Rallye (Pelikan)

Pelikan 75 B 550 • ca. 1982 • Titel: Porsche 924 GTS Turbo • „Auf den Pisten der Welt“ – ach was! Die meisten Rallyeautos im Quartett driften wohl eher über heimische Rundstrecken, die einfach mit rotweißem Flatterband von ein paar Zuschauern abgegrenzt sind. Viele Fahrzeuge bewegen sich sogar mit simplen Straßen-Kennzeichen über Feldwege, Schotterstrecken und Sprunghügel. Immerhin informiert eine Textzeile, um wieviel PS die Motoren frisiert wurden – bis zu 135 PS beim Ford Escort 1800. Außerdem mit im Sandkasten: Opel Ascona A 1600, 2000i und 400, Porsche Carrera RS und 911 SC, Fiat Abarth 131 Rallye, diverse Golf-Varianten und Mercedes 500 SL (der Superstecher mit V8-Motor!).

Die Karten sind identisch mit …

  • Berliner Spielkarten, Rallye/Autowelt, Nr. 6318337, Titel: Ford (Fiesta oder Escort)
  • Berliner Spielkarten, Rallye/Motorwelt, Nr. 8337, Titel: Ford (Fiesta oder Escort)
  • Schmid, Rallye, Nr. 6318337, Titel: Ford (Fiesta oder Escort)
  • Carlit (ohne Marke), Rallye – Rallyes, Nr. 5314, Titel: Porsche 924 GTS (zweisprachig)

Allerdings heißt der Superstecher bei den Berliner Quartetten Spitzentrumpf. • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

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Rallye (FX Schmid) b

Das Rallye-Autoquartett von FX Schmid mit Nr. 50145-0 im Skatformat enthält Martini-Lancia Delta HF sowie Ford RS 200, Renault 5 Turbo und andere Gruppe-5-RallyebolidenF.X. Schmid 50145.0 • 1988 • Titel: Lancia Delta HF • Für Freunde der fliegenden Kisten waren die 80er die beste Zeit, denn damals herrschte die sogenannte Gruppe B über die Rallyepisten Europas. Die vom Reglement kaum eingeengten Fahrzeuge ließen sich auch von Walter Röhrl & Co. kaum beherrschen und sorgten 1986 für mehrere tödliche Unfälle. Das Reglement wurde geändert, die Autos entschärft. Aber in diesem Quartett sind noch einige dieser extrem verspoilerten PS-Monster zu finden: Austin Rover Metro, Renault 5 Turbo, Ford RS 200, natürlich Lancia Rally und Audi Quattro, außerdem einige zivilere aber genauso verdreckte Gefährte. Sogar Lada Niva und Skoda Rallye 130 RS fetzen hier über den Schotter. – Nach vier Wilde Meute Quartetten in den 70ern nannte FX Schmid die entsprechenden Quartette einfach Rallye-Autos bzw. Rallye und veröffentlichte jedes Jahr ein Update:

  • 1977: Rallye-Autos, Nr. 51722, Titel BMW 2002
  • 1978: Rallye-Autos, Titel Ford Escort
  • 1979: Rallye-Autos, Nr. 51710, Titel Mercedes 280 E Safari
  • ca. 1978-79: Rallye-Autos, o. Nr., Titel: Alfasud ti (Super-Mini)
    – Rallye Monte-Carlo, Titel Brettspiel + Quartett, Nr. 92530
  • 1980: Rallye – Autos in der Zerreißprobe, Nr. 51710, Titel: Valvoline-Golf oder -Kadett (?)
  • ca. 1981: Rallye – Autos im Härtetest, Nr. 51710, Titel: Porsche 911
  • 1981-82: Rallye – Autos in der Zerreißprobe, Nr. 51710, Titel: Audi Quattro
    – Version mit 24 Karten
  • 1982: Rallye, Nr. 51710, Range Rover (?)
  • 1984: Rallye, Nr. 51710, Titel Audi Quattro
  • ca. 1984: Rallye, Nr. 56551, Titel Audi Quattro (Mini)
  • 1985: Rallye, Nr. 50049.1, Titel: Audi Quattro
  • 1986: Rallye, Nr. 50067.5, Titel: Audi Quattro
  • 1987: Rallye, Nr. 50114.6, Titel: Audi Quattro
  • ca. 1987: Rallye, Nr. 56511.7, Titel: Audi Quattro (Mini)
  • 1988: Rallye, Nr. 50145.0, Titel: Lancia Delta HF
  • 1989: Rallye, Nr. 50162.7, Titel: Ford Sierra Cosworth
  • ca. 1989: Rallye, Nr. 50007.1, Titel: Ford RS 200 (24 Karten)
  • 1990 (Datum 1989): Rallye, Nr. 50009.5, Titel: BMW M3 (24 Karten)
    – Version mit Idena-Logo
  • 1990: Rallye, Nr. 56513.1, Titel: Ford Sierra Cosworth (Mini)

