Traumwagen (Berliner)

Traumwagen-Quartett von Berliner Spielkarten

Berliner Spielkarten 631 6758 • 1973 • Titel: BMW Turbo • Heute wird mal wieder ein Klassiker aus der großen Zeit des Autoquartetts hervorgeholt! Wie so oft bei den Berliner Spielkarten leidet die Freude an den tollen 70er-Jahre-Autos allerdings unter Qualitätsmängeln. Der Druck ist schlapp, der Spielkarten-Karton gelblich und die Fotos, naja, teils-teils. Ausgerechnet die edelsten Sportwagen im Quartett wurden offenbar mit der Kodak Pocket Instamatic in einem Abstellraum geknipst. Im Schein des Blitzlichtwürfels sehen selbst Schönheiten wie Ferrari GTC 4, Lamborghini Miura oder Iso Grifo billig aus. Deutlich mehr Freude bringen hier die gestylten Werbefotos vom Fiat 130 im Yachthafen, Alpine A 310 im Schlosspark und Fiat Dino am Strand, komplett mit Sonnenschirmen und spielenden Kindern (!). Auch die vielen Amischlitten sind super, am schönsten vielleicht der Chevrolet Impala mit Luftballon-Deko (7d). Raritätenjäger halten Ausschau nach der Variante mit Brandenburger-Tor-Logo, Nr. 6314758 und Rolls-Royce Silver Shadow auf dem Titel. • Seltenheit ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert €€-€€€

Unterwegs in Italien (ASS)

Historisches Quartettspiel „Unterwegs in Italien“ von Altenburg-Stralsunder

ASS 641 • 1961-65 • Titel: Castellammare del Golfo • Das ultimative Urlaubsquartett! Es kündet aus einer Zeit, in der man noch mit VW Käfer und angehängtem Eriba Puck in den sonnigen Süden aufbrach. Über den Brenner ging’s hinein ins Land, „in dem die Zitronen blühen“. Mit etwas Fantasie und eventuell einer Korbflasche Chianti in Reichweite nehmen dich die Quartettkarten mit auf eine nostalgische Italienreise. Du startest im malerischen Meran, schlenderst durch Verona, kaufst eine Plastikgondel in Venedig und badest im Gardasee. Du genießt das Strandleben am „Teutonengrill“ zwischen Rimini und Riccione und bewunderst den Felsen von San Marino und den Hafen von Genua. Auf dem weiteren Weg gen Süden fährst du im Zickzack alle Sehenswürdigkeiten ab: den schiefen Turm von Pisa, den Petersdom, Siena und Firenze, den Golf von Neapel, die blaue Grotte von Capri und schließlich Palermo. Strohhut und Sandalen nicht vergessen!

Zurück aus Bella Italia interessieren dich vielleicht die nüchternen Quartettfakten: Die 36 prachtvoll bebilderten Karten haben ein Großformat von 75 x 103 mm und sind zweisprachig angelegt. Es gibt zwei leicht unterschiedliche Kartensätze: mit Turin und Taormina bzw. mit Mailand und Pferdewagen. 1965 erschien das Spiel nochmal in einer Geschenkbox (Titel: Neapel+Pisa). Jahresangaben nach Klaus Dünker. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

Rennwagen einst und heute (Piatnik) b

Piatnik-Rennwagen-Quartett Nr. 299 mit Rennfahrer-As Jochen Rindt

Piatnik 299 • 1969 • Titel: Lotus Ford F1 • Dies ist die letzte Ausgabe der Piatnik-Rennwagen-Quartette mit kolorierten Bildern. Die meisten der 36 Karten kennt man schon aus den früheren Spielen. Dazu gehören etwa Bugatti 54, Ferrari Dino 156 und Daimler-Cannstatt Mercedes, der kurioserweise wieder den Tippfehler Cannstadt hat, wie in der allerersten Ausgabe! Unter den sechs neuen Modellen befinden sich ein fetter Lola T70 und vier Formel 1 der ersten Heckflügel-Jahre. Rennsport-Nostalgie pur! Aus diesem Spiel stammen übrigens die Extrakarten fürs Sammelquartett Rennwagen-Veteranen, die 1977 den Piatnik-Quartetten beigelegt waren. Sie unterscheiden sich durch die pinke Schrift von den Originalen. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€

