Spezialfahrzeuge (Berliner)

Das Berliner-Spielkarten-Quartett enthält Kranwagen, Muldenkipper, Zugmaschinen und andere Spezialfahrzeuge von Faun.Berliner Spielkarten 502019 • 1971 • Titel: Muldenkipper K40/40W • Die Welt der Arbeit in 32 Karten! Dieses schöne alte Quartett zeigt „schweres Gerät“ der Firma Faun im Einsatz. Wer auf gigantische Muldenkipper, riesige Kranwagen, mächtige Zugmaschinen und gußeiserne Schlacken-Transporter steht, hat hier das richtige Quartett gefunden. Die Bilder sind teilweise hübsch coloriert, was manchen Fahrzeugen einen leicht unwirklichen Endzeit-Touch verleiht. Eigentümlich: Die blaue Linie unter den Angaben fehlt bei vier Karten (siehe 3b) – es existiert aber auch eine 28-Karten-Version MIT dieser Linie!

Hier eine Auflistung der Spezialfahrzeuge-Quartette von Berliner:

  • 1971: Nr. 502019, Titel Muldenkipper K40, 32 Karten, Rückseite mit Rand, vier Karten ohne blaue Linie, Regel auf Deckblatt-Rückseite
    – 28 Karten, Rückseite ohne Rand, alle Karten mit blauer Linie, Regelkarte
    – Bären-Spiele, Nr. 092400, Titel Kranwagenfahrgestell KF 15.21/30
      (entspricht der 32-Karten-Version)
  • ca. 1972-73: Nr. 6316723, Titel Muldenkipper im Steinbruch
  • ca. 1974: Nr. 6316721, Titel Zugmaschine HZ 46.40/49
    – Brandenburger-Tor-Logo, Nr. 6314721, Titel Feuerwehr
  • ca. 1977, Nr. 6316899, Sonderfahrzeuge, Titel: Muldenkipper
  • ca. 1978-79, Nr. 6316921, Titel:  Oranger Quizrahmen, 1a=Kaelble Feuerwehr, deutscher Text
    – mit Unterzeile Vehicules speciaux, deutscher Text
    – mit Unterzeile Vehicules speciaux, deutsch-französischer Text
    – Brandenburger-Tor-Logo, Nr. 6314921, Titel: Muldenkipper
  • ca. 1979, o. Nr., Die Lilliputs, Titel: Muldenkipper
  • ca. 1988-89: Nr. 08291, Titel Schneeraupe (Super Top Trumpf)
    – mit Schmidt-Spiele Logo
  • ca. 1990-91: Nr. 8291, Titel Kranwagen (Super Top Trumpf)

Leider fehlen mir bei den späteren Ausgaben die Typbezeichnungen… • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€

Flugzeuge 69/70 (Berliner)

Das Berliner Spielkarten Quartett Flugzeuge 69/70 ist ein historisches Flugzeugquartett in der Hochbox mit Lockheed Tristar, Boeing 737 und 747, Starfighter, Mirage und Sikorsky Hubschrauber.Berliner Spielkarten 10 17 19 • ca. 1969-70 • Titel: Boeing 737 • Das erste Flugzeug-Quartett von Berliner dürfte wohl jeden Technik-Nostalgiker erfreuen! So ziemlich alles, was fliegen kann, ist hier auf 36 randlosen Karten versammelt: Kampfjets, Verkehrsflieger, Helikopter und diverse Kleinflugzeuge. Besonders schön glänzen Starfighter und Mirage in der Sonne, aber auch die Ferienflieger von damals wie die Boeing 707 der PanAm, die Lockheed Tristar und die verdächtig nach Modell aussehende Boeing 747 präsentieren sich ansichtskartenreif, wenn auch etwas blaustichig. Sehr interessant ist auch der Heli über New York, vermutlich einer von denen, die damals im Liniendienst vom Dach eines Wolkenkratzers in Manhattan starteten (bekannt aus einem frühen Clint-Eastwood-Film!). Das Quartett befindet sich in einer Hochbox, das Deckblatt ist größer als die Spielkarten.

