Bergrenner (Pelikan)

Das Mini-Quartett von Pelikan hat den Superstecher, den Quizrahmen und Bergrenner wie Porsche KSR, Zakspeed Ford Escort, Ascona 400 und Irmscher-Commodere im Autoquartett.Pelikan o. Nr. • ca. 1978-79 • Titel: Porsche Turbo KRS • Wie alle anderen Quartett-Hersteller setzte auch Pelikan ab Ende der 70er auf das Miniformat. Die Spiele waren sicher billig und 100% hosentaschen-kompatibel, aber dieses Rumgefissel mit den kleinen Karten! Und die Pelikan Mini-Quartette gehörten mit einem Format von nur 34 x 52mm auch noch zu den Allerkleinsten. Dafür hatten die Spiele einen Quizrahmen aus Pappe und den Superstecher… In Format, Ausstattung, Gestaltung und Box gleichen die Pelikan Mini-Quartette den lilliput-Quartetten von Berliner Spielkarten. Auch die Motive und technischen Angaben stammen von Berliner Spielkarten.

So enthält etwa dieses Spiel die ersten 24 Karten vom Berliner Quartett Bergrennen, Nr. 6316740, Titel Zakspeed Ford Escort, bzw. dessen Nachfolger mit Quizrahmen, Nr. 6316940, wenn auch in anderer Reihenfolge. Immerhin, die äußerst sehenswerte Fahrzeugauswahl mit bunten, hochfrisierten NSU TT, Irmscher-Commodore, Schnitzer-BMW und Spiess-Scirocco ist schon super! Aufgrund der Berg-Übersetzung schaffen die Boliden allerdings höchstens 185 km/h, bisschen schlapp. Kleine Kuriosität: Das Quartett ist in zwei Titelvarianten zu finden – Bergrenner und Rennwagen (siehe Bild)! Alles andere ist gleich.

Hier eine Übersicht über die technischen Pelikan Mini-Quartette (alle ohne Nummer):

Blau-graue Titelkarte:

  • Autos aus Europa, Titel Rover 3500
  • Bergrenner, Titel: Porsche Turbo KRS
  • Das Heer, Titel: Kampfpanzer Leopard 1
  • Heiße Maschinen, Titel: Van Veen OCR 1000
  • Kriegsflotte, Titel: Raketenzerstörer Audace (D 551)
  • Rennwagen, Titel: Porsche Turbo KRS
  • Segelschiffe, Titel: Amerigo Vespucci
  • Super-Renner, Titel: Tyrrell-Ford P34

Gelb-orange Titelkarte:

  • Brummis, Titel: Container-Transporter Mercedes LPL 1632
  • Flugzeuge, Titel: McDonnell Douglas DC 10-30
  • Heiße Räder, Titel: Sunbeam Imp
  • Motorräder, Titel: Münch 4-1200 TTS-E
  • Rallye, Titel: Porsche 911 S
  • Straßenflitzer, Titel: Alfa Romeo Alfetta GT
  • Wasserflitzer, Titel: Avenger 007

Einige der Spiele gibt es auch mit Agfa-Werbung auf der Rückseite. Ob jetzt die „blauen“ oder die „gelben“ Quartette zuerst da waren, weiß ich leider nicht… • Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €

 

Interview mit einem Quartett-Fotografen (2. Teil)

Hier nun der zweite Teil des Interviews mit dem Fotografen Thomas Dirk Heere, der zahlreiche Berliner Spielkarten Quartette der 70er und 80er Jahre fotografiert hat. Zum 1.Teil >> 

Sportauto-Zeitschrift mit dem Kadett GT/E Rallye vom Berliner Spielkarten Quartett Rallye.

Hier fliegt der Kadett vom Rallye-Quartett

Quartettblog: Wie lief die Entwicklung eines Quartetts konkret ab, wurden Sie von einem Redakteur oder Verlagsmitarbeiter angerufen um z. B. ein Quartett wie „Pistenheuler“ oder „Rallye“ zusammenzustellen?

