Fröhliche Weihnachtstage allen Quartettfreunden!

Schöne Festtage und ein paar tolle Quartette unterm Baum
wünscht euch der Quartettblog!

Interview mit einem Quartettsammler

Wie kommt man zum Quartette sammeln? Wieviel haben die Spiele früher gekostet? Wie entstand der Quartettblog? Wie lange dauert es, einen Artikel zu verfassen? Und was steht ganz oben auf meiner Autoquartett-Wunschliste?

Antworten gebe ich in einem ausführlichen Telefoninterview zum Thema Quartette für Stefans Interview-Reihe „Talk about you“. Vielleicht ganz interessant – man möge mir manche Ungenauigkeit nachsehen und dass ich an einer Stelle Borgward und BMW verwechselt habe. Das Interview gibts als YouTube-Video oder auch als Podcast, z.B. bei Spotify. Viel Spaß…!

Rennwagen (Eikon)

Eikon o. Nr.  • ca. 1967 • Titel: Lotus Formel 3 • Normalerweise habe ich ja alle Quartette, über die ich schreibe, in meinem Besitz. Dies hier ist eine Ausnahme – was daran liegt, das es extrem selten und begehrt ist und entsprechend teuer gehandelt wird. Und es widerstrebt mir noch etwas, mehrere Hundert Euro für ein Quartett auszugeben … Jedenfalls, dieses Spiel hat nicht nur eine einzigartige Stellung in der Sammlerwelt, sondern weist noch weitere Besonderheiten auf: Die 36 Karten haben ein ungewöhnliches Großformat (12,5 x 7,8 cm lt. Herbert Kutters Katalog) und stecken nicht in einer Box, sondern in einer weichen Plastikhülle mit Prägung. Die Bilder tauchen in keinem anderen Autoquartett auf, allerdings sind viele Modelle auf den Fotos angeschnitten. Am Start sind übrigens nicht nur Rennwagen wie Porsche Carrera 6, Ferrari 250 LM und diverse Formel 3 und Formel V sondern auch Sportwagen, etwa Triumph Spitfire, Ferrari 330 GTC, Lotus Elan und Maserati 2 Posti (bekannt als Mistral). Darunter befinden sich einige selten gesehene Sonderkarossen. Insofern lohnt es sich vielleicht schon, für das Quartett ein paar Hunderter locker zu machen, wenn es mal bei ebay oder woanders auftaucht! (Bilder sind von Monika.)

Mindestens genauso rar und wertvoll sind die anderen beiden Eikon-Quartette Personenwagen I und Personenwagen II in gleicher Ausstattung. Im Laufe der letzten ca. 7 Jahre habe ich folgende Verkaufspreise für gut erhaltene, komplette Eikon-Quartette bei ebay gefunden (aufgerundet):

  • Rennwagen: 560 €
  • Personenwagen I: 232 €, 407 €, 481 €
  • Personenwagen II: 719 €, 510 €

Naja, irgendwann werde ich weichgekocht sein und es trotzdem kaufen oder am besten mit etwas Glück für ’nen Zehner auf dem Flohmarkt aufspüren! • Seltenheit: ◊◊◊◊◊ Wert: €€€€€€

Kulturfestival sucht Autoquartett-Sammler!

Das Autoquartett scheint nun endgültig in den höheren Sphären der Kunst- und Kulturszene angekommen zu sein. Beleg dafür ist eine Anfrage vom Internationalen Performancefestival „Wunder der Prärie“ an den Quartettblog. Für die Diskursreihe „Autoquartett – Gespräche zur aktuellen Verkehrslage“ rund um die Kulturgeschichte des Autos wird ein passionierter Autoquartett-Sammler gesucht.  Er (oder sie) soll mit dem Publikum eine moderierte Runde Quartett spielen, ein Interview zum Lieblingsquartett geben und vielleicht sogar einige Ausstellungsstücke beisteuern. Klingt ganz amüsant, finde ich, zumal ggf. Reisekosten, Unterkunft und vielleicht auch eine Aufwandsentschädigung drin sind… Wer also vom 20. bis 24. September Zeit hat und idealerweise in der Nähe von Mannheim wohnt, möge sich beim Kurator Sebastian Bauer unter <seb-bauer@gmx.de> melden!  Infos auch hier: www.zeitraumexit.de