Die Zusatzkarten Rennfahrer-As und Supertrumpf

Rennfahrer-Asse John Surtees, Jimmy Clark, Jochen Rindt
2x Zusatzkarte, 1x Deckblatt (Bild von Reinhard)

Auch dieses Quartett lockte mit einem attraktiven Extra. Beigelegt war nämlich ein „Rennfahrer-As“ bzw. Supertrumpf, wie oben im Beispiel der österreichische Champion Jochen Rindt. Diese interessanten Zusatzkarten, die Piloten und Konstrukteure zeigten, tauchten noch in weiteren Piatnik-Quartetten von 1969 und 1970 auf. Darüber hinaus wurden die zehn Motive für Deckblatt-Rückseiten verwendet, und zwar in diversen Farbkonstellationen. Gar nicht so einfach, hier durchzusteigen, zumal die Zusatzkarten häufig fehlen.

Hier eine Übersicht über Varianten und Fundstellen:

NameDruckfarbenKarteQuartett (Titelbild)
Jack Brabhamschwarz/magentaZusatzkarte298, Autosalon, 1969 (Mercedes)
Jack Brabhamschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
Jimmy Clarkschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
Henry Fordschwarz/magentaZusatzkarte294, 9x Autotradition, 1969 (Ford T)
Henry Fordschwarz/magentaZusatzkarte298, Autosalon, 1969 (Mercedes)
Henry Fordschwarz/blauDeckblatt-Rückseite294, 9x Autotradition, 1969 (Ford T)
Henry Fordkomplett blauDeckblatt-Rückseite294, 9x Autotradition, 1969 (Ford T)
Henry Fordkomplett blauDeckblatt-Rückseite294, Autotradition, 1970 (Ford T)
Hubert Hahneschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
Graham Hillschwarz/magentaZusatzkarte298, Autosalon, 1969 (Mercedes)
Gerhard Mitterschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
Ferdinand Porscheschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
Ferdinand Porscheschwarz/magentaZusatzkarte298, Autosalon, 1969 (Mercedes) (?)
Ferdinand Porscheschwarz/magentaZusatzkarte298, Autosalon, 1970 (Jaguar)
Ferdinand Porscheschwarz/magentaZusatzkarte294, 9x Autotradition, 1969 (Ford T)
Ferdinand Porscheschwarz/blauDeckblatt-Rückseite298, Autosalon, 1970 (Jaguar)
Jochen Rindt (bis 1968)schwarz/magentaZusatzkarteunbekannt
Jochen Rindt (bis 1970)komplett schwarzDeckblatt-Rückseite299, 10.000 PS Rennwagen, 1970 (Lotus 72)
Jochen Rindt († 1970)komplett schwarzDeckblatt-Rückseite*299, 10.000 PS Rennwagen, 1970 (Lotus 72)
Jochen Rindt († 1970, Weltmeister)komplett grünDeckblatt-Rückseite299, RENNwagen/3er-Set, 1971 (Lotus 72)
Jackie Stewartschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
John Surteesschwarz/magentaZusatzkarte299, Rennwagen, 1969 (Lotus Ford)
John Surteesschwarz/magentaZusatzkarte294, 9x Autotradition, 1969 (Ford T)
John Surteesschwarz/magentaZusatzkarte281, Tolle Autos, 1970 (Alfa 33)
*Dieses Deckblatt wurde anscheinend auch als Zusatzkarte beigelegt

Das wär doch ein schönes Projekt für den akribischen Sammler, alle diese Versionen zusammen zu bekommen! Wer noch Ergänzungen hat, bitte melden – vor allem würde ich gern wissen, ob Jochen Rindt tatsächlich im 69er-Rennwagen-Quartett beigelegt war, die Karte hab ich nämlich separat erstanden. Danke für Infos an Jörg, Michael und Reinhard; einige Karten sind auch im Quartettportal abgebildet. Die Übersichtstabelle kannst du hier auch als PDF anschauen und runterladen.