Heere: Eigentlich ergab sich die Planung immer aus dem Gespräch heraus, da ich ja wusste, was ich anbieten konnte und was ich bereits im Archiv hatte. Auch kam dann auf meine Anregung ein Spiel zustande, dass sich von den üblichen Quartettspielen unterschieden hat: „Rennpisten international“. (Anmerkung: Nr. 6316766).
Quartettblog: Wie kam es dazu?
Heere: Das Quartettspiel „Rennpisten International“ z. B. entstand anhand der Programmhefte, die ich von jedem Rennen mitbrachte. Oft gab es darin eine Skizze der Rennstrecke. Diese Skizzen waren es, die den Denkanstoß gaben. Da hieß es dann, weg von den technischen Daten und eine Streckenbeschreibung mit entsprechenden Rennmotiven der spektakulären Abschnitte entwerfen.
be-6316760_Bergsprinter_Quartettspiel_Alpine-Renault Kopie 1Quartettblog: Mich würde mal interessieren, wie man sich die Firma Berliner Spielkarten in den 70er Jahren vorstellen kann.
Heere: Wie eingangs erwähnt, habe ich nur das Büro in der Havelstraße 16 in Darmstadt kennengelernt. Wo die Druckerei war, weiß ich heute nicht mehr. (Anmerkung: Diese lag vermutlich in Berlin, Obentrautstraße 60, jedenfalls gab es da 1974 einen Telefonbucheintrag …)
Quartettblog: Was meine Leser und mich immer wieder interessiert, wissen Sie, wie hoch die Auflagen bei einigen Ihrer Quartette waren?
Heere: Das entzieht sich meiner Kenntnis. Nach Drucklegung habe ich Belegexemplare druckfrisch erhalten und selbst oft noch eigene Bestellungen aufgegeben. Hatte ich doch vor, jedem der Beteiligten, sei es Team, Fahrer oder Mechaniker, ein Quartettspiel zu überreichen. Das war immer ein „Riesen-Hallo“, wenn die Spiele im Fahrerlager die Runde machten … „Och, ich bin ja gar nicht auf´m Titel“ habe ich ziemlich oft hören müssen. Aber eigentlich waren alle zufrieden und mancher hat mir auch schon mal einen Schein zugesteckt, weil er das Ergebnis honorieren wollte.
Quartettblog: An wie vielen Quartetten waren Sie denn im Lauf der Jahre ungefähr beteiligt? Was ist Ihr persönlicher Favorit?
Heere: Ich sitze natürlich heute noch auf meinem kleinen Schatz der Belegexemplare. Aber wenn die Zeit ins Land geht, gibt man hier und da mal ein Spiel aus den Händen, um Kindern eine Freude zu machen. So passiert es dann, dass die eigene Kollektion nicht mehr ganz vollständig ist. Es müssen aber über dreißig Spiele gewesen sein. Einen Favorit habe ich nicht, aber stolz bin ich schon ein bisschen auf die „Rennpisten International“, da dieses Spiel nach Aussage von Herrn Burgstahler auf der Nürnberger Spielwarenmesse ausgezeichnet wurde.
berliner-6316724-Rallye_Kadett_GTE KopieQuartettblog: Klingt nach einem wirklich tollen Job, den viele Blog-Leser sicher sehr gern in ihrer Jugend gehabt hätten! Hat es Ihnen Spaß gemacht?
Heere: Na klar, das hat viel Spaß gemacht. Noch heute bin ich in meinem Job. Allerdings habe ich mit der Berichterstattung über Autorennen Ende der 90er aufgehört. Der Konkurrenzdruck wurde stärker und die Honorare „gingen in die Knie“. Immer mehr Newcomer strebten danach, ohne Honorar ihre Bilder in den Zeitschriften zu sehen. Das hat den Markt für die „Freien“ kaputt gemacht. Außerdem möchte ich Ihnen auch mal eine Vorstellung davon geben, wie es ist, wenn es ein ganzes Wochenende lang regnet und Sie um die Rennstrecke laufen müssen, um an den verschiedenen Abschnitten möglichst viele unterschiedliche Motive zu produzieren – kein Zuckerschlecken!
Quartettblog: Haben Sie selbst Quartett gespielt?
Heere: Ja, allerdings gab es zu meiner Kinderzeit nicht diese Technik-Spiele. Oder meine Eltern und Freunde hatten mir keins geschenkt …
Das Berliner Spielkarten Bergsprinter-Quartett hat einen Renault Alpine auf dem TitelQuartettblog: Aus heutiger Sicht, freuen Sie sich darüber, dass viele heute Ältere die alten Quartette in schöner Kindheitserinnerung haben und sammeln?
Heere: Die Wertschätzung von alltäglichen Dingen, so auch „meine“ Spielkarten, hat für mich einen hohen Stellenwert. Mit Freude habe ich bei der Recherche bezgl. Spielkarten im Internet gemerkt, dass es, wie auf Ihrer informativen Seite, viele Gleichgesinnte gibt, die ihrem Hobby frönen und sich über und an den Karten erfreuen. Wenn ich ein Kartenspiel zur Hand nehme, kommen bei mir bei der Betrachtung der Fotos die Erinnerungen wieder hoch und so manches Anekdötchen  um die Rennstrecken wird wieder wach und treibt einem ein zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht.
Quartettblog: Herzlichen Dank für das Interview!