Einladung zum Quartettsammler-Treffen 2019

Zum mittlerweile 17. Mal wird zum Jahrestreffen der Quartettsammler eingeladen. Die diesjährige Ausgabe der Veranstaltung findet vom 23. bis 25.8. in Mainz statt. Infos zum Programm findest du auf dem Flyer oben. Besonders möchte ich auf einen Vortrag von Reinhard hinweisen, der eigens eine kleine Umfrage zum Thema „Unterbringung der Quartettsammlung“ durchgeführt hat. Zusätzlich zu den Vorträgen gibt es eine kleine Tauschbörse und natürlich die Möglichkeit zum Fachsimpeln. Leider hab ich es selbst noch nie zu einem dieser Treffen geschafft, aber es soll sich immer sehr lohnen. Also, viel Spaß!

9 Jahre Quartettblog!

Der Quartettblog feiert jetzt sein 9. Jubiläum! Für mich ist das wie stets ein guter Anlass, dir und den vielen anderen Lesern Danke zu sagen. Denn ohne interessierte Leser und engagierte Kommentatoren macht das Schreiben doch keinen Spaß!

Im Jubiläumsbeitrag vom letzten Jahr hab ich mich über die neue Datenschutz-Grundverordnung und deren Konsequenzen für viele Betreiber kleiner Webseiten ausgelassen. Zum Glück kam es bislang nicht zur befürchteten Abmahnwelle. Vielleicht setze ich also künftig wieder das datenschutzrechtlich problematische Facebook-Like unter die Artikel. Apropos Facebook: Auf meiner fb-Seite Autoquartett veröffentliche ich immer mal wieder Quartettfotos und -infos, die nicht in diesem Blog auftauchen. Du kannst ja mal reinschauen.

Statt der gewohnten Jubiläums-Top-Ten der Beiträge möchte ich stellvertretend einige Menschen nennen, die sich in den vergangenen 12 Monaten besonders ums Quartettsammeln verdient gemacht haben: Andreas, der  einen riesigen Online-Katalog auf die digitalen Beine gestellt hat, Herbert für die Ausgrabung eines wichtigen Artefakts der Quartettgeschichte, Christian für das erste richtige Sachbuch zum Thema Quartett, Klaus für seine unermüdlichen ASS-Katalog-Veröffentlichungen, mehreren kreativen Independent-Quartettmachern und schließlich auch den mir unbekannten Managern von ASS und Ravensburger, die tatsächlich neue Quartettlinien in die Spielzeugläden gebracht haben (nachdem ich schon annahm, mit den 2015er-Ausgaben hätte sich das Thema Autoquartett für die beiden Großen der Branche erledigt).

Gute Gründe also, mit weiterhin viel Freude ins zehnte Quartettblog-Jahr zu starten!

Der Quartett-Automat – Vortrag von Herbert Kutter (Teil 2)

Hier der zweite Teil des Vortrages von Herbert Kutter auf dem Sammlertreffen im August 2018. Die Top 12 der technischen Quartettspiele wurde mit einer besonderen Überraschung gekrönt: die Enthüllung des legendären Quartett-Automaten!

Der Automat vpn OAK Manufacturing "Premiere“ wurde von Brabo In Antwerpen gefertigt und enthält das ASS-Autoquartett 616 mit Borgward Isabella als Automatenspiel.