Danach tauchten 16 der Rallye-Autos im Quartett Rennsport auf. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €-€€

Rallye (ASS)

Das Top-Ass Rallye-Autoquartett enthält Porsche 911, Lancia Stratos, Renault Alpine Turbo, Baja 1000 Mexico-Käfer, sogar einen Moskvich Rallye.ASS 3339/6 • 1984-85 • Titel: Porsche 911 • Abgesehen von einem Maxi-Mini-Spiel ist dies das erste Rallye-Quartett von ASS, bietet aber schon alles, was Fans hier erwarten dürfen: hochfrisierte und verbeulte Autos, Schneeberge und Schlammpfützen, Kurvendrifts und Sprunghügel, alles in herrlich schmuddeligen Aufnahmen, wie sich’s für das Genre gehört. Besonders erwähnenswert sind z. B. der Rallye-Moskvich, der im Quartett wie auf der Strecke kaum besiegbare Lancia Stratos und ein paar Baja-1000-Mexico-Vehikel, die sich in jedem Mad-Max-Film gut machen würden. Das Spiel existiert auch mit ASS-Standard-Rückseite in Rot (Version von ca. 1983).

Hier die Nachfolger-Quartette mit dem Titel Rallye:

  • ca. 1986: Nr. 3032/6, Titel Audi Quattro Rallye (Profi-Format)
  • ca. 1988: Nr. 3075/5, Titel Opel Kadett Rallye 4×4 (Profi-Format)
  • ca. 1989: Nr. 3075/5, Titel Peugeot 205 T16 E2 (blau-gelber Hintergrund)
    – 1990 mit CE-Zeichen
  • ca. 1989: Nr. 45/000404, Titel Metro 6R4 (?) (Mini-quartett)
    – Mit Hansaplast-Werbung (Titelbild und Rückseite)
    – 1990 mit CE-Zeichen
  • ca. 1992: Nr. 3075/5, Titel Peugeot 205 T16 (?) (blau-gelb/Symbole wie im Cockpit)
  • 1994: Nr. 30755, Titel Hummer (?) (Stern/Symbole wie im Cockpit)
  • 1996: Nr. 33130.3, Titel Mitsubishi (Rechteckiger Rahmen)
  • 1997: Nr. 71567.0, Titel Mitsubishi (Runder Rahmen)
  • 1998: Nr. 71614, Titel Mitsubishi Lancer RS(Edition 98)
  • 1999: Nr. 71711, Titel Seat Cordoba WRC (Edition 99)
  • 2000: Nr. 71763, Titel Ford Focus Rallye (Edition 00)
  • 2001: Nr. 717962, Titel Skoda Octavia WRC (Edition 01/02)
  • 2002: Nr. 718204, Titel Mitsubishi Carisma GT (Edition 02/03)

Ab 2003 wurden die Spiele neu zusammengestellt und hießen dann Rallye Dakar bzw. ab 2009 Wüstenrallye (ausführliche Infos dazu unter den Kommentaren!). Vielen Dank an Joachim und Wolfram für die Ergänzungen. • Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €€

Flotte Flitzer Rallye- und Rennwagen (ASS)

Das Rallye- und Rennwagen-Quartett von ASS Nr. 3238 namens Flotte Flitzer enthält Irmscher-Opel, VW Käfer RS, Schnitzer-BMW, de-Tomaso-Pantera und den Fahrbericht.ASS 3238 • 1973 • Titel: de Tomaso Pantera • Dieses tolle Quartett startet mit einem ganzen Schwarm VW Käfer, einer derber frisiert als der andere. Das bulligste Exemplar kommt dann schon auf 200 km/h! Und so gehts weiter: Hier driften pausbäckige Ascona, Commodore, Irmscher-Manta, Schnitzer-BMW, Ford Escort und Porsche Carrera RS über den Nürburgring, meist in knalliger Kriegsbemalung – 70er-Jahre Rennsport pur! Dazu kommen einige Rallyeautos und ein schnittiger Opel GT Diesel-Rekordwagen. Ein Rennauto-Quartett, bei dem man sich Spielkarten mit Soundeffekt wünschen würde! – Die späteren Flotten Flitzer Quartette ab 1974 haben mit diesem Spiel nichts zu tun. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€-€€€

