Auto-Salon (Piatnik)

Das Piatnik Auto-Quartett nr. 293 mit dem Mercedes 280s heißt Auto-Salon und enthält Audi 80 L, Ferrari Dino 206 GT, Rolls-Royce Silver Shadow, Tatra 2-603, Trabant, Moskwitsch, Jaguar XJ6 und mehr.Piatnik 298 • 1969 • Titel: Mercedes 280 S • Dies ist sicher eines der attraktivsten Autoquartette aus der Zeit vor Einführung der echten, unretuschierten Fotos! Klasse, wie die bunten Karossen aus aller Welt stilvoll auf die Farbflächen drapiert wurden. Natürlich stehen in diesem Autosalon hauptsächlich Klassiker wie NSU Ro 80, VW Käfer, Citroen DS 21, Ford Mustang, Rolls-Royce Silver Shadow und Ferrari Dino, aber daneben finden sich auch Exoten wie der österreichische Steyr Puch 650 und gleich vier Autos aus dem Ostblock: der barocke Tatra sowie Moskwitsch, Trabant und Skoda! Tolles Quartett – allerdings nicht grad häufig zu finden.

Die 36 Quartettkarten stecken in einer Hochbox, dazu gehörtDie Rückseite des großen Deckblatts vom Piatnik Wien Autoquartett Auto-Salon 293 hat eine Regel fürs Stichquartett mit Trumpfspiel. noch eine Supertrumpf-Karte mit einem Bild von Henry Ford und ein Spielregelblatt (die mir beide fehlen…). Das Deckblatt ist etwas größer als die Karten. Und es weist noch eine quartetthistorische Besonderheit auf: Auf der Rückseite befindet sich die Spielregel fürs „Stichquartett“,  das erste Mal, dass eine Anleitung fürs Trumpfen veröffentlicht wurde!

Weitere Autoquartette von Piatnik mit Nummer 298:

  • 1959-1962: Auto-Quartett, Titel: Citroen ID 19 rot (4 verschiedene Ausgaben)
  • 1963-1967: Auto-Quartett, Titel: Citroen ID 19 gelb (5 verschiedene Ausgaben)
  • ca. 1967: Auto-Quartett, Titel: Audi
  • 1970: Autosalon, Titel: Jaguar XJ 6/2,8
  • 1972: Autos, Titel: Renault R 17

Die Quartette bis 1967 besitzen noch keine technischen Angaben. Details dazu findest du in Herbert Kutters Katalog. Ab 1973 führte Piatnik die schwer begehrte Autos-Quartettreihe unter der Nummer 4228 weiter, eine ausführliche Darstellung findest du hier. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€€€-€€€€€€

Italienische Asse (ASS)

Das Autoquartett Italienische ASSe von ASS mit Nr. 3077/3 enthält Ferrari 365 GT, Ferrari 412, Lancia Aurelia, Abarth 1000 TC und den Gemballa Testarossa.ASS 3077/3 • 1989 • Titel: Gemballa Testarossa • Stellvertretend für die letzte ASS-Phase vor Einführung der hässlichen „Symbole wie im Cockpit“ habe ich dieses ganz nette Quartett herausgeholt: Italienische Asse! In den 80ern waren die großen Zeiten des italienischen Autodesigns schon lange vorbei. Um dennoch die erforderlichen 32 Auto-Asse aus Italien zusammen zukriegen, ergänzte man die halbwegs aktuellen Sportwagen wie Ferrari 512 BB, Lamborghini Countach und Fiat X1/9 mit den schönsten Italo-Klassikern früherer Jahrzehnte, etwa Alfa Romeo Giulia Sprint oder Ferrari 365 GT/A, darunter viele Rennwagen. Wenigstens sorgt das Titelmodell für echtes 80er-Jahre-Flair: ein schlimmer Tuningumbau des eh schon protzigen Ferrari Testarossa …

Hier die früheren Italienischen Auto-Asse von ASS:

  • ca. 1972: Italienische Auto-Asse, Nr. 3227, Titel: Ferrari 365 GTC/4 (Berufstip)
  • 1973: Porsche kontra Italienische Auto-Asse, Nr. 3270
  • 1974: Porsche kontra Italienische Auto-Asse, Nr. 3270/8
  • ca. 1979: Italienische Auto-Asse, Nr. 3041/5, Titel: Lamborghini Uracco (Taschengeld-Serie)
  • ca. 1987: Italienische Asse, Nr. 3077/3, Titel: Ferrari F 40 (Profi-Format)