Folgende Varianten und Nachfolger sind mir bekannt:

  • ca. 1969: Flugzeuge 69/70, aber ohne Nr., Titel Boeing 737 (gleiche Karten)
  • ca. 1970: Flugzeug-Quartett, Nr. 091400, Titel Saab 105 (Bären-Spiele, 28 Karten)
  • ca. 1971: Flugzeuge, Nr. 503419, Titel Saab 105 (28 Karten)
  • ca. 1971-72: Flugzeuge 71/72, Nr. 101719, Titel Boeing 737 (gleiche Karten)
  • ca. 1972-73: Flugzeuge 72/73, Nr. 901017, Titel Boeing 737 (Karten?)
  • ca. 1973: Flugzeuge, Nr. 6316737, Titel Saab 105 (36 Kt., gleiche Karten)

Ab ca. 1973 veröffentlichte die Berliner Spielkarten GmbH & Cie Militärmaschinen, Verkehrsflugzeuge, Hubschrauber und Segelflugzeuge/Motorsegler jeweils als einzelne Quartette. • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Rennwagen (Berliner)

Das Rennwagen-Quartett von Berliner Spielkarten mit dem Tecno unter Nr. 502419 zeigt STP-March, Turbinen-Lotus 56, Mc-Laren M7 und einen Formel Vau mit Emerson Fittipaldi.Berliner Spielkarten 502419 • 1971 • Titel: Tecno • Dies ist das erste Rennwagen-Quartett von Berliner mit Liveaufnahmen direkt von der Rennstrecke. Die spektakulären Le Mans Prototypen und Renntourenwagen hob man sich allerdings für spätere Quartette auf – hier fliegen ausschließlich Formel-Renner über den Asphalt. Am interessantesten sind sicher die Formel 1 mit Tyrell-Ford Cosworth, STP-March, Lotus 72, Lotus 56 B (mit Turbine!), March 711 (mit dem Tablett-Frontspoiler) und Ferrari 312 B (mit damals unglaublichen 470 PS). Die niedlichen Formel 3 und Vau haben damals aber auch viel Spaß gemacht, in einem davon sitzt sogar der spätere F1-Champion Emerson Fittipaldi! Schade, dass der Druck der Fotos oft recht unscharf ist.

Das historische Rennwagen-Quartett von Berliner mit Deckblatt auf der Quartettbox.

Box mit aufgeklebtem Deckblatt

Das Quartett existiert in folgenden Versionen:

  • 1971: Nr. 502419, Deckblatt auf Box geklebt, rote oder blaugraue Rückseite
  • 1971: Nr. 502419, separates Deckblatt, rote Rückseite
  • ca. 1972-73: Nr. 631 6727, mit Spitzentrumpf, blaue oder blaugraue Rückseite
  • ca. 1972-73: Nürnberger Spielkarten, Nr. 1722, Titel Brabham BT 33, blaue Rückseite (sehr rar)

 • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€-€€€

 

 

Weltmeister am Nürburgring (Berliner)

Das Quartett Weltmeister am Nürburgring von Berliner Spielkarten zeigt klassische Formel1-Rennwagen und Rennsportwagen vom großen Preis von Deutschland 1973 und 1000-km-Rennen Berliner Spielkarten 6316759 • 1973 • Titel: Ferrari 312 PB • Mit dem liebevollen Spitznamen „Grüne Hölle“ gehört der Nürburgring wohl zu den legendärsten Rennpisten der Welt. Dieses einzigartige, technisch gut spielbare Quartett zeigt nun die Autos, Fahrer und Ereignisse auf der damals noch über 20 km langen Rundstrecke. Eigentlich sind es nur drei Veranstaltungen: das 1000-km-Rennen für Prototypen und Rennsportwagen vom Mai 1973 (Sieger: Jackie Ickx/Brian Redman auf dem Titel-Ferrari), der Große Preis von Deutschland vom August 1973 (Sieger: Jackie Stewart) und die Tourist-Trophy für Motorradgespanne. Ein paar Sätze auf jeder Karte informieren über den Rennverlauf und technische Details, auf der Kartenrückseite ist der Streckenplan abgebildet. Nur zwei Monate nach dem Nürburgring-Grandprix verunglückte der Zweite Francois Cevert tödlich und Sieger Jackie Stewart beendete als Weltmeister seine Karriere. • Seltenheit: ◊◊◊ Wert: €€-€€€

Rallye (Berliner)