Rallye (Berliner)

Das Quiz-Quartett Rallye von Berliner Spielkarten Nr. 6316924 hat einen grünen Quizrahmen, Spitzentrumpf und Rückseitenspiel sowie Lancia Beta HF, Renault Alpine A 310, Ford Escort RS 2000 und Opel Ascona.Berliner Spielkarten 6316924 • ca. 1979-80 • Titel: Grüner Rahmen (1a = Lancia Beta HF) • Mit den Quiz-Quartetten starteten die Berliner Spielkarten eine Serie von Spielen im Skatformat, die statt einer Titelkarte einen sogenannten Quizrahmen hatten. Dieser ermöglichte eine spezielle Experten-Spielregel, bei der man anhand des Fotos das Automodell und dessen Daten raten sollte. Nicht immer einfach angesichts der bis zur Unkenntlichkeit eingeschmuddelten Rallyeautos, die hier durch Schnee, Matsch, Staub und Dreck geprügelt wurden (Fotos: Thomas Dirk Heere)! Vor Einführung der berüchtigten Gruppe B gehörten Fiat Abarth 131, Renault Alpine A 310 und diverse fliegende Opel und Porsches zu den schärfsten Geschossen der Rallyestrecken.

Vermutlich war das Quizkonzept nicht besonders erfolgreich, denn heute sind viele der rund 40 technischen Quartette der Reihe nur selten anzutreffen. Die meisten davon existieren auch in einer noch rareren „No-Name“-Variante mit Brandenburger-Tor-Logo und „echtem“ Deckblatt. In diesem Fall zeigt es den Opel Commodore B GS/E (Nr.: 6314924). Dieses Quartett hab ich selbst noch nie gesehen, vielleicht existiert auch eine Version mit dem Lancia Stratos (?). Weitere Rallye-Quartette von Berliner findest du hier. >> • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Interview mit einem Quartett-Fotografen (2. Teil)

Hier nun der zweite Teil des Interviews mit dem Fotografen Thomas Dirk Heere, der zahlreiche Berliner Spielkarten Quartette der 70er und 80er Jahre fotografiert hat. Zum 1.Teil >> 

Sportauto-Zeitschrift mit dem Kadett GT/E Rallye vom Berliner Spielkarten Quartett Rallye.

Hier fliegt der Kadett vom Rallye-Quartett

Quartettblog: Wie lief die Entwicklung eines Quartetts konkret ab, wurden Sie von einem Redakteur oder Verlagsmitarbeiter angerufen um z. B. ein Quartett wie „Pistenheuler“ oder „Rallye“ zusammenzustellen?