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Schiffe (FX Schmid) b

FX Schmid Schiffe-Quartett mit Supertrumpf

F.X. Schmid 52322 • 1971 • Titel: „Usambara“ • Hier noch ein Quartett, bei dem sich die Macher nicht zwischen Hoch- und Querformat entscheiden konnten. Das Ergebnis ist fast noch nerviger als bei den Le-Mans-Quartetten vom letzen Blogbeitrag: 19 Karten sind im Hochformat gestaltet, 13 im Querformat, so dass man den Handstapel hin- und herdrehen muss. Auffällig ist auch, dass die Kartennummern unterschiedlich geschrieben sind, zum Beispiel 1a (ohne Abstand), 1/d (mit Schrägstrich) und 3 a (mit Abstand). Aber genug genörgelt! Auf den querformatigen Bildern kommen immerhin die Schiffe wunderbar zur Geltung. Als Wahlhamburger begeistern mich die Passagierdampfer Bremen, Hanseatic und Hamburg, auch Frachter MS Frankfurt und Tanker Esso Northumbria füllen ihre Bildrahmen prächtig aus. Ebenso attraktiv: France, Queen Elizabeth 2 und ein Seenot-Rettungskreuzer im klassischen Hochformat. Flaggenfehler-Freunde achten auf die Michelangelo (1c), die in einer Teilauflage eine falsche Italienfahne trägt.

Hier die zivile* Schiffsquartett-Flotte von FX Schmid im Großformat:

  • 1965: Schiffsquartett, Nr. II/77, Titel: Flugzeugträger, VI/1 mit Norwegen-Flagge
    – VI/1 mit Flaggenfehler (Island-Flagge)
  • 1966: Schiffe, Nr. II/77, Titel: Raffaello, Deckblatt mit Italien/USA/Frankreich/UK/D-Flaggen
    – Deckblatt mit Peru/UK/Frankreich/Italien/D-Flaggen
  • 1967: Schiffe, Nr. II/77 52322, Titel: Raffaello (1966er-Kartensatz)
  • 1968: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Europa
  • 1969: Schiffe 1 Handelsmarine, Nr. 52322, Titel: France
  • 1970: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Freeport, Deckblatt mit Italien- + Frankreich-Flagge
    – Deckblatt mit 2mal Frankreich-Flagge
  • 1971: Schiffe, Nr. 52322, Titel Usambara, 1c mit korrekter Italien-Flagge
    – 1c mit Flaggenfehler (Italien-Flagge falschrum)
  • 1972: Schiffe, Nr. 52322, Titel Usambara (1971er-Kartensatz)
  • 1973: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Alexander Puschkin
  • 1974: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Gedser, 2b mit Schweden-Flagge
    – 2b mit Flaggenfehler (Schweden-Flagge ohne Gelb)
  • 1975: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Barranduna
  • 1976: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Peter Pan
  • 1977: Schiffe, Nr. 52322, Titel: Vistafjord, Deckblatt mit +2 Extrakarten
    – Deckblatt mit 32 Blatt +2 Extrakarten

*Bis 1968 dampfte jeweils ein Dutzend Kriegsschiffe in den Quartetten mit. 1969 erkämpfte sich die Kriegsmarine schließlich ihre eigene Quartettreihe mit Nr. 53722. Abbildungen der Flaggenfehler findest du u. a. auf Quartettsammler.de und Quartettportal.de • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€