Das Quiz-Quartett Rallye von Berliner Spielkarten Nr. 6316924 hat einen grünen Quizrahmen, Spitzentrumpf und Rückseitenspiel sowie Lancia Beta HF, Renault Alpine A 310, Ford Escort RS 2000 und Opel Ascona.Berliner Spielkarten 6316924 • ca. 1979-80 • Titel: Grüner Rahmen (1a = Lancia Beta HF) • Mit den Quiz-Quartetten starteten die Berliner Spielkarten eine Serie von Spielen im Skatformat, die statt einer Titelkarte einen sogenannten Quizrahmen hatten. Dieser ermöglichte eine spezielle Experten-Spielregel, bei der man anhand des Fotos das Automodell und dessen Daten raten sollte. Nicht immer einfach angesichts der bis zur Unkenntlichkeit eingeschmuddelten Rallyeautos, die hier durch Schnee, Matsch, Staub und Dreck geprügelt wurden (Fotos: Thomas Dirk Heere)! Vor Einführung der berüchtigten Gruppe B gehörten Fiat Abarth 131, Renault Alpine A 310 und diverse fliegende Opel und Porsches zu den schärfsten Geschossen der Rallyestrecken.

Vermutlich war das Quizkonzept nicht besonders erfolgreich, denn heute sind viele der rund 40 technischen Quartette der Reihe nur selten anzutreffen. Die meisten davon existieren auch in einer noch rareren „No-Name“-Variante mit Brandenburger-Tor-Logo und „echtem“ Deckblatt. In diesem Fall zeigt es den Opel Commodore B GS/E (Nr.: 6314924). Dieses Quartett hab ich selbst noch nie gesehen, vielleicht existiert auch eine Version mit dem Lancia Stratos (?). Weitere Rallye-Quartette von Berliner findest du hier. >> • Seltenheit: ◊◊◊-◊◊◊◊ Wert: €€€

Interview mit einem Quartett-Fotografen (2. Teil)

Hier nun der zweite Teil des Interviews mit dem Fotografen Thomas Dirk Heere, der zahlreiche Berliner Spielkarten Quartette der 70er und 80er Jahre fotografiert hat. Zum 1.Teil >> 

Sportauto-Zeitschrift mit dem Kadett GT/E Rallye vom Berliner Spielkarten Quartett Rallye.

Hier fliegt der Kadett vom Rallye-Quartett

Quartettblog: Wie lief die Entwicklung eines Quartetts konkret ab, wurden Sie von einem Redakteur oder Verlagsmitarbeiter angerufen um z. B. ein Quartett wie „Pistenheuler“ oder „Rallye“ zusammenzustellen?

