Formel 1 kontra Rennsportwagen (ASS)

ASS 38784/4 • 1975 • Titel: Hesketh 308 + Lola T 294 • Bei diesem Quartett treten die Formel 1 der Vor-Turbo-Zeit gegen die Rennsportwagen der Nach-Porsche-917-Zeit an. Das Rennen ist äußerst eng: Während die Formel 1 wie JPS-Lotus 76, Tyrrell 007, Marlboro-McLaren M23 und UOP-Shadow recht gleichförmige technische Werte vorweisen, ist das Feld der Rennsportwagen weit auseinander gezogen: Boliden wie Ferrari 312 PB, Matra-Simca MS 670 C und Alfa Romeo 33 TT 12 stechen bei den Fahrleistungen, die kleineren Klassen beim – möglichst niedrigen – Gewicht. Spannend!

Das Kreuz mit den Kreuzchen: markierte Spielkarten

Die abgebildete Ausgabe hatte ich schon als Kind. Für die Kreuzchen auf den Karten ist also mein jüngeres Ich verantwortlich. Dass die Kreuze die Bestleistungen markieren, ist klar, aber WARUM ich es eigentlich für nötig hielt, diese Angaben anzukreuzen, ist mir unverständlich. Schließlich weiß doch jedes Kind, dass 12 Zylinder unschlagbar sind und dass der Carrera RSR Turbo hier die höchste PS-Zahl hat! Naja, offensichtlich war ich nicht der Einzige, der damals Quartette mit Kugelschreiber „individualisiert“ hat. Irgendwann werde ich mal einen Blogbeitrag zu den schlimmsten Bemalungen bringen … Übrigens, eine Auflistung aller Kontra-Quartette findest du hier>>. Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€-€€€

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Das Postkarten-Kalender-Rätsel (ASS)

ASS o. Nr. • ca. 1972 • o. Titel (A1 = Ford 3 Liter) • Achtung, dieser Post ist was für Spezialisten! In einem Kommentar zu meinem Artikel über das seltene Rennwagen Postkarten-Quartett erwähnte Blog-Leser Klaus ein besonderes Postkarten-Quartett, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Hier sind seine Bilder, die Karten aus mindestens drei verschiedenen Sets zeigen:

  • A1–A4 haben keine Bestellnummer. Außerdem sind diese vier Prototypen normalerweise unter xxx sortiert.
  • B1, B3, B4 sind die selteneren Postkarten-Varianten ohne roten Balken (wahrscheinlich von 1971), B2 hat den roten Balken (Version von ca. 1970).
  • C1 ist wieder eine Karte ohne Nummer, C2–C4 sind die 1971-Varianten.
  • D1, D2, D4 sind ebenfalls von 1971, die D3 ist wieder ohne Bestellnummer und etwas kleiner als die anderen.

Möglicherweise gehören diese ominösen Karten ohne Nummer A1–A4, C1 und D3 zu Kartensätzen der legendären ASS-Jungenkalender von 1972 und 1973 (siehe die Kommentare unter dem Postkarten-Artikel). Auch diese extrem raren Druckwerke beinhalten nämlich Postkarten, allerdings vermutlich zum Selbstausschneiden. Zum Vergleich A1–A4 der Auto-Version von 1973 (Bild: Herbert Kutter): 4 Postkarten des raren Jungenkalender 1972 Auto-Asse von ASS mit Volvo 1800, Lamborghini Jarama, Alfa 2000 GTV Spider und Porsche 911 Targa

Wie man sieht, haben diese Jungenkalender-Karten auch keine Bestellnummer, wie die fraglichen Rennwagen-Karten – aber wiederum auch keine runden Ecken, wie es für die Quartett-Postkarten typisch ist. Die Rückseiten sind übrigens gleich.