Le Mans (Berliner)

Am Wochenende findet das vielleicht berühmteste Autorennen der Welt statt, die 24 Stunden von Le Mans. Obwohl mich dieses Spektakel seit den ersten Zack-Comics mit Michel Vaillant begeistert, war ich noch nie live dabei. Vielleicht nächstes Jahr, man braucht ja Ziele im Leben… Die Prototypen und GT-Rennwagen, die in Le Mans starten, sind aus zahllosen Motorsport-Quartetten bekannt. Hier ein Blick auf zwei jüngere Spiele, die ausschließlich dem Langstrecken-Klassiker gewidmet sind:

Le Mans Quartett von Berliner Spielkarten mit Cadillac Northstar

Le Mans • Berliner Spielkarten 082145 (EAN) • 2001-02 • Titel: Cadillac Northstar LMP • Die Bilder im Querformat, die Angaben im Hochformat – muss das sein? Das ständige Herumdrehen der Karten (oder des Kopfes) nervt. Dabei sind die Fotos durchaus gelungen! Die Karten geben einen schönen Überblick über das Starterfeld der 24 Stunden von Le Mans im Jahre 2001, zum Beispiel mit Bentley EXP Speed 8, dem rasenden Schachbrett Dome S101 und natürlich dem Sieger Audi R8. Einige Autos stammen aber aus anderen Rennen, wie etwa das elegante Titelmodell von Cadillac, das im Jahr 2000 (erfolglos) eingesetzt wurde. Leider schweigt sich das Quartett darüber aus, wo, wann und in welcher Klasse der jeweilige Renner mitfuhr. • Seltenheit: xxx Wert: €

Berliner Spielkarten Gigatrumpf-Rennwagenquartett „Le Mans“

Le Mans • Berliner Spielkarten 082145 (EAN) 2000-01 Titel: Reynard-Judd 2KQ-LM • Äußerlich ähnelt das Quartett der obigen Ausgabe – aber dieses hier hat ein komplett anderes Konzept. Hier werden nur die Wagen des 2000er-Rennens gezeigt, aber nicht mit ihren technischen Daten, sondern mit ihren Rennergebnissen: Position, Startnummer, Rundenzahl, gefahrene Zeit (max. 24 Stunden), Durchschnittstempo und Distanz. Was den Statistiknerd freut, frustriert den Gigatrumpfer – denn das Quartett ist kaum ernsthaft spielbar. Immerhin hat es ein paar tolle Flundern: Audi R8, Panoz LMP Roadster S, Chrysler Viper GTS-R und ein halbes Dutzend Porsche 911 GT3 R. Skurril: Das Titelfahrzeug ist im Kartensatz spiegelverkehrt abgebildet! • Seltenheit: xxx Wert: €

HIer die Auflistung der Le Mans Quartette von Berliner Spielkarten:

  • 1998-99: Nr. 8214, Titel Porsche GT1 98 (Rennen: Juni 1998)
  • 1999-00: Nr. 8214, Titel BMW V12 LMR, mit Gigatrumpf (Rennen: Juni 1999)
    – mit Gigatrumpf 2000
  • 1999-00: ohne Nr., Titel Audi R8R (Rennen: Juni 1999 ?)
  • 2000-01: Nr. 082145, Titel Reynard-Judd 2KQ-LM (Rennen: Juni 2000)
  • 2001-02: Nr. 082145, Titel Cadillac Northstar LMP (Rennen: Juni 2001)

Angefixt? Die diesjährige Ausgabe des 24-Stunden-Rennens von Le Mans startet morgen (11. Juni 2022) um 15.45 Uhr, live auf Eurosport und Nitro!