Interview mit einem Quartett-Fotografen (1. Teil)

Jägermeister-Porsche im Autoquartett Renn-Tourenwagen von Berliner Spielkarten - Fotograf Thomas Dirk HeereWahrscheinlich hat jeder, der sich für die alten Autoquartette interessiert, schon mal darüber nachgedacht, wo wohl die Fotos und Daten herkamen und wie daraus schließlich ein Spiel mit 32 Karten wurde. Jetzt hatte ich Gelegenheit, dazu einen Insider per E-Mail zu interviewen, der Dutzende der heute historischen Quartette der Berliner Spielkarten fotografiert und entworfen hat.

Der Frankfurter Bildjournalist Thomas Dirk Heere steckt hinter zahlreichen Quartetten wie „Renn-Tourenwagen“, „Rallye“, „Bergsprinter“ und „Pistenheuler“, die teilweise schon auf dieser Webseite vorgestellt wurden. Seine Bilder gehören zu den spektakulärsten und lebendigsten Rennwagen-Fotos in Quartetten überhaupt! Und sie machen wohl den besonderen Reiz dieser Ausgaben aus den 70er und 80er Jahren aus. Als begeisterter Auto- und Rennsportfotograf hat Heere nicht nur die Fotos, sondern auch die technischen Daten geliefert. Hier eine Auswahl:

Eine Übersicht über die großformatigen Autoquartette und Motorradquartette von Berliner Spielkarten des Fotografen Thomas Dirk Heere

Einige der Berliner Spielkarten Quartette mit Fotos von Thomas Dirk Heere

Quartettblog: Wie kamen Sie dazu, für Quartettspiele zu fotografieren?
Heere: In den späten 70er Jahren habe ich mich als Fotograf selbständig gemacht und mir die Autofotografie als Ziel meines täglichen Erwerbs gesetzt. Unter anderem habe ich für die Vereinigten Motor Verlage in Stuttgart als freier Fotograf für die Zeitung „Sport Auto“ viele Autotests fotografiert. „Rally Racing“ und „Sportfahrer“  waren auch Zeitschriften, die ich bedienen durfte. Autorennen waren ebenso angesagt. An fast jedem Wochenende habe ich auf den Rennstrecken in Deutschland und dem europäischen Ausland gearbeitet. Die Vielzahl der Bilder und Motive, die in meinem Archiv schlummerten und noch keine Veröffentlichung hatten, haben mich bewogen, auf die Suche nach weiteren Abnehmern zu gehen. Dazu gehörte auch ein Besuch des Verlags der Deutschen Buchgemeinschaft in Darmstadt. Dort hatte ich kein Glück, aber im gleichen Hochhaus gab es den Verlag A. Seydel & Cie. mit der Abteilung Spielkarten und Spiele. (Anmerkung: Trotz des Namens war die Leitung der Berliner Spielkarten GmbH vermutlich in Darmstadt.) Dort traf ich auf einen an meiner Arbeit sehr interessierten Herrn. Ich glaube, er hieß Burgstahler oder Burgstaller. Er schaute sich Fotos von den Autorennen an und meinte, dass er diese für die Autoquartetts gut gebrauchen könne. Allerdings benötigte er auch die Daten. Diese sind natürlich gerade bei Rennwagen mit getunter Motorleistung nicht überall verfügbar oder zu ermitteln.
Quartettblog: Haben Sie die Fahrer oder Mechaniker einfach im Fahrerlager nach den Daten gefragt? Heute kann ich mir diese Möglichkeiten gar nicht mehr vorstellen!
Rennfotograf Thomas Dirk Heere aus Darmstadt fotografierte Autorennen und Rallyes für die Berliner Spielkarten Autoquartette

Thomas Dirk Heere an der Rennpiste

Heere: Ja, genau so kam es dann. Da ich durch meine journalistische Berichterstattung über die Rennen Zugang zu allen Bereichen der Rennstrecken und zum Fahrerlager hatte, konnte ich von Team zu Team gehen und die benötigten Daten abfragen. Ob mir dabei immer die die „echten Daten“ genannt wurden, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis … Zumindest waren sie authentisch und realitätsnah. Außerdem bleibt noch zu bemerken, dass die Renn-Teams damals nicht so sehr die Abschottung der Öffentlichkeit betrieben haben wie heute. Ich möchte sagen, es ging alles etwas „familiärer“ zu …