Dieser Automat aus den späten 50er-Jahren spuckte nach Einwurf eines Groschens ein Kaugummi und dazu eine Sammelkarte nach Wahl aus. Kurzzeitig wurde er auch für den Verkauf von Autoquartett-Karten genutzt. Dafür verwendete man ausgerechnet Karten vom ASS Auto-Quartett 616 mit der Borgward Isabella, einem der seltensten Spiele überhaupt! Diese speziellen Karten tauchen alle Jubeljahre mal auf – doch der Automat selbst blieb lange verschollen …

Herbert: „Im April 2018 wurde ich auf die angebliche Existenz eines solchen megararen Automaten mit dementsprechenden Karteninhalt hingewiesen (Anmerkung: indirekt durch einen Quartettblog-Kommentar von Ralf). Warum aber druckte ASS die Karten von einem Spiel, das eh keiner kaufen wollte, extra als Automatenspiel? Die Lösung hat vermutlich genau mit dieser Tatsache zu tun. Die noch vorhandenen, von ASS produzierten Karten des 616er von 1959, egal ob E oder F, waren übrig und so kürzte man diese Karten einfach und statt sie zu vernichten, lieferte man sie an Händler aus, die solche speziellen Automaten in ihren Läden hatten. Und zwar ohne dieses „unattraktive“ Titelblatt. Wenn es denn so gewesen ist: Welch ein horrender Frevel aus heutiger Sicht!

Der Opel Kapitän im seltenen ASS 616 Auto-Quartett wird hier gerade aus dem Quartett-Automaten gezogen.Jetzt aber wieder zu den Fakten: Diese Automaten, welche den schönen Modellnamen „Premiere“ hatten, wurden 1956 in den USA, genau genommen von der 1948 in Kalifornien gegründeten OAK Manufacturing, produziert. In den Staaten wurden diese Automaten neben Kaugummikugeln auch mit Sammelbildchen von hauptsächlich Baseballgrößen und auch Schauspielern bestückt. 1957 fertigte die belgische Firma Brabo in Antwerpen in Lizenz solche Automaten u. a. für den deutschen Markt. Diese Automaten hingen übrigens nicht an den Wänden, sondern sie standen auf Füßen. In der Regel wurden sie in Europa eben nicht mit Bildchen von Baseballhelden, sondern mit Fußballstars, Fußballmannschaften und auch Schauspielern, sowie Musikern bestückt. Aber eben auch mit den heute sehr begehrten für den Automaten zugeschnittenen Restbeständen der Isabella-Spiele und zwar kreuz und quer mit den Karten in E und/oder F!

Autoquartett 616 Quartett-Automat aus den 50er-Jahren für Sammelbilder

Einer der beiden Kartenschächte des Automaten von hinten

Deshalb möchte ich allen Sammlern hiermit eine paar aufmunternde Hinweise bzgl. des Sammelns speziell dieser Karten geben. Da es beim Sammeln ja um Authentizität geht, hier drei Fakten:
1. Der Kartensatz muss nicht geordnet in E oder F sein, da diese Automaten faktisch auch kreuz und quer bestückt wurden und zwar völlig vermischt, manche Karten auch mehrfach, alle aber im Topzustand.
2. Somit muss solch ein Kartensatz nicht einmal komplett sein, da es sich also, so deprimierend das klingt, scheinbar um eine reine Resteverwertung handelte. Im Prinzip sollte es einem seriösen Sammler reichen nur eine dementsprechende Karte aus so einem Automaten zu besitzen.
3. Die Kartenrückseiten dürfen auch in unterschiedlichen Helligkeitsstufen sein, wäre also kein Reklamationsgrund bei einem eventuellen Ebay-Kauf mehrerer solcher Karten.

Der gezeigte Automat stammt übrigens von einem Edeka Laden, der sich Kolonialwarenladen Bock nannte, und er stand in Klein- Eicklingen bei Celle in Niedersachsen. Bevor ich nun weitere Fragen beantworte und die Funktionsweise solch eines Automaten demonstriere, bedanke ich mich für eure Aufmerksamkeit und hoffe der Vortrag war auch für Nichttechnik-Sammler einigermaßen interessant. Danke schön.“ (Anmerkung: Bilder von Herbert.)