Zum 12. Jubiläum des Quartettblogs

„Hochverehrte Leserinnen und Leser, mit großer Freude darf ich heute das nunmehr zwölfte Jubiläum des Quartettblogs verkünden. Damals, am 30. Mai 2010, erschien nach mehrwöchiger Vorbereitung der Premierenbeitrag. Es war nur ein kurzer Text, kaum mehr als 50 Wörter, doch ein Grundstein war gelegt. Über 500 weitere Quartettartikel sollten bislang folgen, und ein Ende – das darf ich schon sagen! – ist nicht abzusehen. (Räuspern) Für mich stellt dieser Jahrestag stets einen willkommenen Anlass zur Danksagung dar. Nun denn (Räuspern): Herzlichen Dank allen Besucherinnen und Besuchern für die geduldige Lektüre, für mannigfaltige Kommentare und für so manche freundliche E-Mail. Gerne möchte ich mit euch auf diesen Jahrestag anstoßen. Lasset uns nun die Gläser erheben – auf dass jedem von uns diese spezielle Rarität, welche noch in der Sammlung fehlt, schon bald begegnen möge!“ (Gläserklirren, Murmeln setzt ein)

Lufthansa und Condor (Bielefelder)

Das Bielefelder Spielkarten Flugzeugquartett Nr. 0709 mit Top Trumpf heißt Lufthansa und Condor und enthält Boeing 747, Boeing 727, Vickers Viscount, Douglas DC 10, Airbus A 310 und andere Verkehrsflugzeuge.

Bielefelder Spielkarten 0709 • 1980 • Titel: Boeing 747-230 B • Vor vierzig Jahren, als es noch kein Corona und keine Ryanair gab, war die Fliegerei in Deutschland noch klar geregelt: Der Manager startete seine Geschäftsreise in den Jets der Kranich-Airline Lufthansa mit der Bordausgabe der FAZ auf den Knien. Der Mallorca-Tourist checkte derweil bei Tochter Condor ein und freute sich aufs kostenlose Käsebrötchen. Nun, ein bisschen bundesdeutsche Flugreisen-Nostalgie bringt dieses Quartett zurück. Es enthält ausschließlich Flugzeuge der Lufthansa und der Condor, wobei mehr als die Hälfte von einem einzigen Hersteller stammt. Boeing 707, 727, 737 und 747 in verschiedenen Baureihen machen das Gros der Karten aus, dazu kommen drei Airbus A 300/310, zwei Douglas DC 10, vier kleine Schulflugzeuge und diverse Propeller-Oldtimer, etwa Vickers Viscount und Lockheed Super Constellation. Die stimmungsvollen Fotos stammen womöglich aus dem Lufthansa-Archiv und machen irgendwie Lust auf Tomatensaft… Auch mit brauner Rückseite. • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€-€€€€

Deutsche Auto-Asse ’72 (ASS) b

ASS 3206 • 1972 • Titel: Mercedes 350 SL • Von diesem Quartett habe ich schon etliche Ausgaben besessen und allesamt waren sogar noch bespielter als das hier abgebildete Exemplar. Offenbar war das Spiel vor fünfzig Jahren ein echter Hit auf den Schulhöfen! Vielleicht, weil auch Vaters Kadett oder Mutters Käfer im Kartensatz steckte. Jede deutsche Marke hat hier ihre eigene Quartettgruppe, fein säuberlich im rechten oberen Kästchen gekennzeichnet. Ein paar subjektive Highlights: Audi 60 und 100 LS auf einer Wiese, BMW 1802 und 2002 in einer Sandgrube, NSU Prinz 4 L vor Felix Wankels Forschungsinstitut in Lindau, Opel Commodore GS/E Coupé vor einer gefährlich aussehenden Kunst-am-Bau-Skulptur und zwei VW-Porsche irgendwo in der Pampa. Die rote Kartenrückseite geht auch mal in Richtung Orange oder Purpur, sogar ein komplett roter Fehldruck wurde gesichtet.