Die große Frage ist nun, gehören die oben abgebildeten Rennwagen-Karten ohne Nummer zu einem gänzlich unbekannten Postkarten-Set oder zu einem zu 90% unbekannten Jungenkalender? Hat jemand ähnliche Karten? Um sachdienliche Hinweise zum Lösen des Rätsels wird gebeten … • Seltenheit: ◊◊◊◊◊ Wert: €€€€€€

Rennpiloten (Berliner)

Das Berliner Spielkarten Quartett Rennpiloten – Männer im Cockpit zeigt Rennfahrer der Formel1, Le Mans, Langstreckenrennen usw wie Niki Lauda, James Hunt, Jackie Stewart, Clay Regazzoni, Emerson Fittipaldi und Graham Hill.Berliner 6316726 • ca. 1975 • Titel: Niki Lauda • Nach so vielen Rennauto-Quartetten hier einmal ein Spiel, dass den Fahrern der „Rennboliden“, „Heißen Öfen“, „Pistenflitzern” und „Superrennern“ gewidmet ist. Die Helden der glorreichen 70er-Jahre geben sich hier den Schaltknüppel in die Hand (als es sowas noch gab, heute haben die Rennwagen ja so lasche Wippschalter). Wer wie ich mit Jackie Stewart, James Hunt, Niki Lauda, Clay Regazzoni, Rolf Stommelen, Jacky Ickx und Kotelettenmonster Emerson Fittipaldi aufgewachsen ist, erinnert sich beim Durchspielen mit Wehmut an die Begeisterung, die schon kurze Rennberichte in der Sportschau auslösen konnten. Zumal sich die Fahrer zumeist als kernige Typen mit Fluppe im Mund darstellten, nicht so schwiegermutter-freundlich wie heute. Schade jedoch, dass viele mit Helm aufgenommen wurden, das ist auf Dauer etwas gleichförmig. Und leider eignet sich das Quartett nicht zum Trumpfen.

Zum Berliner Spielkarten Rennfahrer-Quartett gibt es eine Deckblatt-Alternative

(Bild von Reinhard)

Nachtrag: Reinhard wies mich auf eine Variante (oder einen Nachfolger?) hin, bei der das Spiel Rennfahrer heißt: „Ein Quartettspiel um die berühmtesten Männer im Cockpit“. Karten und alles andere sind gleich. Siehe Titelbild!

Folgende weitere Rennfahrer-Quartette sind mir bekannt:

  • 1939: Hausser, Rennen Rennfahrer Rekorde, Nr. 690, Titel: Mercedes Silberpfeil (der Urahn aller Autoquartette!)
  • ca. 1969: Bielefelder, Rennfahrer, Nr. 0190, Titel: Graham Hill
    – Titelvariante: Jackie Stewart
  • ca. 1972: Bielefelder, PS-Matadore, Nr. 0228, Titel: Mario Andretti
  • ca. 1976, Bielefelder, Motorrad-Asse, Nr. 0304, Titel: Giacomo Agostini
  • 1973 bis 1986: Piatnik, Rennfahrer, Nr. 4230, 14 Varianten
  • ca. 1975: Berliner/Brandenburger-Tor-Logo, Rennpiloten, Nr. 6314726, Titel: Ronnie Peterson
  • ca. 1975-76: Berliner, Rennfahrer, Nr. 6316726, Titel: Niki Lauda
  • ca. 1977: Berliner, Rennfahrer, Nr. 6316891, Titel: Ronnie Peterson
  • ca. 1985: Schmidt Spiele, Rennfahrer, Nr. 6318326, Titel Niki Lauda
  • ca. 1986: Schmidt Spiele, Rennfahrer, Nr. 6318326, Titel Alain Prost
    – Variante von SuperTop, Rennfahrer, Nr. 5325, Titel: Marc Surer
  • 2016: Legendenquartett, Motorsport-Formel 1, o. Nr., Titel: Francois Cevert

• Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

Rennwagen Quartett-Postkarten (ASS)

ASS 750 • 1969-70 • o. Titel (A1 = BMW Formel 1) • Die Postkarten-Quartette gehören wohl zu den seltensten und begehrtesten Spielen von ASS außerhalb der 616er-Serie. Noch interessanter als Flugzeuge und Raketen dürfte dabei diese Ausgabe mit Rennwagen sein – nicht nur aufgrund der Auto-Thematik, sondern auch, weil die wunderbaren, brillant gedruckten Fotos in keinem anderen Quartett auftauchen! Darum bilde ich hier einfach mal alle 24 Karten des Sets ab.