Quartettblog: Sind Sie denn selbst auch Rennen gefahren?
Heere: Rennen bin ich nie selbst gefahren – da ich aber z.B. für „Sport Auto“ fast jeden Montag in Hockenheim die Tests fotografierte, gab es genügend Gelegenheit, mit dem eigenen Fahrzeug (BMW Alpina B3) die Rennstrecke unter die Räder zu nehmen. Mehrmals habe ich mich dabei auch neben der Strecke wiedergefunden. Ein lehrreiches Prozedere, dass mich im Fahrstil weiter brachte, gleichzeitig signalisierte, Rennfahrer wirst du nicht!
Auf dem Rallye-Autoquartett der Berliner Spielkarten fliegt ein Kadett Rallye über einen SprunghügelQuartettblog: Wurden die Bilder extra für die Quartette geschossen oder auch für Zeitschriften etc.?
Heere: Eigentlich waren es immer Fotos, die sowieso entstanden sind. Außer das Dragster-Rennen. Dieses hätte ich wohl nicht besucht, wäre da nicht im Gespräch mit Herrn Burgstahler mein Vorschlag angenommen worden. Aus heutiger Sicht eine Bereicherung an Hörerlebnis … nie zuvor hatte ich bei Autorennen, das lauteste war für meine Begriffe immer die Formel 1, einen derartigen Lärmpegel erlebt!

 

 

 

PS Rennwagen (ASS)

ass-3200_PS-Rennwagen_Quartett_LotusASS 3200 • 1971 • Titel: Lotus 49 B • Ein einstiges Lieblingsquartett! Anhand der Zahlen, die ich in mein altes Spiel gekrakelt hatte, kann ich euch auch heute noch sagen, welche die besten Karten sind: 1. Matra MS 80 (mit Jackie Stewart am Steuer), 2. Porsche 917, 3. Lola T70, 4. Gulf Mirage und so weiter, bis zur 32., dem Opel Racingcar 1913/14… Beinahe schade, dass dieser schöne Quartettklassiker nicht besonders selten ist.

3200 PS Rennwagen ohne Blitztr

Rares alternatives Deckblatt

Wenigstens existieren drei Deckblattvarianten: mit schwarzer und mit roter Rückseite und ohne Blitztrumpf (sehr rar, siehe das Bild von Reinhard). Der Nachfolger ist PS Rennwagen 1972, Nr. 3200, Titel: STP-March Formel 1. • Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €€-€€€

Bergsprinter (Berliner)

Das Bergsprinter-Quartettspiel von Berliner Spielkarten Nr. 6316760 zeigt Bergrennwagen wie Renault Alpine, Steyr-Puch 650 TR, NSU TTS, Fiat Abarth 1000 TC, Irmscher Kadett 2000 und Sauber C2B mit kurzer BergübersetzungBerliner Spielkarten 631 6760 • ca. 1973 • Titel: Renault Alpine 1800 RS • Wo heute nur noch das Rehlein äst und der Waldkauz krächzt, konnte man in den 70ern auch brutalst frisierte Spezialtourenwagen sichten, die bei den zahlreichen Bergrennen die deutschen Mittelgebirge hochdonnerten. Die Merkmale dieser weitgehend ausgestorbenen Gattung: atemberaubende Kurvenmanöver auf zwei Rädern, spektakuläre Optik und Berg-Übersetzung. Letzeres sorgt für das Manko dieses ansonsten tollen Quartetts: Selbst PS-strotzende Ford Capri RS, Porsche Carrera RSR oder Irmscher Kadett kommen nicht mal auf läppische 190 Sachen! Weitere Gipfelstürmer:

  • Ca. 1975, Bergrennen, Titel Zakspeed Escort, Nr. 6316740 (genau, niedrigere Nummer, aber spätere Ausgabe)
    – Version mit Brandenburger-Tor-Logo, Titel VW Golf, Nr. 6314740
  • Ca. Ende 70er, Bergrennen (Kleinformat), Titel Escort, Nr. unbekannt
  • Ca. Anfang 80er, Bergrennen Quiz-Quartett, Titel orangefarbener Rahmen, Nr. 6316940
  • und von Pelikan, ca. Anfang 80er: Bergrenner Miniquartett, Titel Porsche Turbo KRS, o. Nr. (mit Karten aus dem 75er-Berliner-Spiel)

• Seltenheit ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert €€-€€€

Allen Quartettblog-Lesern fröhliche Weihnachten und ein, zwei schöne Quartette auf dem Gabentisch!

Nicht vergessen: Mach mit bei der Verlosung von zwei neuen Minderheiten-Quartetten (nur bis 31.12.)!