Mit den Deutschen Auto-Assen hatte ASS eine tolle und langlebige Quartettreihe im Programm. Hier eine Auflistung inklusive der Vorläufer:

  • 1969: Deutsche Autos, Nr. 711, Titel: Porsche Bergspider 910
  • 1970-71: Die deutschen Autos, Nr. 3206, Titel: weißer Mercedes C 111, ohne Blitztrumpf (extrem rar)
    – mit Blitztrumpf, rote Rückseite
    – mit Blitztrumpf, blaue Rückseite
  • 1971: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3206, Titel: oranger Mercedes C 111, rote Rückseite
    – blaue Rückseite
  • 1972: Deutsche Auto-Asse ’72, Nr. 3206, Titel: Mercedes 350 SL
  • 1973: Deutsche Auto-Asse ’73, Nr. 3237, Titel: BMW 520, rote Rückseite
    – blaue Rückseite
  • 1974: Deutsche Auto-Asse ’74, Nr. 3237, Titel: BMW 3.0 CSL, rote Rückseite, Deckblatt-Rückseite Fahrbericht 911 Carrera
    – Deckblatt-Rückseite Fahrbericht 911 E Targa
    – orange Rückseite
    – Werberückseite Waldbaur
  • 1975: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3237/9, Titel: Mercedes 280 SL
  • 1976: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3291/3, Titel: Porsche Turbo, Pennypunkte, rote Rückseite
    – Ohne Pennypunkte, Werberückseite Ganter Bier
  • 1977: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3265/5, Titel: Porsche 924, rote Rückseite
    – blaue Rückseite
    – Werberückseite Deutsche Bank (sehr rar)
  • 1978: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3218/2, Titel: Mercedes 280 CE
  • 1979: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3180/7, Titel: Opel Monza 3.0 E
  • 1980: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3278/0, Titel: BMW 735i, Banderole mit Text
    – Banderole ohne Text
  • 1982-83: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3240/4, Titel: BMW 745i (?), rote Rückseite
    – ASS-Logo-Rückseite
  • 1984-85: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3312/7, Titel: roter Mercedes 190 E (?)
  • 1986-87: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3034/4, Titel: Mercedes-Benz 190 (Profi)
  • 1988: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3070/0, Titel: BMW 735i Kat (Profi)
  • 1989: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3070/0, Titel: BMW 735i Kat (Zweifarbig)
  • 1990-91: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3070/0, Titel: BMW Z1 (Zweifarbig)
  • 1992: Deutsche Auto-Asse, Nr. 3070/0, Titel: BMW Z1 (Zweifarbig/Symbole)
  • 1993: Deutsche Auto-Asse, Nr. 30700, Titel: silberner Mercedes 190 E (Stern/Symbole)
  • 1994: Deutsche Auto-Asse, Nr. 38790.4, Titel: silberner Mercedes ? (Mini-Quartett)
  • 1995: Deutsche Auto-Asse, Nr. 33730.5, Titel: Audi A8 2.8 (Stern)

Insgesamt geben die Quartette einen schönen Überblick über ein Vierteljahrhundert deutsche Automobilproduktion – viel Spaß beim Sammeln! • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€€

Berliner Spielkarten Promotion-Katalog

Berliner Promotion-Katalog für Werbung mit Hand und Fuß

„Ideen aus Spiel, Sport und Freizeit – für Werbung mit Hand und Fuß“: Dass die Berliner Spielkarten auch Quartette und Skatspiele mit Werberückseite im Angebot hatten, war mir natürlich bekannt. Aber wie bedeutend der Geschäftsbereich Werbung für die Firma war, wusste ich noch nicht. Auf über 40 Seiten präsentiert der abgebildete Hochglanz-Katalog von etwa 1985 Hunderte von Werbeartikeln! Der Katalog ging an Unternehmen, die die Spiele mit ihrem Firmenaufdruck als Giveaways bzw. Werbegeschenke an ihre Kunden verteilen konnten. Banken und Sparkassen gehörten offenbar zu den Hauptabnehmern.