Heere: Eigentlich ergab sich die Planung immer aus dem Gespräch heraus, da ich ja wusste, was ich anbieten konnte und was ich bereits im Archiv hatte. Auch kam dann auf meine Anregung ein Spiel zustande, dass sich von den üblichen Quartettspielen unterschieden hat: „Rennpisten international“. (Anmerkung: Nr. 6316766).
Quartettblog: Wie kam es dazu?
Heere: Das Quartettspiel „Rennpisten International“ z. B. entstand anhand der Programmhefte, die ich von jedem Rennen mitbrachte. Oft gab es darin eine Skizze der Rennstrecke. Diese Skizzen waren es, die den Denkanstoß gaben. Da hieß es dann, weg von den technischen Daten und eine Streckenbeschreibung mit entsprechenden Rennmotiven der spektakulären Abschnitte entwerfen.
be-6316760_Bergsprinter_Quartettspiel_Alpine-Renault Kopie 1Quartettblog: Mich würde mal interessieren, wie man sich die Firma Berliner Spielkarten in den 70er Jahren vorstellen kann.
Heere: Wie eingangs erwähnt, habe ich nur das Büro in der Havelstraße 16 in Darmstadt kennengelernt. Wo die Druckerei war, weiß ich heute nicht mehr. (Anmerkung: Diese lag vermutlich in Berlin, Obentrautstraße 60, jedenfalls gab es da 1974 einen Telefonbucheintrag …)
Quartettblog: Was meine Leser und mich immer wieder interessiert, wissen Sie, wie hoch die Auflagen bei einigen Ihrer Quartette waren?
Heere: Das entzieht sich meiner Kenntnis. Nach Drucklegung habe ich Belegexemplare druckfrisch erhalten und selbst oft noch eigene Bestellungen aufgegeben. Hatte ich doch vor, jedem der Beteiligten, sei es Team, Fahrer oder Mechaniker, ein Quartettspiel zu überreichen. Das war immer ein „Riesen-Hallo“, wenn die Spiele im Fahrerlager die Runde machten … „Och, ich bin ja gar nicht auf´m Titel“ habe ich ziemlich oft hören müssen. Aber eigentlich waren alle zufrieden und mancher hat mir auch schon mal einen Schein zugesteckt, weil er das Ergebnis honorieren wollte.
Quartettblog: An wie vielen Quartetten waren Sie denn im Lauf der Jahre ungefähr beteiligt? Was ist Ihr persönlicher Favorit?
Heere: Ich sitze natürlich heute noch auf meinem kleinen Schatz der Belegexemplare. Aber wenn die Zeit ins Land geht, gibt man hier und da mal ein Spiel aus den Händen, um Kindern eine Freude zu machen. So passiert es dann, dass die eigene Kollektion nicht mehr ganz vollständig ist. Es müssen aber über dreißig Spiele gewesen sein. Einen Favorit habe ich nicht, aber stolz bin ich schon ein bisschen auf die „Rennpisten International“, da dieses Spiel nach Aussage von Herrn Burgstahler auf der Nürnberger Spielwarenmesse ausgezeichnet wurde.
berliner-6316724-Rallye_Kadett_GTE KopieQuartettblog: Klingt nach einem wirklich tollen Job, den viele Blog-Leser sicher sehr gern in ihrer Jugend gehabt hätten! Hat es Ihnen Spaß gemacht?
Heere: Na klar, das hat viel Spaß gemacht. Noch heute bin ich in meinem Job. Allerdings habe ich mit der Berichterstattung über Autorennen Ende der 90er aufgehört. Der Konkurrenzdruck wurde stärker und die Honorare „gingen in die Knie“. Immer mehr Newcomer strebten danach, ohne Honorar ihre Bilder in den Zeitschriften zu sehen. Das hat den Markt für die „Freien“ kaputt gemacht. Außerdem möchte ich Ihnen auch mal eine Vorstellung davon geben, wie es ist, wenn es ein ganzes Wochenende lang regnet und Sie um die Rennstrecke laufen müssen, um an den verschiedenen Abschnitten möglichst viele unterschiedliche Motive zu produzieren – kein Zuckerschlecken!
Quartettblog: Haben Sie selbst Quartett gespielt?
Heere: Ja, allerdings gab es zu meiner Kinderzeit nicht diese Technik-Spiele. Oder meine Eltern und Freunde hatten mir keins geschenkt …
Das Berliner Spielkarten Bergsprinter-Quartett hat einen Renault Alpine auf dem TitelQuartettblog: Aus heutiger Sicht, freuen Sie sich darüber, dass viele heute Ältere die alten Quartette in schöner Kindheitserinnerung haben und sammeln?
Heere: Die Wertschätzung von alltäglichen Dingen, so auch „meine“ Spielkarten, hat für mich einen hohen Stellenwert. Mit Freude habe ich bei der Recherche bezgl. Spielkarten im Internet gemerkt, dass es, wie auf Ihrer informativen Seite, viele Gleichgesinnte gibt, die ihrem Hobby frönen und sich über und an den Karten erfreuen. Wenn ich ein Kartenspiel zur Hand nehme, kommen bei mir bei der Betrachtung der Fotos die Erinnerungen wieder hoch und so manches Anekdötchen  um die Rennstrecken wird wieder wach und treibt einem ein zufriedenes Schmunzeln ins Gesicht.
Quartettblog: Herzlichen Dank für das Interview!

Interview mit einem Quartett-Fotografen (1. Teil)

Jägermeister-Porsche im Autoquartett Renn-Tourenwagen von Berliner Spielkarten - Fotograf Thomas Dirk HeereWahrscheinlich hat jeder, der sich für die alten Autoquartette interessiert, schon mal darüber nachgedacht, wo wohl die Fotos und Daten herkamen und wie daraus schließlich ein Spiel mit 32 Karten wurde. Jetzt hatte ich Gelegenheit, dazu einen Insider per E-Mail zu interviewen, der Dutzende der heute historischen Quartette der Berliner Spielkarten fotografiert und entworfen hat.