Im Gegensatz zu vielen anderen Quartetten mit diesen diagonalen Streifen auf dem Deckblatt gibt es von Italienische Asse keine „Symbole wie im Cockpit“-Version. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €-€€

Amerika (Ravensburger)

Das Quartettspiel „Amerika“ vom Otto Maier Verlag Ravensburg mit der Skyline von Manhattan stellt die USA der 50er-Jahre in Schwarz-Weiß-Motiven vor.Ravensburger Spiele 5704 • Ende 50er-Jahre • Titel: New York • Trump oder Clinton … oder Eisenhower? Aus Anlass der US-Präsidentschaftswahl blickt der Quartettblog heute in die Vergangenheit Amerikas. Mit diesem historischen Quartettspiel stellte der Otto Maier Verlag Ravensburg die USA plus Kanada in faszinierenden Schwarzweiß-Motiven vor.  Manche Bilder zeigen amerikanische Ikonen, die mich schon als Kind im Was-ist-Was-Buch beeindruckt haben: etwa die Niagara-Fälle, Mt. Rushmore, Manhattan, den Grand Canyon, den Mississippi sowie den Mammutbaum mit Auto-Durchfahrt! Dass Quartettspiele in den 50er-Jahren pädagogisch wertvoll sein mussten, belegen Karten zu den Agrarerzeugnissen und zur Ölindustrie der USA sowie die Zur US-Präsidentschaftswahl hier das Quartett Amerika mit historischen 50er-Jahre-Bildern von New York, Mount Rushmore, Niagara, Mammutbäumen und vielem mehr.faktenreichen, man könnte auch sagen drögen Texte. Die 40 großformatigen Karten sind sehr ordentlich gedruckt und befinden sich in einer Pappbox mit überstehenden Ecken. Da die Schachtel heute meist kaputt oder angestoßen ist, sollte man als Sammler hierauf besonderes Augenmerk legen.

Angesichts der hohen Qualität dieser und anderer alter Ravensburger Quartette ist es bedauerlich, dass damals die Entwicklung zum Technikquartett völlig verschlafen wurde. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€

Ausstellungs-Tipp: Quartette im Museum

Als ob Wien im Advent mit seinen romantischen Weihnachtsmärkten nicht schon attraktiv genug wäre, setzt die Stadt dieses Jahr noch eins drauf: Am 26. November 2016 wird im Technischen Museum Wien eine Sonderausstellung zum Thema Quartett eröffnet! Unter dem Motto „Ein Ferrari in der Kunststoffbox“ geht es um die Geschichte, kulturelle Bedeutung und Vielfalt des Quartettspiels, speziell natürlich um die technischen Quartette. Mit Sicherheit empfehlenswert! Hier ein Link zum Museum. Danke für die Info an Xatrixx, den Betreiber des österreichischen Quartette-Forums!

2 Werbequartette von Volvo

Womit kutschieren Architekten, Lehrer und Unfall-Phobiker ihre IKEA-Einkäufe ins Eigenheim? Ganz recht, per Volvo! Die schwedische Automarke ist nicht nur für ihr irgendwie intellektuelles Image berühmt, sondern auch für das solide Backstein-Design der meisten Modelle. Was uns zu diesen beiden Werbequartetten führt, die die schönsten und interessantesten Volvos präsentieren – von den schwarzweißen Urahnen bis zu den Chromschlitten von gestern. Beide Spiele sind sehr zu empfehlen!

Das Volvo-Quartett zeigt 32 Modelle, etwa den Volvo 1800, P22 Amazon, PV444 Buckelvolvo, V70, P1800S, Volvo P1900 und 164.