Heere: Eigentlich ergab sich die Planung immer aus dem Gespräch heraus, da ich ja wusste, was ich anbieten konnte und was ich bereits im Archiv hatte. Auch kam dann auf meine Anregung ein Spiel zustande, dass sich von den üblichen Quartettspielen unterschieden hat: „Rennpisten international“. (Anmerkung: Nr. 6316766).
Quartettblog: Wie kam es dazu?
Heere: Das Quartettspiel „Rennpisten International“ z. B. entstand anhand der Programmhefte, die ich von jedem Rennen mitbrachte. Oft gab es darin eine Skizze der Rennstrecke. Diese Skizzen waren es, die den Denkanstoß gaben. Da hieß es dann, weg von den technischen Daten und eine Streckenbeschreibung mit entsprechenden Rennmotiven der spektakulären Abschnitte entwerfen.
be-6316760_Bergsprinter_Quartettspiel_Alpine-Renault Kopie 1Quartettblog: Mich würde mal interessieren, wie man sich die Firma Berliner Spielkarten in den 70er Jahren vorstellen kann.
Heere: Wie eingangs erwähnt, habe ich nur das Büro in der Havelstraße 16 in Darmstadt kennengelernt. Wo die Druckerei war, weiß ich heute nicht mehr. (Anmerkung: Diese lag vermutlich in Berlin, Obentrautstraße 60, jedenfalls gab es da 1974 einen Telefonbucheintrag …)
Quartettblog: Was meine Leser und mich immer wieder interessiert, wissen Sie, wie hoch die Auflagen bei einigen Ihrer Quartette waren?
Heere: Das entzieht sich meiner Kenntnis. Nach Drucklegung habe ich Belegexemplare druckfrisch erhalten und selbst oft noch eigene Bestellungen aufgegeben. Hatte ich doch vor, jedem der Beteiligten, sei es Team, Fahrer oder Mechaniker, ein Quartettspiel zu überreichen. Das war immer ein „Riesen-Hallo“, wenn die Spiele im Fahrerlager die Runde machten … „Och, ich bin ja gar nicht auf´m Titel“ habe ich ziemlich oft hören müssen. Aber eigentlich waren alle zufrieden und mancher hat mir auch schon mal einen Schein zugesteckt, weil er das Ergebnis honorieren wollte.
Quartettblog: An wie vielen Quartetten waren Sie denn im Lauf der Jahre ungefähr beteiligt? Was ist Ihr persönlicher Favorit?
Heere: Ich sitze natürlich heute noch auf meinem kleinen Schatz der Belegexemplare. Aber wenn die Zeit ins Land geht, gibt man hier und da mal ein Spiel aus den Händen, um Kindern eine Freude zu machen. So passiert es dann, dass die eigene Kollektion nicht mehr ganz vollständig ist. Es müssen aber über dreißig Spiele gewesen sein. Einen Favorit habe ich nicht, aber stolz bin ich schon ein bisschen auf die „Rennpisten International“, da dieses Spiel nach Aussage von Herrn Burgstahler auf der Nürnberger Spielwarenmesse ausgezeichnet wurde.
berliner-6316724-Rallye_Kadett_GTE KopieQuartettblog: Klingt nach einem wirklich tollen Job, den viele Blog-Leser sicher sehr gern in ihrer Jugend gehabt hätten! Hat es Ihnen Spaß gemacht?
Heere: Na klar, das hat viel Spaß gemacht. Noch heute bin ich in meinem Job. Allerdings habe ich mit der Berichterstattung über Autorennen Ende der 90er aufgehört. Der Konkurrenzdruck wurde stärker und die Honorare „gingen in die Knie“. Immer mehr Newcomer strebten danach, ohne Honorar ihre Bilder in den Zeitschriften zu sehen. Das hat den Markt für die „Freien“ kaputt gemacht. Außerdem möchte ich Ihnen auch mal eine Vorstellung davon geben, wie es ist, wenn es ein ganzes Wochenende lang regnet und Sie um die Rennstrecke laufen müssen, um an den verschiedenen Abschnitten möglichst viele unterschiedliche Motive zu produzieren – kein Zuckerschlecken!
Quartettblog: Haben Sie selbst Quartett gespielt?
Heere: Ja, allerdings gab es zu meiner Kinderzeit nicht diese Technik-Spiele. Oder meine Eltern und Freunde hatten mir keins geschenkt …
Das Berliner Spielkarten Bergsprinter-Quartett hat einen Renault Alpine auf dem TitelQuartettblog: Aus heutiger Sicht, freuen Sie sich darüber, dass viele heute Ältere die alten Quartette in schöner Kindheitserinnerung haben und sammeln?
Heere: Die Wertschätzung von alltäglichen Dingen, so auch „meine“ Spielkarten, hat für mich einen hohen Stellenwert. Mit Freude habe ich bei der Recherche bezgl. Spielkarten im Internet gemerkt, dass es, wie auf Ihrer informativen Seite, viele Gleichgesinnte gibt, die ihrem Hobby frönen und sich über und an den Karten erfreuen. Wenn ich ein Kartenspiel zur Hand nehme, kommen bei mir bei der Betrachtung der Fotos die Erinnerungen wieder hoch und so manches Anekdötchen  um die Rennstrecken wird wieder wach und treibt einem ein zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht.
Quartettblog: Herzlichen Dank für das Interview!

Interview mit einem Quartett-Fotografen (1. Teil)

Jägermeister-Porsche im Autoquartett Renn-Tourenwagen von Berliner Spielkarten - Fotograf Thomas Dirk HeereWahrscheinlich hat jeder, der sich für die alten Autoquartette interessiert, schon mal darüber nachgedacht, wo wohl die Fotos und Daten herkamen und wie daraus schließlich ein Spiel mit 32 Karten wurde. Jetzt hatte ich Gelegenheit, dazu einen Insider per E-Mail zu interviewen, der Dutzende der heute historischen Quartette der Berliner Spielkarten fotografiert und entworfen hat.