Der Frankfurter Bildjournalist Thomas Dirk Heere steckt hinter zahlreichen Quartetten wie „Renn-Tourenwagen“, „Rallye“, „Bergsprinter“ und „Pistenheuler“, die teilweise schon auf dieser Webseite vorgestellt wurden. Seine Bilder gehören zu den spektakulärsten und lebendigsten Rennwagen-Fotos in Quartetten überhaupt! Und sie machen wohl den besonderen Reiz dieser Ausgaben aus den 70er und 80er Jahren aus. Als begeisterter Auto- und Rennsportfotograf hat Heere nicht nur die Fotos, sondern auch die technischen Daten geliefert. Hier eine Auswahl:

Eine Übersicht über die großformatigen Autoquartette und Motorradquartette von Berliner Spielkarten des Fotografen Thomas Dirk Heere

Einige der Berliner Spielkarten Quartette mit Fotos von Thomas Dirk Heere

Quartettblog: Wie kamen Sie dazu, für Quartettspiele zu fotografieren?
Heere: In den späten 70er Jahren habe ich mich als Fotograf selbständig gemacht und mir die Autofotografie als Ziel meines täglichen Erwerbs gesetzt. Unter anderem habe ich für die Vereinigten Motor Verlage in Stuttgart als freier Fotograf für die Zeitung „Sport Auto“ viele Autotests fotografiert. „Rally Racing“ und „Sportfahrer“  waren auch Zeitschriften, die ich bedienen durfte. Autorennen waren ebenso angesagt. An fast jedem Wochenende habe ich auf den Rennstrecken in Deutschland und dem europäischen Ausland gearbeitet. Die Vielzahl der Bilder und Motive, die in meinem Archiv schlummerten und noch keine Veröffentlichung hatten, haben mich bewogen, auf die Suche nach weiteren Abnehmern zu gehen. Dazu gehörte auch ein Besuch des Verlags der Deutschen Buchgemeinschaft in Darmstadt. Dort hatte ich kein Glück, aber im gleichen Hochhaus gab es den Verlag A. Seydel & Cie. mit der Abteilung Spielkarten und Spiele. (Anmerkung: Trotz des Namens war die Leitung der Berliner Spielkarten GmbH vermutlich in Darmstadt.) Dort traf ich auf einen an meiner Arbeit sehr interessierten Herrn. Ich glaube, er hieß Burgstahler oder Burgstaller. Er schaute sich Fotos von den Autorennen an und meinte, dass er diese für die Autoquartetts gut gebrauchen könne. Allerdings benötigte er auch die Daten. Diese sind natürlich gerade bei Rennwagen mit getunter Motorleistung nicht überall verfügbar oder zu ermitteln.
Quartettblog: Haben Sie die Fahrer oder Mechaniker einfach im Fahrerlager nach den Daten gefragt? Heute kann ich mir diese Möglichkeiten gar nicht mehr vorstellen!
Rennfotograf Thomas Dirk Heere aus Darmstadt fotografierte Autorennen und Rallyes für die Berliner Spielkarten Autoquartette

Thomas Dirk Heere an der Rennpiste

Heere: Ja, genau so kam es dann. Da ich durch meine journalistische Berichterstattung über die Rennen Zugang zu allen Bereichen der Rennstrecken und zum Fahrerlager hatte, konnte ich von Team zu Team gehen und die benötigten Daten abfragen. Ob mir dabei immer die die „echten Daten“ genannt wurden, entzieht sich bis heute meiner Kenntnis … Zumindest waren sie authentisch und realitätsnah. Außerdem bleibt noch zu bemerken, dass die Renn-Teams damals nicht so sehr die Abschottung der Öffentlichkeit betrieben haben wie heute. Ich möchte sagen, es ging alles etwas „familiärer“ zu …

Quartettblog: Sind Sie denn selbst auch Rennen gefahren?
Heere: Rennen bin ich nie selbst gefahren – da ich aber z.B. für „Sport Auto“ fast jeden Montag in Hockenheim die Tests fotografierte, gab es genügend Gelegenheit, mit dem eigenen Fahrzeug (BMW Alpina B3) die Rennstrecke unter die Räder zu nehmen. Mehrmals habe ich mich dabei auch neben der Strecke wiedergefunden. Ein lehrreiches Prozedere, dass mich im Fahrstil weiter brachte, gleichzeitig signalisierte, Rennfahrer wirst du nicht!
Auf dem Rallye-Autoquartett der Berliner Spielkarten fliegt ein Kadett Rallye über einen SprunghügelQuartettblog: Wurden die Bilder extra für die Quartette geschossen oder auch für Zeitschriften etc.?
Heere: Eigentlich waren es immer Fotos, die sowieso entstanden sind. Außer das Dragster-Rennen. Dieses hätte ich wohl nicht besucht, wäre da nicht im Gespräch mit Herrn Burgstahler mein Vorschlag angenommen worden. Aus heutiger Sicht eine Bereicherung an Hörerlebnis … nie zuvor hatte ich bei Autorennen, das lauteste war für meine Begriffe immer die Formel 1, einen derartigen Lärmpegel erlebt!