Volvo Quartett • Volvo o. Nr. • ca. 1999 • Titel: Volvo S70/V70 (1. Serie) • Angefangen von den ersten Volvos ÖV4 und PV4 über die eher kurvigen Grazien wie Buckelvolvo, Amazon und P1800 reicht der Fuhrpark dieses Quartetts bis zu den betont kantigen Volvo P164, 245 und 264 sowie ihren wieder versöhnlicher geformten Nachfolgern 850, 960 und schließlich S40 und C70. Weitere Highlights sind einige Rennkombis und der wohl begehrteste Volvo, der P1900. Die Fotos sind meist erstklassig und auch das unaufdringliche Layout gefällt. Leider fehlt eine Baujahr-Angabe. Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Im Werbe-Autoquartett „Die Volvo Kombi Legenden“ sind etwa Volvo P1800 ES Schneewittchensarg, Volvo V70, Volvo P210 Duett, Volvo 121 Amazon, der Renn-Volvo Heico und Volvo XC70 enthalten.Die Volvo Kombi Legenden • Volvo o. Nr. • ca. 2007 • Titel: Volvo V70 (3. Serie) • Die Kombi-Version vieler Volvos verkauften sich besonders gut. Logisch daher, dass das einzige mir bekannte Kombi-Quartett der Marke Volvo gewidmet ist! Auch hier trifft man Klassiker in wunderbaren, zeitgenössischen Fotos: Volvo PV445 Duett, 145 Kombi, 121 Amazon Kombi, 1800 ES „Schneewittchensarg“ und den rasenden Schuhkarton 245 GLT. Dazu kommen Polizeiwagen, ein Turbo-Bestatter-Fahrzeug (!) und wieder die Rennkombis. Das Quartett gibt es in deutscher und österreichischer Version, erkennbar an der Internetadresse auf dem Deckblatt. Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Prototypen (FX Schmid) d

Das FX Schmid Autoquartett Prototypen Nr. 53922 enthält Stylingstudien vom Genfer Autosalon wie Bertone Runabout, Pininfarina Modulo, BMW Turbo, Lotus Esprit, Lamborghini Countach und Elektroautos.FX Schmid 53922 • 1973 • Titel: BMW Turbo • Als Fan des 60er- und 70er-Jahre-Autodesigns in seiner unverwässerten Form kommt man um die wunderbaren Prototypen-Quartette von FX Schmid nicht herum. Denn soviele bahnbrechende Stylingstudien gibt es in kaum einem anderen Quartett zu sehen. In dieser Ausgabe sind gleich mehrere Modelle in echten Fotos dabei, die in früheren Jahrgängen noch als colorierte Bilder enthalten waren, etwa der spektakuläre Pininfarina Modulo. Der BMW Turbo vom Deckblatt war übrigens Vorbild für den BMW M1, Deutschlands Supercar der späten 70er! Mittlerweile habe ich alle sechs Spiele im Großformat.

Aus Spaß nun eine vergleichende Übersicht aller Spiele der Reihe:

Die 6 Prototypen-Autoquartette von FX Schmid München, Nr. 53922, zeigen Stylingstudien der Autodesigner wie Pininfarina und Bertone etwa auf dem Turiner Salon oder Genfer Salon.

1969: Titel Manta Bizzarini. Die erste Ausgabe mit 36 Karten, ausschließlich mit colorierten Bildern. Immerhin 17 Karten sind einzigartig, unter anderem eine grandiose Cadillac-Studie von Raymond Loewy. Der Ghia Rowan Elektro-Stadtwagen hat hier noch die GB-Flagge. Einer der ersten Quartettblog-Beiträge! Seltenheit: ◊◊-◊◊◊ Wert: €€

1970: Titel Bertone Runabout. Ab jetzt haben die Spiele nur noch 32 Karten. Die meisten der 13 neuen Modelle sind im Nachfolger erhalten, nur Moretti Fiat 128  und GM 511 Stadtwagen sind einzigartig. Ansonsten tauchen hier erstmals Design-Klassiker wie Bertone Runabout, Opel CD und Ferrari 512-S Berlinetta auf und der Ghia Elektrowagen hat die US-Flagge bekommen. Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€€

1971: Titel AMC AMX/3. Hinter dem tollen Deckblatt findet man meist den Kartensatz der 1970er-Ausgabe. Der seltenere 1971er-Kartensatz enthält 9 neue Autos, etwa Bertone Stratos und Pininfarina Modulo, die aber allesamt – bis auf das Titelauto – im Nachfolger enthalten sind. Ausgerechnet das Titelmotiv ist allerdings nicht im Spiel selbst zu finden! Bizzarini Manta und Opel CD tauschen hier aus unerfindlichen Gründen die Plätze. Seltenheit: ◊◊◊ bzw. ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