Angeboten wurden nicht nur Kartenspiele in zahllosen Varianten und Verpackungen, sondern auch Kalenderkarten, Schachspiele, Würfelbecher, Spieleboxen, Geduldspiele, Bücher und allerhand Zeugs für den gepflegten Tag am Baggersee (Bumerangs, Frisbees, Taschen, Federball). Wobei vieles wohl kaum von Berliner Spielkarten produziert, sondern nur vertrieben wurde.

Einige Katalogseiten – zum Vergrößern anklicken!

Hier eine Auswahl der Katalogseiten, die für Quartett- und Spielkartensammler am interessantesten sind. Danke an Thomas Dirk Heere für dieses Dokument!

Autos (FX Schmid) d

Autos-Quartett 52610 Super Trumpf und SST-Karten

FX Schmid 52610 • 1979 • Titel: BMW 635 CSi • Alles geht mal zu Ende und so auch die wunderbare Autos-Quartettserie der Sechziger und Siebziger. Dies ist nun die letzte reguläre Ausgabe von 1979 (obwohl der Copyright-Vermerk auf der Deckblatt-Rückseite das Jahr 1977 angibt). Zugleich ist es auch die seltenste Version. Viele der enthaltenen Fahrzeuge sind ebenfalls zu gesuchten Raritäten avanciert, etwa Opel Monza, BMW 733i und Volvo 264 GLE. Genauso interessant finde ich aber die Alltagsautos wie Ford Fiesta S, Renault 5 GTL, Toyota Starlet, Fiat Ritmo und andere Nicht-Exoten, die heute längst den Rosttod gestorben sind. Und als mein ganz persönliches Highlight fällt mir der Citroen Visa Super (7D) ins schmerzende Auge, ein mega-hässliches, fast vergessenes Gefährt! – Beigelegt sind die SST-Karten 11 und 12. Noch seltener und gesuchter ist eine Version des Spiels mit der alten FX Schmid Standard-Rückseite. Dann begannen die Achtziger und die Artikelnummer 52610 wurde an die erste Ausgabe der Serie Die Neuen weitergereicht – ein würdiger Nachfolger! • Seltenheit: ◊◊◊◊ Wert: €€€€€

Schiffs-Quartett (Ravensburger)

Ravensburger Spiele Nr. 5595 • ca. 1953-55 • Titel: Turbinendampfer New York • Dies ist eines der ersten Quartette zur Schifffahrt überhaupt und damit natürlich auch eines der ältesten Spiele in meiner Sammlung. Trotz des reifen Alters von fast 70 Jahren wirkt meine Ausgabe wie frisch vom Spielwaren-Kaufmann, ohne jede Gebrauchsspur! Die Karten sind nur etwas nachgebräunt. Offenbar hat das Spiel viele Jahrzehnte in irgendeiner Kiste oder Schublade geschlummert. Bis es dann vielleicht von den Urenkeln des damaligen Käufers auf einen Tapeziertisch platziert wurde und für 5 Euro an mich ging. Okay, und was steckt nun drin in dieser Zeitkapsel? Die 40 Karten im Großformat (ca. 7,8 x 12 cm) zeigen unter anderem Kogge und Fregatte, Großsegler, die ersten Dampfschiffe, Schnelldampfer mit Namen wie Vaterland und Fürst Bismarck, Frachter und „Vergnügungsreisen-Schiffe“. Unter den Neuentwicklungen befinden sich die riesigen Passagierdampfer Queen Elizabeth und United States, die noch ein Jahrzehnt später die Schiffsquartette dominierten. Außerdem liegt ein Faltblatt mit Spielregel und Quartettsortiment des Otto Maier Verlages Ravensburg bei. Auch mit brauner Box und mit Werbe-Schachtel der Hapag – letztere Variante kenne ich aber nur aus Herbert Kutters Katalog. • Seltenheit: ◊◊◊◊ • Wert: €€€-€€€€