Toyota-Quartette:

  • 1988: Das Toyota-Wahl-Quartett, Titel: Text
  • 1990: Toyota Star-Gala, Titel: Star-Gala-Logo
  • 1995: Alle Toyota-Modelle 1995, Titel: WRC-Logo
  • ca. 1996: Toyota Jubiläums-Edition, Titel: Farbwischer

• Seltenheit: ◊◊ Wert: €

Das Mazda-Cars-Autoquartett hat Mazda RX-8, MX-5, 121, 323, Xedos 9, RX-7 und andere Wankelmotor-Autos.Mazda Cars Quartett • Mazda o. Nr. • ca. 2005 • Titel: Mazda RX-8 • Nun ja, die Kritikpunkte a) bis c) vom Toyota-Quartett fallen hier weg, aber auch dieses Werbequartett leidet unter dem hohen Anteil von aktuellen Einheitsbrei-Autos. Wo ist der geniale Wankelpionier Mazda 110 Cosmo Sport, wo die niedlichen Kei-Cars der 60er-/70er-Jahre, wo der Mittelmotor-Prototyp und Matchbox-Klassiker Mazda RX-500? Dafür hat das Spiel je zwei Mazda MX 5 und RX-7 sowie kleine alberne Texte unter den Bildern und mehr Kreiskolben als jedes andere Quartett. – Ich kenne nur noch ein weiteres Werbequartett dieser japanischen Marke:

  • 2008: 30 Jahre Mazda in der Schweiz, Titel: Mazda MX 5

• Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €-€€

Noch mehr japanische Auto-Asse hier und im Honda-Werbequartett.

Der Quartett-Automat – Vortrag von Herbert Kutter (Teil 2)

Hier der zweite Teil des Vortrages von Herbert Kutter auf dem Sammlertreffen im August 2018. Die Top 12 der technischen Quartettspiele wurde mit einer besonderen Überraschung gekrönt: die Enthüllung des legendären Quartett-Automaten!

Der Automat vpn OAK Manufacturing "Premiere“ wurde von Brabo In Antwerpen gefertigt und enthält das ASS-Autoquartett 616 mit Borgward Isabella als Automatenspiel.

Dieser Automat aus den späten 50er-Jahren spuckte nach Einwurf eines Groschens ein Kaugummi und dazu eine Sammelkarte nach Wahl aus. Kurzzeitig wurde er auch für den Verkauf von Autoquartett-Karten genutzt. Dafür verwendete man ausgerechnet Karten vom ASS Auto-Quartett 616 mit der Borgward Isabella, einem der seltensten Spiele überhaupt! Diese speziellen Karten tauchen alle Jubeljahre mal auf – doch der Automat selbst blieb lange verschollen …

Herbert: „Im April 2018 wurde ich auf die angebliche Existenz eines solchen megararen Automaten mit dementsprechenden Karteninhalt hingewiesen (Anmerkung: indirekt durch einen Quartettblog-Kommentar von Ralf). Warum aber druckte ASS die Karten von einem Spiel, das eh keiner kaufen wollte, extra als Automatenspiel? Die Lösung hat vermutlich genau mit dieser Tatsache zu tun. Die noch vorhandenen, von ASS produzierten Karten des 616er von 1959, egal ob E oder F, waren übrig und so kürzte man diese Karten einfach und statt sie zu vernichten, lieferte man sie an Händler aus, die solche speziellen Automaten in ihren Läden hatten. Und zwar ohne dieses „unattraktive“ Titelblatt. Wenn es denn so gewesen ist: Welch ein horrender Frevel aus heutiger Sicht!

Der Opel Kapitän im seltenen ASS 616 Auto-Quartett wird hier gerade aus dem Quartett-Automaten gezogen.Jetzt aber wieder zu den Fakten: Diese Automaten, welche den schönen Modellnamen „Premiere“ hatten, wurden 1956 in den USA, genau genommen von der 1948 in Kalifornien gegründeten OAK Manufacturing, produziert. In den Staaten wurden diese Automaten neben Kaugummikugeln auch mit Sammelbildchen von hauptsächlich Baseballgrößen und auch Schauspielern bestückt. 1957 fertigte die belgische Firma Brabo in Antwerpen in Lizenz solche Automaten u. a. für den deutschen Markt. Diese Automaten hingen übrigens nicht an den Wänden, sondern sie standen auf Füßen. In der Regel wurden sie in Europa eben nicht mit Bildchen von Baseballhelden, sondern mit Fußballstars, Fußballmannschaften und auch Schauspielern, sowie Musikern bestückt. Aber eben auch mit den heute sehr begehrten für den Automaten zugeschnittenen Restbeständen der Isabella-Spiele und zwar kreuz und quer mit den Karten in E und/oder F!

Autoquartett 616 Quartett-Automat aus den 50er-Jahren für Sammelbilder

Einer der beiden Kartenschächte des Automaten von hinten

Deshalb möchte ich allen Sammlern hiermit eine paar aufmunternde Hinweise bzgl. des Sammelns speziell dieser Karten geben. Da es beim Sammeln ja um Authentizität geht, hier drei Fakten:
1. Der Kartensatz muss nicht geordnet in E oder F sein, da diese Automaten faktisch auch kreuz und quer bestückt wurden und zwar völlig vermischt, manche Karten auch mehrfach, alle aber im Topzustand.
2. Somit muss solch ein Kartensatz nicht einmal komplett sein, da es sich also, so deprimierend das klingt, scheinbar um eine reine Resteverwertung handelte. Im Prinzip sollte es einem seriösen Sammler reichen nur eine dementsprechende Karte aus so einem Automaten zu besitzen.
3. Die Kartenrückseiten dürfen auch in unterschiedlichen Helligkeitsstufen sein, wäre also kein Reklamationsgrund bei einem eventuellen Ebay-Kauf mehrerer solcher Karten.

Der gezeigte Automat stammt übrigens von einem Edeka Laden, der sich Kolonialwarenladen Bock nannte, und er stand in Klein- Eicklingen bei Celle in Niedersachsen. Bevor ich nun weitere Fragen beantworte und die Funktionsweise solch eines Automaten demonstriere, bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit und hoffe der Vortrag war auch für Nichttechnik-Sammler einigermaßen interessant. Danke schön.“ (Anmerkung: Bilder von Herbert.)