1972: Ferrari BB (als Ferrari Z bezeichnet). Erstmals tauchen hier echte Fotos vom Genfer oder Turiner Automobilsalon auf. Es sind 11 neue Karten – doch halt, zum Beispiel den Ferrari P5 gab es schon als coloriertes Bild! 4 Bilder sind einzigartig: De Tomaso 1600, Ital Design Boomerang (ohne technische Angaben!), Bertone Lancia HF (sehr rotstichig) und Pininfarina NSU Ro 80 von vorne. Die Fotos von Ferrari BB und Z sind vertauscht, ein Fehler, der bis zum Ende der Quartettreihe nicht korrigiert wurde. Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

1973: BMW Turbo. Im Vergleich zum Vorgänger 18 neue Karten, allerdings inklusive vier oder fünf Fotos von Autos, die es in früheren Ausgaben als colorierte Bilder gab. Der NSU Ro 80 ist jetzt mehr seitlich abgebildet und wurde woanders einsortiert. Der Boomerang hat nun Daten und einen riesigen Maserati-Dreizack. Leider sind alle neuen Karten im Nachfolger, keine Karte ist einzigartig. Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€€

1974: Autobianchi A 112 Abarth. Das letzte Spiel der Serie war offensichtlich länger in Produktion – meine Ausgaben haben die Druckcodes 1173 und 275. Es enthält 4 neue Karten, die logischerweise auch nur hier zu finden sind: das Titelauto, Bertone Fiat 128, Porsche FLA und Ghia Ford Mustang. Immerhin noch 3 Gefährte sind mit colorierten Bildern dabei. Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€-€€€

Allen Prototypen-Quartetten gemeinsam ist die Kartengestaltung mit etwas Erklärtext in einem Kasten und nur vier Angaben. Die Autos wurden mehr oder weniger nach Hubraum sortiert, die letzten vier Karten sind jeweils Stadtautos. 3 Autos sind  in allen Quartetten zu finden: Ghia Rowan (mit dem gleichen Bild), Ferrari Dino Ginerva und Ferrari Berlinetta P5 (mit unterschiedlichen Bildern). Ach ja, und 1987 erschien noch ein Prototypen-Quartett im Skatformat, Nr. 50123.8, Titel ein bläulicher Kleinwagen mit Flügeltüren (VW Scooter). Dieses Spiel fehlt mir noch.

Flugzeuge 69/70 (Berliner)

Das Berliner Spielkarten Quartett Flugzeuge 69/70 ist ein historisches Flugzeugquartett in der Hochbox mit Lockheed Tristar, Boeing 737 und 747, Starfighter, Mirage und Sikorsky Hubschrauber.Berliner Spielkarten 10 17 19 • ca. 1969-70 • Titel: Boeing 737 • Das erste Flugzeug-Quartett von Berliner dürfte wohl jeden Technik-Nostalgiker erfreuen! So ziemlich alles, was fliegen kann, ist hier auf 36 randlosen Karten versammelt: Kampfjets, Verkehrsflieger, Helikopter und diverse Kleinflugzeuge. Besonders schön glänzen Starfighter und Mirage in der Sonne, aber auch die Ferienflieger von damals wie die Boeing 707 der PanAm, die Lockheed Tristar und die verdächtig nach Modell aussehende Boeing 747 präsentieren sich ansichtskartenreif, wenn auch etwas blaustichig. Sehr interessant ist auch der Heli über New York, vermutlich einer von denen, die damals im Liniendienst vom Dach eines Wolkenkratzers in Manhattan starteten (bekannt aus einem frühen Clint-Eastwood-Film!). Das Quartett befindet sich in einer Hochbox, das Deckblatt ist größer als die Spielkarten.

Folgende Varianten und Nachfolger sind mir bekannt:

  • ca. 1969: Flugzeuge 69/70, aber ohne Nr., Titel Boeing 737 (gleiche Karten)
  • ca. 1970: Flugzeug-Quartett, Nr. 091400, Titel Saab 105 (Bären-Spiele, 28 Karten)
  • ca. 1971: Flugzeuge, Nr. 503419, Titel Saab 105 (28 Karten)
  • ca. 1971-72: Flugzeuge 71/72, Nr. 101719, Titel Boeing 737 (gleiche Karten)
  • ca. 1972-73: Flugzeuge 72/73, Nr. 901017, Titel Boeing 737 (Karten?)
  • ca. 1973: Flugzeuge, Nr. 6316737, Titel Saab 105 (36 Kt., gleiche Karten)

Ab ca. 1973 veröffentlichte die Berliner Spielkarten GmbH & Cie Militärmaschinen, Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber und Segelflugzeuge/Motorsegler jeweils als einzelne Quartette. • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€