Zum Vergrößern einfach anklicken:

Vielen Dank an Gerolf für einige Prototypen und die Scans! Laut Klaus Dünkers Quartettkatalog wurden die Spiele erstmals in der ASS-Preisliste 1969 angekündigt. Sie kamen möglicherweise aber erst ab 1970 in die Läden. In der ASS-Preisliste von 1970 wurde den Händlern jedenfalls empfohlen, Einzelkarten für 20 Pfennig anzubieten. Die meisten Quartett-Postkarten dürften jedoch im Komplettset verkauft worden sein. Viele waren’s sicher nicht… • Seltenheit: ◊◊◊◊◊ Wert: €€€€€€

Rennautos Doppelspiel (FX Schmid)

Das Rennwagen-Doppelspiel von FX Schmid mit der Nr. 62522 hat 28 Karten, also insgesamt 65 Rennwagen, darunter viele CanAm-Rennautos, Prototypen, IndyCar-Rennwagen, Renntourenwagen, Le-Mans-Sieger.FX Schmid 62522 • ca. 1978 • Titel: Porsche 917 Turbo-CanAm + Alfa Romeo Tipo 33 CanAm • Theoretisch war das eine super Idee: ein Autoquartett mit gleich 56 Rennwagen (auf 28 Karten)! Macht ein halbes Dutzend neuer Spielregeln – blau markierte Autos gegen blaue, rot markierte gegen rote und so weiter! Oder sogar „kein Farbzwang“! Plus: Technik-Infos auf jeder Karten-Rückseite! Tja, aber in der Praxis…  zwei Motive auf einer Karte, davon eines falschrum, das funktioniert irgendwie nicht. Die großartigen Rennboliden (CanAm-Fahrzeuge, Prototypen, Formel 1, sogar einige Stock Cars und Indy-Renner) kommen nicht richtig zur Geltung und die Umdreherei nervt. Interessant gescheitert, würde ich aus heutiger Sicht sagen! Hier ein Überblick über die weiteren Doppelspiel-Quartette:

  • Nr. 62122: Motorräder, Titel: 2 Motorräder
  • Nr. 62222: Militärflugzeuge, Titel: McDonnell-Douglas YC-15 + Grumman F-14 A Tomcat
  • Nr. 62322: Panzer, Titel: Leopard 2 (?) + Leichter Kpz Ikv 92
  • Nr. 62422: Autos, Titel: Opel + BMW

• Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Rennsport-Wagen (Bergmann/FX Schmid)

Bergmann/F.X. Schmid 53322 • 1971 • Titel: Matra Simca MS 120 • Tolles Rennwagen-Quartett mit stimmungsvollen Bildern, u. a. von Formel 1 (z.B. Jochen Rindts Lotus 72), Le Mans Rennwagen (z. B. Porsche 917), Can Am  und Tourenwagen. Falls euch die Karten bekannt vorkommen: Hierbei handelt es sich um die 71er-Ausgabe von „Auto-Rennsport“ (FX Schmid, Titel: Ferrari 312 PB) mit Bergmann-Deckblatt!

Bergmann war ein Anbieter von Fußball- und Auto-Sammelbildern und wollte damals wohl in den Quartettmarkt einsteigen, ohne viel zu investieren. Es gibt noch „Traumwagen“ und „Motorräder“ der Marke, ebenfalls basierend auf FXS-Quartetten. Heute sind diese Spiele bzw. die Titelblätter sehr gesucht und entsprechend teuer: Der Wertunterschied zwischen den Bergmann- und den Normal-Versionen liegt bei 10 bis 20 Euro. Sollte man sich überlegen, ob einem diese eine Karte so viel wert ist… (meins ist vom Flohmarkt). Auf der Rückseite des Deckblatts befindet sich übrigens die Quartett-Spielregel, wie sie bis 1967 bei FXS im Einsatz war, allerdings ohne die Logos. Auch schön: Die Fahnen wurden seitenverkehrt gedruckt. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€€-€€€€€