Der Frankfurter Bildjournalist Thomas Dirk Heere steckt hinter zahlreichen Quartetten wie „Renn-Tourenwagen“, „Rallye“, „Bergsprinter“ und „Pistenheuler“, die teilweise schon auf dieser Webseite vorgestellt wurden. Seine Bilder gehören zu den spektakulärsten und lebendigsten Rennwagen-Fotos in Quartetten überhaupt! Und sie machen wohl den besonderen Reiz dieser Ausgaben aus den 70er und 80er Jahren aus. Als begeisterter Auto- und Rennsportfotograf hat Heere nicht nur die Fotos, sondern auch die technischen Daten geliefert. Hier eine Auswahl:

Eine Übersicht über die großformatigen Autoquartette und Motorradquartette von Berliner Spielkarten des Fotografen Thomas Dirk Heere

Einige der Berliner Spielkarten Quartette mit Fotos von Thomas Dirk Heere

Quartettblog: Wie kamen Sie dazu, für Quartettspiele zu fotografieren?
Heere: In den späten 70er Jahren habe ich mich als Fotograf selbständig gemacht und mir die Autofotografie als Ziel meines täglichen Erwerbs gesetzt. Unter anderem habe ich für die Vereinigten Motor Verlage in Stuttgart als freier Fotograf für die Zeitung „Sport Auto“ viele Autotests fotografiert. „Rally Racing“ und „Sportfahrer“  waren auch Zeitschriften, die ich bedienen durfte. Autorennen waren ebenso angesagt. An fast jedem Wochenende habe ich auf den Rennstrecken in Deutschland und dem europäischen Ausland gearbeitet. Die Vielzahl der Bilder und Motive, die in meinem Archiv schlummerten und noch keine Veröffentlichung hatten, haben mich bewogen, auf die Suche nach weiteren Abnehmern zu gehen. Dazu gehörte auch ein Besuch des Verlags der Deutschen Buchgemeinschaft in Darmstadt. Dort hatte ich kein Glück, aber im gleichen Hochhaus gab es den Verlag A. Seydel & Cie. mit der Abteilung Spielkarten und Spiele. (Anmerkung: Trotz des Namens war die Leitung der Berliner Spielkarten GmbH vermutlich in Darmstadt.) Dort traf ich auf einen an meiner Arbeit sehr interessierten Herrn. Ich glaube, er hieß Burgstahler oder Burgstaller. Er schaute sich Fotos von den Autorennen an und meinte, dass er diese für die Autoquartetts gut gebrauchen könne. Allerdings benötigte er auch die Daten. Diese sind natürlich gerade bei Rennwagen mit getunter Motorleistung nicht überall verfügbar oder zu ermitteln.
Quartettblog: Haben Sie die Fahrer oder Mechaniker einfach im Fahrerlager nach den Daten gefragt? Heute kann ich mir diese Möglichkeiten gar nicht mehr vorstellen!
Rennfotograf Thomas Dirk Heere aus Darmstadt fotografierte Autorennen und Rallyes für die Berliner Spielkarten Autoquartette

Thomas Dirk Heere an der Rennpiste

Heere: Ja, genau so kam es dann. Da ich durch meine journalistische Berichterstattung über die Rennen Zugang zu allen Bereichen der Rennstrecken und zum Fahrerlager hatte, konnte ich von Team zu Team gehen und die benötigten Daten abfragen. Ob mir dabei immer die die „echten Daten“ genannt wurden, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis … Zumindest waren sie authentisch und realitätsnah. Außerdem bleibt noch zu bemerken, dass die Renn-Teams damals nicht so sehr die Abschottung der Öffentlichkeit betrieben haben wie heute. Ich möchte sagen, es ging alles etwas „familiärer“ zu …

Quartettblog: Sind Sie denn selbst auch Rennen gefahren?
Heere: Rennen bin ich nie selbst gefahren – da ich aber z.B. für „Sport Auto“ fast jeden Montag in Hockenheim die Tests fotografierte, gab es genügend Gelegenheit, mit dem eigenen Fahrzeug (BMW Alpina B3) die Rennstrecke unter die Räder zu nehmen. Mehrmals habe ich mich dabei auch neben der Strecke wiedergefunden. Ein lehrreiches Prozedere, dass mich im Fahrstil weiter brachte, gleichzeitig signalisierte, Rennfahrer wirst du nicht!
Auf dem Rallye-Autoquartett der Berliner Spielkarten fliegt ein Kadett Rallye über einen SprunghügelQuartettblog: Wurden die Bilder extra für die Quartette geschossen oder auch für Zeitschriften etc.?
Heere: Eigentlich waren es immer Fotos, die sowieso entstanden sind. Außer das Dragster-Rennen. Dieses hätte ich wohl nicht besucht, wäre da nicht im Gespräch mit Herrn Burgstahler mein Vorschlag angenommen worden. Aus heutiger Sicht eine Bereicherung an Hörerlebnis … nie zuvor hatte ich bei Autorennen, das lauteste war für meine Begriffe immer die Formel 1, einen derartigen Lärmpegel erlebt!